Tourismus-Gespenster im Blätterwald

… doch der Spuk ist nach Halloween nicht vorbei. Ein Kommentar.

Foto: photocase/maeik

Halloween wirft schaurige Schatten auf den Osttiroler Tourismus, dessen Protagonisten mit mehr oder weniger furchterregenden Ansagen durch den medialen Blätterwald geistern. Schaltet man das Licht ein, wird der Spuk zur mäßig spannenden Verkleidungsposse.

Hier das Schauermärchen: Erst meldet die sonst recht nüchterne TT, dass sich der TVB Osttirol „zerfleischt“. Die „tiefen Einblicke in den Selbstzerfleischungsprozess“ liefert dann ein Auszug aus dem Protokoll jener Sitzung, bei der Reinhard Tiefenbacher zurücktrat und Andreas Köll den Lienzern angeblich eine verheißungsvolle Frage stellte: „Was wäre, wenn ich bei jedem Lienzer Projekt in jedem Gremium in dem ich sitze, dagegen bin?“ Gruslig! Eine Horrorvision!

Aber nichts gegen die nervenzerfetzende Vorstellung, dass der Matreier Bürgermeister jede Million, die er haben will, auch kriegen könnte! Dieser Alptraum wird nicht wahr, weil Gerhard Föger dem gespenstischen Treiben im TVB-Aufsichtsrat ein jähes Ende bereitete und in einem langen Brief (siehe unten) klarstellte: Es gibt nicht Süßes, sondern Saures! Statt Milch und Honig in Matrei fließt höchstens Thermalwasser in St. Jakob und jedenfalls gar nichts, was irgendwie nach Geld ausschaut. Speicherteich? Njet. Golzentipp? Njet. Erlebnisbad Matrei? Noch einmal Njet!

Ein Halloween-Blutbad? Mitnichten. Aber doch irgendwie gespenstisch. Föger hat etwas vom Tisch gewischt, was dort noch gar nicht lag. Es wurde nämlich noch gar kein Antrag eingereicht, die Absage erfolgte sozusagen vorauseilend. Fragt's mich lieber gar nicht. Und so geistert auch Andreas Kölls Replik auf Fögers Zuruf seltsam blutleer durch die Kleine Zeitung. Es ist Halloween in Osttirols Tourismus.

Der oberste Tourismusbeamte regt übrigens in seinem Schreiben an, „die gegenständliche Thematik unmittelbar nach den Verbandswahlen in den neu besetzten Gremien zu aktualisieren“. Vor der Neubesetzung kommen aber bekanntlich die Neuwahlen. Ob dort die Köpfe rollen, darf bezweifelt werden. Viel eher wird der alte Geist auch in den nächsten Jahren munter weiterspuken.

Foegers_Absage als PDF zum Download!

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5 Postings bisher
fb vor 5 Jahren

Es bleibt nur zu appellieren, dass jeder Stimmberechtigte die Möglichkeit einer GV nutzt. Das sind: sich zu informieren, sich eine Meinung zu bilden auf Grund der Vergangenheit, skeptisch zu sein wenn bis jetzt handelnde Personen ab jetzt Alles besser machen möchten, und vor Allem, Entlastungen nicht pauschal zu geben. Ich hoffe, dass es doch noch Gruppierungen gibt, wo bis dato unbelastete Akteure sich zusammentun. Es muß ein Ende sein mit der Befangenheit des sich gegenseitig etwas Schuldens, damit der TVBO sich neue Ziele setzen kann.

hoidanoi vor 5 Jahren

@ beobachter 52: Deine Selbsteinschätzung scheint zuzutreffen. Wobei Ahnungslosigkeit nichts ist, was sich auf den touristischen Laien beschränkt, sondern sich besonders unter TVB-Funktionären großer Beliebtheit erfreut. . Die Weiterleitung Fögers Briefs an den Medien dürfte übrigens auf dem höchst exklusiven Tauern-Kanal des Verlautbarungslakaien vom Dienst erfolgt sein. Was dabei auffällt: Günther Hatz dürfte den Brief wohl nicht gelesen haben, sondern einfachkeitshalber lieber die höchst freie Interpretation seines bevorzugten Einflüsterers übernommen haben. Die Pseudo-Information gerade durch den Obmann-Stellvertreter hat einen erheblichen Anteil daran, dass das Bild des Verbands ein Desaströses ist. . Föger tut das, was Du kritisierst, auf dem Boden des Tiroler Tourismusgesetzes. Ein Gesetz, an das sich sinngemäß Vorstand und Aufsichtsrat des TVB nie gehalten haben. Selbst die Formvorschriften waren schon zuviel. Als Erinnerung soll dienen, dass dieses Jahr erstmals, so wie im Gesetz vorgeschrieben, das Budget bis zum 15. November zur Beschlussfassung vorliegen soll. In den vergangenen Jahren war schon das zuviel für die Funktionäre. . Die Liste der Fehlleistungen ist so lang, dass die von Dir monierte Kindermädchen Funktion des Beamten Föger in einen Full-Time-Job, eine Super-Nanny-für-Osttiroler-Want-To-Be-Funktionäre ausarten müsste. Föger den Schwarzen Peter für das gezeigte Unvermögen der hiesigen Verantwortlichen anzuhängen, würde einmal mehr bedeuten, dass Osttiroler sich nicht für ihr eigenes Handeln verantwortlich fühlen müssten und jemand anderer, jemand von Aussen, sie retten, erlösen und entschulden muss. Wenn Du Dir die Szene ansiehst, in der Werner Frömel in tiefer Dankbarkeit den Kotau vor Gerhard Föger bei der letzten Vollversammlung übte, dann lässt dieses Bild tief blicken. . Dass die Verantwortungs-Ablehner wieder in die Funktionen drängen, beängstigt. Dieser Akt sagt viel über ihren Mangel an Reflektion, an Wissen, an Lernvermögen, an Selbsteinschätzung und an Verantwortungsbewusstsein aus. Du verlangst, dass Föger bei Fehlentwicklungen einschreiten müsste. In diesem Fall müsste er also Verhindern, dass sich die solcherart verdient gemachten Funktionäre um eine weitere Amtszeit bewerben. Und das wäre ein höchst undemokratischer Akt. Insofern liegt dann die Verantwortung dort, wo sie hingehört, in Osttirol selbst. Wollen die Mitglieder, wofür die Alt-Funktionäre stehen? Zwei Listen und keine Wahl? Nicht Pest oder Cholera, nein, gleich Beides?

beobachter52 vor 5 Jahren

Oberster Tourismusbeamter? Gut kenne ich mich im Tourismus nicht aus, muss ich zugeben. Dass aber im Osttiroler Tourismus in den letzten Jahren einige Fehler passiert sind, sieht auch der Laie. Chancen wurden vertan, wenn auch oft gut Arbeit geleistet wurde. Auffallend ist für mich vor allem das Kirchturmdenken ("alle denken nur an sich, nur ich denke an mich")! Besonders negativ fallen mir das die Vertreter der Stadt Lienz auf, für die Osttirol anscheinend nur aus Lienz besteht. Eine komische Rolle spielt für mich aber der Herr Föger, oberster Tourismusbeamter für Tirol! Wenn ich mich recht erinnere, war es das schon, als die Regionalverbände praktisch zum Zusammenschluss gezwungen wurden! Und er war einer der Hauptbetreiber! Dann sollte er in seiner Funktion ja die Entwicklung begleiten und beobachten, bei Fehlern gleich einschreiten .... - alles wozu ein Beamter ja da sein sollte. Plötzlich war er der, der Fehlentwicklungen am heftigsten kritisiert hat! Und nun tritt er als der "Kaiser von Tirol" auf, der vorauseilend mitteilt, was er genehmigen würde und was nicht, wer, wann und in welche Funktionen gewählt werden sollte! Was mich am meisten stört: Der Herr Hofrat macht das nicht Kraft seines Amtes nach dem Gesetz, wenn er einschreiten sollte, sondern über die Presse! Komische Zustände in Ihren Ämtern, Herr Landeshauptmann!

anton2009 vor 5 Jahren

Habe den Brief von Dr. Föger gelesen und komme leider zur Erkenntnis, dass der Vorstand und Aufsichtsrat des TVB nur aus Dilettanten (dilettare = gerne tun, aber nicht wirklich können) also aus Nichtfachleuten besteht, die ihre Hausaufgaben in den vergangenen Jahren nicht machen konnten, weil sie unfähig waren. Wann verlassen diese Sesselkleber endlich die Bühne der Selbstinszenierung! Wir brauchen endlich neue Besen! Ob Kreuzer oder Schett die richtigen sind ist auch nicht sicher! Aber Herr Theuerl wird sich schon jetzt, wie vor vergangenen Wahlen, um Vollmachten bemühen, damit seine Wiederwahl gesichert ist!

hoidanoi vor 5 Jahren

Wiedergänger gibt es einige. Einer glaubt als Gallionsfigur des "Team Osttirol" einen Neuanfang zu symbolisieren, und dient dabei eher zur Abschreckung. Ebenso unvergessen wie die bescheidene Performance von Obmann und Aufsichtsratsvorsitzendem sind die endlosen, fruchtlosen, hoch emotionalen und ziellosen Anküdnigungen eines Funktionärs, der außer viel Tumult kaum konkretes zustande gebracht hat. Dass es dem Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit nicht gelang seinen Pflichten nach zu kommen, kann viele Gründe haben. Befähigung, Gesetzeskenntnis, Ambition, Seilschaften, Quid-pro-Quo Spiele, Orientierungslosigkeit. . Föger zählt in seinem Schreiben so einiges auf. Das von ihm gezeichnete Bild gibt wieder, was aus der Ferne nur vermtuet werden konnte, fand doch Mitgliederinformation nicht statt. Ein ständiger Pressekonferenz-Hase-und-Igel-Wettlauf von Obmann und seinem Stellvertreter sowie diversen Aufsichtsratsmitgliedern unter anderem im lokalen Sprachrohr des politisch motivierten Obmann-Stellvertreters wurde mit Mitgliederinformation verwechselt. Dabei wurden Zahlen präsentiert, die in sich nicht stimmig waren, wurde weitaus mehr Verwirrung gestiftet. . Um aller Wirrnis noch eine kräftige Portion hinzu zu fügen, peitschte wohl der Obmannstellvertreter seinen selbstgebastelten Bürgermeister- und Wahlwerbegeschenkskorb durch. Die Art der Pressekonferenz, in der er seinen Vorstandskollegen und dem AR-Vorsitzenden zeigte, wo der Bartel den Most herholt, spricht Bände. . Die Reaktionen auf Fögers Schreiben, abgebildet im exklusiv vom Einflüsterer aus dem Hohen Norden abhängigen Kleinformat, legen nahe, AR-Vorsitzender und Obmann-Stellvertreter haben Fögers Schreiben entweder nicht gelesen oder aber ihnen verschließt sich das darin geschilderte. . Föger legt im Ürbigen kein Veto ein. Er sagt nur, dass er dies im Antragsfall tun müsste. Derzeit könne die Tourismusabteilung nicht zustimmen. Nicht bei der Gemengelage. Nicht bei der mangelhfaten Begründung der Vorhaben. Bei einem Finanzierungsrahmen, der keine Spielräume zu lässt. Bei einem Verband, der aufgrund der Politik der Vergangenheit gerade erst angefangen hat, sich finanziell zu erholen. . Weitaus explosiver ist, dass Föger klar stellt, was schon lange zu Recht vermutet wurde: Der TVB weiß nicht im Entferntesten, was sein Ziel ist, was er will und was er wollen soll. Föger stellt dem Verband ein strategisches Armutszeugnis aus. Er zeiht den Obmannstellvertreter - politisch korrekt ausgedrückt - bewusst die Unwahrheit zu sagen, wenn der Tauernprinz behauptet, dass ja doch Alles genauso vom Land gewollt worden sei. . Was passiert, wenn Zombies zum Ball gehen? Sie tanzen, bis die Fetzen fliegen. Der TVB-Halloween-Veitstanz hat gerade erst angefangen. . Ausnahmslos alle jetzt involvierten Funktionäre täten gut daran, sich nicht wieder um ein Mandat zu bemühen. Kämen sie wieder, wären sie Wiedergänger, die keine Veränderung ermöglichten.