Gemeinden sollen Lienzer Bad mitzahlen

Köll und Schiffmann unterbreiten Vorschlag zur Finanzierung.

Erwin Schiffmann (Sillian) und Andreas Köll (Matrei) unterbreiten einen Finanzierungsvorschlag für das geplante neue Hallenbad in Lienz. Foto: Martin Lugger

Nicht die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SP) tritt als erste mit einem Vorschlag zur (teilweisen) Finanzierung des neuen Hallenbades der Dolomitenstadt an die Öffentlichkeit, sondern ihre Kollegen Erwin Schiffmann (Sillian) und Andreas Köll (Matrei), die auch Obleute der Planungsverbände 34 und 35 sind. Diese Verbände umfassen alle Gemeinden außerhalb des Lienzer Umlandes, das den Planungsverband 36 bildet.

Alle drei Planungsverbände und damit alle 33 Osttiroler Gemeinden haben sich bereits im Jänner 2012 darauf geeinigt, dass man das geplante Hallenbad in Lienz als ein Osttiroler Infrastrukturprojekt mit  Bedeutung für den ganzen Bezirk betrachtet. Deshalb wurde auch eine entsprechende Finanzierung aus anteiligen Bedarfszuweisungen aller Gemeinden ins Auge gefasst. Vereinfacht ausgedrückt, soll Landesgeld, das nach einem Kopfquotenschlüssel an die Gemeinden überwiesen wird, zum Teil nach Lienz weitergeleitet werden.

Köll und Schiffmann haben jetzt ein konkretes Rechenmodell ausgearbeitet, nach dem die 33 Gemeinden – inklusive Lienz – in fünf Jahrestranchen insgesamt 2,5 Mio Euro für das neue Bad zur Verfügung stellen könnten. Außerdem sollte der TVB Osttirol ein Darlehen von 2,5 Mio Euro aufnehmen und „durch eine anteilige, zweckgebundene Erhöhung der Aufenthaltsabgabe in der Teilregion Lienzer Talboden gegenfinanzieren“.

Aus Tourismus- und Sportförderungsmitteln des Landes wünschen sich die beiden Bürgermeister weitere drei Millionen Euro für das Großprojekt in Lienz. Wären also insgesamt acht Millionen Euro. Den „Rest“ müsste wohl die Stadtgemeinde Lienz berappen. Die kommunalen Bäder in Sillian und Matrei, die derzeit schon außer Betrieb sind, sollen endgültig stillgelegt werden.

Hier ist der detaillierte Kostenplan von Köll und Schiffmann. Per Mausklick lässt sich das Dokument vergrößern.

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senf vor 6 Jahren

@gertrude: schade, aber es kann ja nicht jeder einer Meinung sein. Es stellt sich immer die Grundsatzfrage, wer braucht was, wer ist zuständig und wer zahlt es. Hoidanoi hinerfragt zu Recht die Bedeutung das DB für den Tourismus, ich habe die Sinnhaftigkeit des DB als Freizeiteinrichtung in Zweifgel gestellt, sie haben den Zustand der Sauna kritisiert. So die Sichtweisen. Man kann es sich natürlich leicht machen und fordern. Nach Möglichkeit muß alles gratis und in picobello Zustand sein. Sollen die Gemeinden, die Stadt, also der Steuerzahler wirklich Saunaanlagen und ähnliche Freizeiteinrichtungen bereitstellen und dazu auch noch laufende Betriebszuschüsse gewähren? Das kann nicht sein! Wer sich den Luxus Sauna leistet, soll zur Gänze für den Betrieb aufkommen und da werden rechnerisch ganz andere Tarife herauskommen. Wer aus gesundheitlichen Gründen schwitzen muß, wird das Wohl auf Krankenkassenkosten machen, vorausgesetzt es wird anerkannt. Es wurde hier im Forum auch ein Wellnessbereich gefordert. Ich bin dabei, aber nur auf der Basis der Kostenwahrheit (Kosten/Nutzenrechnung). Schaun wir dann einmal, wie lange das funktioniert. Auch ein ein öffentliches Schwimmbad ist über die den sozialen, bilderischen und sportlichen Zweck hinaus möglichst ertragsoientiert zu führen und meine Anregung einer großzügigen Sanierung fusst auf diesen Grundsatz. Das öffentliche Dolomitenbad soll der Volksgesundheit dienen! Vielleicht bedenkt das auch die ÄVP im L-Gemeinderat und in den Planungsräumen. Wenn das Schwimmbad hingegen alle Stücke spielen soll, dann soll das auf privatwirtschaftlicher Basis geschehen (natürlich auch mit einer Förderungsstarthilfe wie bei Liften u. ä.) Aber keinesfalls mit den vielfach gewünschen Ausfallsgarantien! Ich schließe mich gerne dem Schlußsatz vin Hoidanoi an "Das alles will gut durchdacht sein, sonst bekommen die Ausdrücke “sich brausen” und “baden gehen” nicht nur hygienische Bedeutungen".

Auch in Osttirol wird man nicht herumkommen, endlich kaufmännisch/frauisch zu denken, denn die öffentlichen Fördertöpfe sind nicht dazu da, Luxus zu finanzieren (ausser sie haben geeignete Lobbisten :-).

hoidanoi vor 6 Jahren

Baden gehen . Es soll also eine pro Kopf Bezuschussung von Seiten des Landes geben, die budgetneutral für die zur Schwimmbadfinanzierung beitragenden Gemeinden sein soll, wenn das stimmt, was Andreas Köll per KZ "beruhigend" ausrichten lässt. Gehen wir einmal davon aus, das stimmt so, wie's gesagt wurde (no risk, no fun): . Da fragt sich der interessierte Beobachter, wozu der Weg über die Gemeinden gewählt wird, die Bedarfszuweisungen erhalten, die sie nicht behalten, sondern flux weiter geben? Wird das auch bei anderen, subventionsintensiven so infrastrukturellen Maßnahmen gemacht? Wenn ja, warum? . Die Bedarfszuweisungstöpfe scheinen voll und der sonstige Bedarf der Osttiroler Gemeinden gering zu sein. Hier hilft ein starker Glaube an die Finanzkraft des Landes. Den beide Finanzierungsschlüssel-Aufsteller zweifellos haben müssen, wünschen sie sich doch auch Mitteln aus den Sportfördertöpfen. . Die hohe touristische Bedeutung des Lienzer Bades wäre eine, die noch zu klären wäre, bevor sich der TVB mit einem namhaften Betrag daran beteiligt. Die Erfahrungen in Sachen LzBB sollte berücksichtigt werden. Auch in Hinsicht auf die Folgekosten. . Über die Folgekosten schweigen sich scheinbar beide Bürgermeister aus, wobei das eine Mutmaßung ist. Jedenfalls findet sich in keinem Medienbeitrag ein Wort über die Betriebs- und Erhaltungskosten. Und das, obwohl Matrei und Sillian ihre Schwimmbäder aus gutem Grund stillgelegt haben, weil Erhaltungs- und Betriebskosten nicht mehr aufzubringen waren. Diese Lasten auszulagern macht aus deren Sicht Sinn, entlastet es sie doch selbst, ganz besonders, wenn durch Landesmittel (68,75%) und TVB-Lienzer Talboden (31,25%) die Finanzierung anscheinend budgetneutral zu machen wären. . Das alles will gut durchdacht sein, sonst bekommen die Ausdrücke "sich brausen" und "baden gehen" nicht nur hygienische Bedeutungen.

Gertrude vor 6 Jahren

Lieber senf, Ihre Meinung teile ich ganz und gar nicht. Dieses in die Jahre gekommene Hallenbad hat schlicht und ergreifend ausgedient! Sollten sie jemals in der Damensauna gewesen sein dann wissen Sie, dass man sich etwas ungemütlicheres und abweisendes nicht vorstellen kann. Im ehemaligen Ostblock kann man vielleicht noch solche Bäder finden, für eine Bezirkstadt mit großem Einzugsgebiet wie Lienz ist die ganze Badeanlage eine reine Zumutung! Einzig bei den Erlebnisrutschen gebe ich Ihnen recht, da müssen es sicher nicht gleich mehrere sein, ansonsten, wenn man schon baut, dann gleich zeitgemäß denn jede Dekade bringt etwas Neues und das ist gut so.

hubert vor 6 Jahren

Gute Idee! Dann kann man ja auch alle Osttiroler Gemeinden an den Kommunalsteuereinnahme der Stadt Lienz beteiligen, für diese 5 Jahre. Dann geht es sich auch für die finanzschwachen Gemeinden aus. Wie man hört, nagen schon mehr als man auf einer Hand abzählen kann, am Hungertuch. Sprich, ohne laufende Zuschüsse des Landes Tirol müssten einige Gemeinde aufgrund ihrer Insolvenz den Konkurs anmelden. Da würden wohl einige Banken in Osttirol große Augen machen! Eine neues Hallenbad gehört jedenfalls in Lienz gebaut, mit einem großzügigen Wellnessbereich. Man kann sich nur schämen. Wo schickt man die Gäste hin, wenn man selbst im Haus nichts vergleichliches anbieten kann??

senf vor 6 Jahren

au fein, da freu ich mich schon auf meine "einheimischen-jahreskarte" ;-) im ernst: wenn man in größeren städten (hamburg, wien u. a. schwimmen möchte, dann findet man einfache anlagen, die schon jahre ihren dienst tun und das zu verträglichen preisen auch in den nächsten jahren machen werden. braucht lienz (osttirol) wirklich ein neues, ultramodernes, allesspielende schwimmbad? als langjähriger kunde im jetzigen bad finde ich die anlage zum schwimmen ausreichend - natürlich ist da und dort etwas zu tun, vor allem im bereich wärmedämmung oder dort, wo wirklicher nachholbedarf besteht. vielleicht tuts auch eine kleine erweiterung für trainigsschwimmer.

nur weil in innichen, kaprun oder spittal ein paar rutschen und sprudel im scheinwerferlicht angeboten werden, muß hier in osttirol nicht gleich die PANIK ausbrechen. und wenn sich nun die gemeinden dazu bereit erklären, geld für die anlage bereit zu stellen, dann sollte auch hier die vernunft walten und die herrn bürgermeister sich endlich fragen, wozu braucht man den ganzen firlefanz eigentlich? schüler aus den gemeinden sollen schwimmen lernen, sportler sollen ihre leistungen erbringen können und die wenigen, die den tumult haben wollen, können ja woanders ihre erlebnisbedürfnisse befriedigen (siehe oben). alles andere dient lediglich dem prestige der politik, die sich zu gerne von kurzlebenden trends leiten lässt und die gemeindebudgets auf jahre belastet

freizeit- und zirkusangebote sind eigentlich angelegenheit der privatwirtschaft, oder etwa nicht? matrei ist ja das beste beispiel für pure geldverschwendung . auch wenn man dort dem irrtum unterlegen ist, dass gemeinden nicht pleite gehen können, dann sollte man sich als politiker zumindest auf einen guten hausverstand verlassen - vorausgesetzt man hat überhaupt einen.

übrigens: baut ihr alle dreissig jahre ein neues haus?