Blanik kritisiert Kirchturmdenken

Die Einwände aus dem Oberland und dem Defereggental gefährden Schwimmbad Lienz.

 

Mit Unverständnis reagiert die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik auf die Aussagen aus dem Osttiroler Oberland, wonach sich die Gemeinden Heinfels und Außervillgraten nun doch wieder für den Fortbestand des Sillianer Hallenbades stark machen wollen.

„Mit diesem Kirchturmdenken schwächen wir unsere Verhandlungsmöglichkeiten ganz enorm, denn der Landeshauptmann hat betont, dass es nur dann eine Mitfinanzierung des Landes gibt, wenn der ganze Bezirk hinter dem Projekt steht“, erklärt Blanik.

Laut der SPÖ-Bürgermeisterin schade man mit dieser Haltung nicht der Stadt Lienz, sondern den gesamten Bezirksinteressen. „Der ideelle Schaden ist jetzt schon größer als der finanzielle, denn bislang gab es noch keinen relevanten Gespräche“, schüttelt Blanik den Kopf.

Elisabeth Blanik fordert von Osttirols Gemeinden mehr Einigkeit. Foto: Lugger

Nur wenn man Einigkeit ausstrahle, sei das Land bereit die Bedarfszuweisungen in das Projekt fließen zu lassen. Mit der aktuellen Haltung tue man sich für gegenwärtige und zukünftige Vorhaben aber keinen Gefallen. „Ich muss nicht alles in Lienz haben, denn dadurch tragen wir ja auch immer einen Großteil der Kosten“, so Blanik, die auch die Querschüsse von FP-Klubobmann Bürgermeister Gerald Hauser aus St. Jakob in Defereggen nicht versteht, der den Lienzern eine „Zentralisierung“ vorwirft.

Hauser fordert, jede Region müsse ein Projekt auf die Beine stellen können, das nach dem gleichen Finanzierungsschlüssel wie dem des Lienzer Bades finanziert werde. Daher habe der Gemeinderat von St. Jakob in Defereggen beschlossen, nur dann zum Lienzer Badbau zu stehen, wenn im gleichen Atemzug ein regionales Projekt im Defereggental im gleichen Maße unterstützt werde.

Eine Forderung die Blanik nur knapp kommentierte: „Ich verstehe nicht ganz, was Hauser eigentlich will. Es gibt ja schon seit einiger Zeit Gespräche darüber, dass jede Region ihre Schwerpunktprojekte bekommen soll.“

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10 Postings bisher
peter.f vor 6 Jahren

@luschi1- Ich kann Ihren Gedankengang auch nicht ganz nachvollziehen.. und wie es Minerva schon sagt, es würde mich auch interessieren, wie Sie sich das vorstellen. @Minerva - Das Personal der Leitstelle ist gut genug ausgebildet und informiert, um schnell und gut den richtigen Weg zu finden. Dass ein Rettungseinsatz ab und an einmal ein wenig länger dauert hängt wohl eher von anderen Umständen wie der Witterung, dem Weg, etc ab. Denn Unfälle passieren nun einmal oft an schwer zugänglichen Stellen. Zum Thema/Artikel jedenfalls: Häufigere und billigere Anfahrtsmöglichkeiten wären hier meiner Meinung nach ein guter @hubert - Dass Finanzlangen verkannt werden ist wohl leider nichts Neues...

fb vor 6 Jahren

@ hoidanoi Danke für die gute Info !

hoidanoi vor 6 Jahren

@ fb: . Es handelt sich - deutet man A. Kölls Aussage richtig, wenn er meint, die Gemeinden würden aus ihrem eigenen Etat nichts zu bezahlen haben - um eine zusätzliche, wenn auch indirekte Landesförderung aus dem Topf der Bedarfszuweisungen, dies aufgeteilt über 5 Jahre. Mit Nächtigungsabgaben und Pflichtbeiträgen hat dieser Topf nichts zu tun. Im Kalkül des Plans taucht aber auch der TVBO mit einem namhaften Beitrag auf, der wiederum aus den NA und PB gespeist würde. Der Verteilungsschlüssel wäre dann wieder TVBO-Aufgabe. Kölls Ansinnen hat guten Grund, sind doch viele der Osttiroler Gemeinden laut seinen eigenen Aussagen nahe an der Zahlungsunfähigkeit. Insofern stellt er Bezirk-Solidarität auf Basis der Bedarfszuweisungen in Aussicht. Selbige scheint nicht gegeben, unter Umständen auch wegen mangelnder Innenwerbung für das Projekt. . Dass die Gemeinden dazu ihr OK geben müssten, scheint folgerichtig, auch wenn sie, wie schon in anderen Fällen die Bedarfszuweisung zweckgebunden weiterreichen. Alles in allem scheint es noch viel Erklärungsbedarf in alle Richtungen zu geben, im besonderen aber den Gemeinden und Bürgern gegenüber, die sich ob der verwirrenden Meldungslage keinen Reim auf die Föderungszusagen der Planungsverbandsobleute machen können.

fb vor 6 Jahren

irgendwie verwirrend: Eine Zusage der Planungsverbände ( Region) im TVBO zu "einem, gemeinsamen Bad" - kann, darf da die Gemeinde nichts mehr EIGENES machen, beschließen?

Kann der Planungsverband Gemeinden zur Zahlung verpflichten oder sind hier Mittel gemeint, welche aus Pflichtbeiträgen und Übernachtungen aus diesen Regionen kommen?

Wenn es so wäre, dass die Planungsverband Zahlungen aus dem Gemeindebudget fordert, finde ich, dass da sehr wohl der Gemeinderat abstimmen sollte ( dies zum Kommentar von Hrn. Dr. Köll, wonach es keinen weiteren Beschluß innerhalb der Gemeinde brauche )

hubert vor 6 Jahren

… wie sollen einige Osttiroler Gemeinden Geld vom Land Tirol abtreten, das sie selber viel dringender benötigen. Angeblich sind ja schon mehr als 10 Gemeinden in Osttirol ohne Hilfe des Landes Tirol zahlungsunfähig. Hätte die Stadtgemeinde Lienz und der TVB Osttirol lieber ihr Geld in ein neues Hallenbad investiert und die Aufstiegshilfen am Hochstein samt den Schulden dem Schulze übergeben. Die Investition in den Rollercoaster (Osttirodler) war ohnehin reine Geldverschendung. Wenn der Landeshauptmann verlangt, dass alle Osttiroler Gemeinde ihr Geld in ein neues Hallenbad in Lienz investieren sollen, damit er entsprechende Finanzzuschüsse locker machen kann, dann verkennt er ohnehin die Finanzlage der Gemeinden vollkommen. Außerdem gehört das Geld, das er so großzügig für diverse Projekte an die Gemeinde vergibt, ja eh nicht ihm, das kommt vom Gemeindeausgleichstopf, gehört also eh den Gemeinden.

anton2009 vor 6 Jahren

Da hat der Villgrater Bürgermeister schon recht, wenn er das Bad in Sillian saniert wissen will! Tausende Oberländer haben in den vergangenen 35 Jahren das Schwimmen (Kulturtechnik!) im Sillianer Bad erlernt. Jetzt soll alles anders werden! Und nun sollen Fahrzeiten für das Schwimmen in Lienz aufgewendet werden! Schade um die Zeit, und schade für die Umwelt! Saniert das Bad in Sillian, baut endlich ein neues in Lienz - für alle Aufstiegshilfen in Osttirol greift man auch immer wieder tief in die Gemeindekassen! Gut platsch!!!

defregger vor 6 Jahren

@ 30055 meint... Zitat: Wo sollen denn die Gemeinden Geld für das Schwimmbad herzaubern,

... die Gemeinden sollen endlich ihr Recht auf das gesamte Gemeindegut einfordern, sprich: Agrar und Fraktionen müssen endlich wieder allen Gemeindebürgern gehören und nicht einzelnen ÖVP Gruppierungen! Durch zusätzlich Einkünfte (Holzverkauf ect.) sind die Gemeindekassen schnell wieder mehr aus VOLL und Geld für alles vorhanden, auch für das Lienzer Schwimmbad!!! n.m.m.

30055 vor 6 Jahren

Wo sollen denn die Gemeinden Geld für das Schwimmbad herzaubern, wenn viele nicht einmal eine Schulsport und Sprachwoche fördern. Eher ist es wohl so, dass sie das Geld horten müssen für den Schulsanierung Neue Schule Nord (ohne Mittel)...., nein besser Hintereingang vom Gymnasium-BIGstandserhebung....oder doch RGO Areal Neubau... Schau ma, und ja es hilft ja lei warten und beten

Minerva vor 6 Jahren

@luschi1: Was für eine Bombenidee die Renovierung/Neubau des Hallenbades mit dem Rettungsfunk zu vergleichen! Wenns nach Ihnen geht, sollten wir da alle nach Innsbruck fahren zum schwimmen? Oder wie darf Ihr geistreicher Kommentar verstanden werden?! Und zur Leitstelle: Dabei geht es nicht nur um Sturheit, sondern auch darum, 1) Arbeitsplätze in der Region zu behalten und 2) weiß ich aus Erfahrung, dass die Rettungsfahrer zwar meistens (aber eben nicht immer) den schnellsten Weg zum Ziel kennen. Da wär es mir doch lieber, wenn ein Einheimischer über Funk den Weg weißt und kein Nordtiroler!!

Bezüglich des Artikels ist nur Folgendes zu sagen: Vollkommen unverständlich, warum die Oberländer (und Hauser) plötzlich blockieren, anstatt Lösungen zu bringen! Klar wärs den Oberländern lieber ein eigenes Bad in Sillian zu haben um sich die Fahrt durchs Pustertal zu ersparen, jedoch könnte man von Seiten Blaniks auch bessere (respektive: häufigere) und günstigere (wir sprechen ja vom Oberland haha!) Verbindungen mit Bus und Bahn vorschlagen. Im sowieso schon strukturschwachen Osttirol sollte man sich solche Späßchen nicht erlauben, wie es die Oberländer und der werte Herr Hauser (der ja sowieso wieder ein ganz anderes Kapitel ist) tun.

luschi1 vor 6 Jahren

Aha! Wenn es um das Lienzer Schwimmbad geht, dann wird von Fr. Blanik und Hr. Köll eine Zentralisierung gewünscht. Ich verstehe dann nicht, warum man sich dann gegen die zentrale Leitstelle Tirol so wehement wehrt!!!!!