Hickhack um zweiten Heli-Port für Knaus in Matrei

Liste Fritz wittert „miese Tricks“. Köll und Tilg verstehen die Vorwürfe nicht.

Als „Schildbürgerstreich mit gewaltigen Folgen“ und „miesen Trick“ bezeichnet der Landtagsabgeordnete Bernhard Ernst von der Liste Fritz die Absicht, in Matrei einen zweiten Hubschrauberlandeplatz für den Salzburger Unternehmer Roy Knaus zu bewilligen.

95% der Bewohner in den angrenzenden Wohnhäusern hätten sich per Unterschrift gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. „Die Landesregierung und Bernhard Tilg sprechen sich einerseits gegen den Hubschrauber-Wildwuchs in Tirol aus und öffnen andererseits Plänen für weitere Landeplätze Tür und Tor“, wettert Ernst.

Derzeit startet und landet der Hubschrauber von „Heli Tirol“ am Landeplatz beim Tauernstadion in Matrei.

Der zuständige ÖVP-Landesrat Bernhard Tilg versteht die Vorwürfe nicht. „Der bestehende Zivilflugplatz befindet sich im Eigentum der Gemeinde Matrei, die auch dessen Halterin ist“, erklärt Tilg. Betrieben werde der Platz von der Knaus Firma „Heli Tirol GmbH“, die dort für Rettungsflüge stationiert sei.

Knaus plane jetzt im Ortsteil Seblas einen privaten Zivilflugplatz seiner Firma „Heli Mount GmbH“. Auch von dort wolle er überwiegend Rettungsflüge durchführen. Im Gegensatz zur derzeitigen Firma wird die „Heli Mount“ jedoch auch eine Genehmigung für Versorgungsflüge zu Schutzhütten sowie Flüge für die Wildbach- und Lawinenverbauung erhalten – allerdings nur „im untergeordnetem Maße“, betont Tilg.

Der Matreier Bürgermeister Andreas Köll wittert hinter der Fritz-Attacke politische Motive und stellt gegenüber dolomitenstadt.at klar, dass die Gemeinde weder in das Genehmigungsverfahren, noch in die Grundstücksvergabe involviert sei.

Bgm. Andreas Köll ortet hinter den Vorwürfen der „Liste Fritz“ eine „politisch konstruierte“ Attacke. Foto: Martin Lugger

Laut Köll siedelt Roy Knaus vom bestehenden Stützpunkt nach Seblas ab, weil er einen Hangar bauen möchte, für den er keine Rampe vom Landeplatz benötigt, und in dem er unter Umständen einen zweiten Heli stationieren kann. Dafür brauche er weder eine Widmung noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Für die luftfahrtbehördlichen Genehmigungen sei der Bund zuständig. Die Gemeinde habe nicht einmal Akteneinsicht und sei auch nicht Grundeigentümer. Die Fläche werde von einem privaten Grundbesitzer zur Verfügung gestellt. „Es gab in dieser Frage kein einziges Verfahren in das die Gemeinde eingebunden war“, betont Köll.

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1 Posting bisher
bergfex vor 5 Jahren

Und beim ÖÄMTC - Platz in Nikolsdorf heißt es immer , es bräuchte ihn nicht, Osttirol wäre auch von anderen Orten schnell erreichbar. Da stimmt was nicht. Dem werten, ehrlichen Herrn Köll glaub ich sowieso kein Wort mehr.