Neues Fachmarktzentrum sorgt für Wirbel

Angebotene Sortimente für WK-Bezirksobmann Aichner nicht widmungsgerecht.

 

Der Obmann der Wirtschaftskammer Osttirol, Michael Aichner, bemängelt, dass das neue FMZ falsch gewidmet wurde. Foto: Julian Kollreider

Am Dienstag, 28. August, wird das neue Fachmarktzentrum (FMZ) in Nußdorf-Debant eröffnet. Jetzt lässt der Shopausbau der Interspar-Gruppe die Wogen hochgehen. Der Obmann der Wirtschaftskammer Osttirol, Michael Aichner, bemängelt, dass andere Warensortimente angeboten würden, als vereinbart. Laut Widmung nach dem „Betriebstyp B“ dürfe man nur sperrige Waren anbieten, für deren Abtransport man ein Auto benötige. Die meisten der neun Shops entsprächen mit ihren Angeboten aber dem „Betriebstyp A“.

Für Marcus Wild, Vorsitzender der Geschäftsführung der Spar European Shopping Centers GmbH (SES), ein haltloser Vorwurf. Man habe sich völlig gesetzeskonform verhalten und die Pläne nach sämtlichen Vorgaben der zuständigen Behörden umgesetzt.

SES-Chef Marcus Wild (links) und SPAR-Vorstand Hans K. Reisch mit dem Bürgermeister von Nussdorf-Debant, Andreas Pfurner, beim Spatenstich. Ganz überraschend kommt der Shopmix nicht. Foto: SES/Groder

Dies bestätigte auch Landesrat Johannes Tratter in einer Aussendung. In dieser betont der Landesrat, dass die örtliche Raumordnung in der Kompetenz der Gemeinde liege. Das Land Tirol sei lediglich Aufsichtsbehörde und überprüfe die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen.

Fakt ist, dass die Marktgemeinde Nußdorf-Debant im November 2010 per Gemeinderatsbeschluss die Änderung des Flächenwidmungsplanes auf „Sonderfläche für Einkaufszentren des Betriebstyps B“ beschlossen hat, um ein Fachmarktzentrum errichten zu können.

„Da die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten wurden, hat das Land Tirol der Änderung des Flächenwidmungsplans durch die Marktgemeinde im März 2011 die aufsichtsbehördliche Genehmigung erteilt“, so Tratter. Auf Aichners Vorwurf, dass ein Typ-A-Shoppingscenter entstanden sei reagiert Tratter nicht.

Die Grünen befürchtet durch das FMZ einen Verkehrskollaps zwischen Lienz und Nußdorf-Debant. Foto: Julian Kollreider

Für den Osttiroler Grünen Thomas Haidenberger ist die „völlig konzeptlose Raumordnung der ÖVP“ die Ursache des jetzt beklagten Übels. „Wir Grüne wurden kritisiert, als wir für das Einkaufszentrum im Stadtgebiet von Lienz eingetreten sind, um kurze Wege mit dem Rad oder zu Fuß zu ermöglichen. Der Standort in Nußdorf-Debant ist aber nicht nur verkehrs- und umwelttechnisch problematisch. Hier wurde wertvolle landwirtschaftliche Fläche verbaut,“ so Haidenberger weiter.

„Es wird nun noch mehr hausgemachten Verkehr zwischen Lienz und Nußdorf-Debant geben“, prophezeit der Verkehrsreferent der Grünen, Georg Willi. Raumordnungslandesrat Tratter dürfe den schwarzen Peter hierfür nicht der Gemeinde Nußdorf-Debant zuschieben: „Die Aufsichtsbehörde für alle Raumordnungsentscheidungen ist noch immer das Land. Hier hat die Aufsicht – wie schon oft im Lienzer Becken – völlig versagt. Daran sind aber nicht die Beamten schuld, sondern die Interessen von ÖVP-Politikern, die die fachlichen Bedenken gegen den Widmungsmurks im Lienzer Becken schlichtweg ignorieren.“

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5 Postings bisher
sportler vor 6 Jahren

An die Politiker in Osttirol!

Seid doch froh das in Osttirol Märkte gebaut werden. Durch die Märkte kaufen Kärtner, Osttiroler,Südttiroler Gäste usw bei uns ein. Die Osttiroler finden dann Arbeitsplätze in Osttirol. Und mit dem Geld das der Osttiroler verdient kauft er dann wieder in anderen Osttiroler geschäften ein. Wenn nähmlich die Osttiroler Kaufmänner nicht schnell genug up to date sind ,kann es schnell passieren das der Osttiroler nur mehr in Amazon.at und Co bestellt.

Dann schaut der Osttiroler Kaufmann erst recht durch die Finger und geht komplett leer aus.

Und die Steuern fließen nach Deutschland usw.

Bessawissa vor 6 Jahren

Eine "Mogelpackung"? Die Betreiber des neuen FMZ in Nußdorf-Debant (manche werben mit der falschen Ortsbezeichnung 9990 Lienz/Debant, so auch KIKA/Lienz, zahlen aber keine Steuern in Lienz!), waren leider schneller als der Gesetzgeber. Für neun (!) neue Shops so viel von der besten Kulturfläche zu verbrauchen, ist eine Todsünde! Meine Ehefrau und ich freuen uns schon auf einen Lebensmittel-Supermarkt im neuen EKZ Lienz. (Mit den anderen Sparten sind wir in Lienz ohnehin bestens und ausreichend ausgestattet). Dann erspare ich mir die oft aufreibenden Fahrten nach Debant zum ISP. Zudem erhält dann der dortige, marktbeherrschende, Großmarkt endlich eine ernstzunehmende Konkurrenz. Das kann sich, wie, seit es die neue Jet-Tankstelle in Lienz gibt, nur preisregulierend auswirken.

bergfex vor 6 Jahren

Hoffentlich sehe ich den Herrn Haidenberger nie mit dem Auto fahren, nie im FMZ-Debant einkaufen und Strom brauch er auch keinen, den macht er aus dem Gras , das neben der Strasse auf den Iselsberg von BBA gespritzt wurde. So sind sie , die Grünlinge

seppl17 vor 6 Jahren

wenns jetzt egal ist wie eine fläche gewidmet ist - dann baue ich jetzt mein neues haus auch in einer schönen Waldlichtung!- wieso nicht? oder ich sage ich baue einen Bauernhof - und beteiben tu ich ein Hotel oder vielleicht ein Bordell!

Kurt vor 6 Jahren

Die Logik der Grünen ist einfach bestechend : Nussdorf-Debant böses Einkaufszentrum - Lienz gutes Einkaufszentrum. Weil dort fahren alle mit dem Radl hin oder gehen gar zu Fuß.Ein Nahversorger eben. Deshalb rechnen die M99 Betreiber auch mit dem Markt Südtirol/Oberkärnten und bauen 300 Parkplätze und gehen Verkehrsstudien von einem Mehrverkehr von bis zu 3000 Fahrten pro Tag aus. Freilich nur dann wenn die Verkaufsfäche weniger als 10.000 m2 beträgt. Bei größeren Verkaufsflächen gibts entsprechend mehr Verkehr.Und dass sie größer wird darauf kann man Gift nehmen. Es wird gerade in Nußdorf-Debant super vorgezeigt wie es geht : Die Widmung mit der Beschränkung auf B-Waren oder wie in Lienz auf 8800 m2 Verkaufsfläche macht der Gemeinderat, das Land Tirol segnet das ab. Die nächste Behörde ( Baubehörde ) sieht nur der Bauplan, der ist brav auf die Widmung angepasst, mit B-Waren oder 8800 m2 Verkaufsfläche ( aber dazu 5000 m² Nebenräume und Lager, braucht man ja ). Papier ist geduldig und wird gestempelt und genehmigt. Alles in Ordnung soweit. Dann wird gebaut, es kommen die Mieter, machen aus der B - Fläche eine A - Fläche und aus den Nebenräumen und Lager wird Verkaufsfläche, so man kommt auf die längst schon beworbenen 15.000 m2. Keiner ist zuständig, keiner hat Schuld ( außer vielleicht für die Grünen wieder die ÖVP ) !