Bundesheer: Die Dolomitenstadt stimmt ab!

Machen Sie mit bei unserem Voting über die Zukunft des Heeres.

Maschinengewehr-Trupp des österreichischen Bundesheeres während einer Scharfschuss-Übung am Karnischen Kamm nahe Kartitsch. Foto: Expa/Feichter

In weniger als 14 Tagen stimmt Österreichs Bevölkerung über eine tragende Institution des Landes ab: das Bundesheer. Bleibt es, was es ist, samt Wehrpflicht und Zivildienst, oder wird es in eine Berufsarmee umgebaut?

Über diese Frage sind sich nicht nur die Regierungsparteien uneinig. Quer durch alle Gesellschaftsschichten spaltet die Grundsatzdiskussion manche Stammtischrunde. Weil Dolomitenstadtler tendenziell neugierig sind und Lienz gleich zwei Bundesheer-Kasernen beherbergt, möchten wir ein wenig „Trendforschung“ betreiben und stellen schon heute exakt jene beiden Fragen, die am 20. Jänner in der Wahlzelle zu beantworten sind.

Machen Sie mit und verraten Sie uns – natürlich anonym – schon heute, wofür Sie sich entscheiden.

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37 Postings bisher
spitzeFeder vor 5 Jahren

Ich stelle mit mindestens ebenso großem Vergnügen wie Herr Pirkner fest, dass diese Diskussion, und vor allem die Art und Weise, wie sie geführt wird, ein wirklich exzellentes Lesevergnügen ist. Ich habe selten eine auf so hohem Niveau geführte Diskussion erfahren dürfen wie hier zu diesem Thema - dafür mein Dank an alle Beitragsschreiber! Vielleicht lernen wir, dieses Niveau und diese Qualität auch in allen anderen Beiträgen beizubehalten.

Ein Beitrag, welcher tatsächlich mein Abstimmungsverhalten beeinflussen wird, sei hier von meiner Seite noch einmal zititert. Zitat domici: " “Jeder junge Mann, der zum Heer geht, lernt etwas fürs Leben und außerdem mit einer Waffe umzugehen und Österreich zu verteidigen!” meinte Vizekanzler Michael Spindelegger. Allein schon wegen dieser Aussage werde ich am 20. hingehen und gegen einen Zwangsdienst stimmen." Zitatende.

Ebenso wie Frau oder Herr domici werde ich am 20. hingehen und gegen diesen Zwangsdienst stimmen. Ich kann es einfach nicht fassen, dass in der heutigen Zeit es für junge Leute erstrebenswert sein soll, den Umgang mit der Waffe zu erlernen, um in letzter Konsequenz damit auf jemanden schießen zu können. Sollten wir stattdessen nicht viel eher versuchen, unsere Kinder und Jugendlichen zu gewaltloser Konfliktbewältigung zu ermutigen und uns bemühen, Ihnen jede Menge sozialer Kompetenz mitzugeben?

fragt sich spitzeFeder

Flori98 vor 5 Jahren

Durch die Reduktion des Grundwehrdienstes auf 6 Monate und das Aussetzen der Truppenübungen ist bei der Rekrutenausbildung folgendes Problem entstanden: Immer dann, wenn eine Einheit bei der Garde wirklich eine Einheit wird, nämlich im fünften, sechsten Monat, wenn sie wirklich ein zusammengeschweißtes Team sind, dann gehen die Rekruten wieder weg und kommen nie wieder. Das Hamsterrad beginnt sich von vorne zu drehen. Damit wird relativ viel investiert, aber der Nutzen ist relativ gering, deshalb bin ich der Meinung: Schaffen wir weniger Einheiten, aber dafür professionelle, wo sich die Leute wieder auf die militärischen Kernaufgaben konzentrieren können. Die Kadersoldaten beherrschen das Handwerkszeug nicht mehr. Das beherrschen sie deshalb nicht mehr, weil sie sich ständig in diesem Hamsterrad der Ausbildung drehen. Leider wurde die Frage über allgemeine Wehrpflicht oder Berufsheer ein Politikum. Zudem gleicht der jetzige Zustand beim Heer einem Dahinvegetieren: es fehlt am Geld für die Ausrüstung.

Dass in Lienz (auch bei Beibehaltung der Wehrpflicht) 2 Kasernen auf Dauer bestehen bleiben, ist völlig illusorisch. Die jetzige Panikmache bei den div. Organisationen, die viele Zivildiener in ihren Reihen haben, ist zwar verständlich, aber völlig unbegründet: Ich glaube, dass bei € 1386,– (14 x im Jahr) mehr Leute dieses Angebot nutzen möchten, als überhaupt angestellt werden können. Dies ist in Deutschland bereits der Fall, und das bei rund 1/3 des Verdienstes, welcher in Österreich vorgesehen ist. Hier gibt es bereits Wartelisten! Im Gegenteil: die Organisationen können sich die geeignetsten Leute aussuchen! Der Katastrophenschutz ist nicht in erster Linie die Aufgabe des Heeres, das Heer kann im Fall von Katastrophen zur Assistenz angefordert werden. Da soll die Unterstützung vor allem im technischen Bereich geleistet werden, und wenn es nötig ist natürlich auch mit Manpower. Dann wird es wohl besser sein, bei solchen Katastropheneinsätzen spezialisierte, gut ausgerüstete Truppen zu entsenden, als zwangsverpflichtete (demotivierte) Jungsoldaten. Es ist unverantwortlich, den Leuten 6 bzw. 9 Monate ihrer Jugend zu stehlen! Das Heer in der jetzigen Form ist nicht mehr zeitgemäß, weil sich die militärischen Feindbilder geändert haben. Und noch eines: Sollte die Volksbefragung dennoch für die allgemeine Wehrpflicht ausgehen, dann aber Wehrpflicht für alle Staatsbürger – männlich wie weiblich. Im Sinne der Gleichbehandlung können auch Frauen Zivildienst leisten!

sonnenstadtler vor 5 Jahren

...@presse: das wären zb. fakten, die schon längst am tisch sein könnten, aber "hausnummern" dazu wird es vll am letzten tag vor der abstimmung - etwas emotionsgeladen von beiden seiten - noch geben, wenn keine diskussion darüber mehr möglich ist; ...so taktiken könnte ich mir gut vorstellen :-(

...@gerhard pirkner: danke für deine rasche rü! ...nur, ich muss mein anliegen nochmal etwas präzisieren; im sinne einer guten vergleichbarkeit zur echten volksabstimmung, sollte die möglichkeit des "weißen stimmzettels" hier ankreuz bar sein; das spiegelt doch die realität dann eher, oder?

...ich meine halt, der "weiß-nicht-wähler" geht vermutlich nicht wählen, das hat man toll im griff mit eurer technik, aber "weiß" wählen hat eine andere zielrichtung, dafür muss man sich als wähler bemühen und den weg zum wahllokal machen... ist in der aussagekraft wahrscheinlich auch nicht viel wirksamer letztendlich, doch in der beurteilung des ergebnisses kann es nicht nur mehr "interesselosigkeit" nennen - was soll frau/mann machen, wenn für sie/ihn die fragestellungen nicht genügend nachvollziehbar aufbereitet wurden? ...ist so mein gedankengang nachvollziehbar? ...wäre direkt neugierig, wer jetzt noch diese "protest-variante" des "weißen stimmzettels" als ventil des unmutes wählen würde ;-))

presse vor 5 Jahren

Was ich nicht verstehe ist, dass über die Kosten gestritten wird. Wenn ich als Verteidigungsminister bei etlichen Fernsehsendungen eingeladen bin und Interviews über Interviews geben muss, dann muss ich mich auch vorbereiten. Das kann meiner Meinung nicht sein, dass hier andere Politiker kommen und behaupten, dass alles zu teuer sei und das man sich ein Berufsheer nicht leisten kann. Geredet wird von Meinungsforschern, die berechnet haben, dass so viele Leute sich entscheiden ein freiwillig soziales Jahr machen und dass sich so viele beim Berufsheer melden. Warum kann der Herr Minister nicht die Fakten berechnen lassen??

Was zahlen dies GWDs an Steuern, wenn sie sich das BH ersparen könnten? Was kostet der Berufssoldat? Wie viele Posten können aufgelöst werden und was kann somit gespart werden? Wie viel weniger Versorgungsmittel werden dann benötigt?

Und, und, und...

Dann kann man sagen, ca. so viel Berufssoldaten können wir uns leisten, so viel kann einem gezahlt werden, der ein freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Normalerweise darf es solch eine Diskussion nie geben, wenn man gut vorbereitet ist.

Gute Vorbereitung ist die Aufgabe jedes Schülers der ein Referat halten muss, jedes Angestellten der in seinem Betrieb eine Präsentation halten muss, jedes Lehrers der unterrichtet.... Aber unsere Politiker anscheinend nicht..

Mit besten Grüßen..

Gerhard Pirkner vor 5 Jahren

Lieber Sonnenstadtler, ich hoffe, die Nichtwählerquote ist am nächsten Sonntag kleiner als hier bei uns :-). Wir haben die Umfrage am Montag - also vor sechs Tagen - freigeschaltet und hatten seither knapp 42.000 Besuche. Bereinigt um die Mehrfachbesuche waren in dieser Zeit laut Google Analytics immerhin noch ca. 15.500 "Unique Users" auf dolomitenstadt.at, also tatsächlich unterschiedliche Besucher. Gevotet haben davon allerdings bis jetzt nur 1.515. Das würde einer Wahlbeteiligung von weniger als 10% entsprechen. Selbst Skeptiker rechnen am 20. Jänner mit weit mehr Wählern. Sehr gerne nehmen wir die Anregung auf, das nächste Mal auch eine "Weiß-Nicht-Variante" anzubieten.

sonnenstadtler vor 5 Jahren

...so toll hier die möglichkeit aufbereitet ist und so sinnvoll auch, - in jedem fall aufwertend für dieses medium, aber ich kann keine der zwei fragen ruhigen gewissens ankreuzen; mit so wenig griffigen fakten will man dies volksbefragung "bindend" halten - weiß hier jemand, wie dann das eine oder das andere konzept umgesetzt wird??? ...ich war noch nie ein ungültig-wähler, aber diesmal scheint es mir die einzige möglichkeit zu sein. ...bitte an das dolomitenstadt-team, diese variante das nächste mal auch einzubauen (die nichtwähler-quote ist ja eh schon statistisch errechenbar; 1500 wähler > zugriffe ... usw.)

karli8 vor 5 Jahren

Hab mir jetzt noch einmal die genauen Fragen durchlesen müssen, denn ich bin immer wieder überrascht, dass in Österreich bei höchst unsinnigen Kleinigkeiten sich Befürworter aus dem feministischen Lager für eine Gleichberechtigung oder zeitlich begrenzte Bevorzugung von Frauen einsetzen, aber in dem Fall der Wehrpflich bzw. freiwilliges soziales Jahr oder wie man diesen Dienst auch nennen mag, sich niemand dafür einsetzt, dass wenn, alle die selbe Pflicht erfüllen müssen.

Gerhard Pirkner vor 5 Jahren

Liebe Nanny, geschätzter PdL,

ich darf mir das Vergnügen gönnen, den 30. Kommentar zu diesem Artikel selbst zu verfassen und dafür zu nutzen, euch beiden und all den anderen Postern auf dolomitenstadt.at wieder einmal herzlich zu danken. Es sind eure Beiträge, die unser Medium wertvoll und erfolgreich machen.

Ein Diskurs auf diesem Niveau, mit so viel Wissen, Engagement und auch sprachlicher Qualität, ist mehr als ein Lesevergnügen. Es ist gelebte Demokratie, ermöglicht durch neue, interaktive Medien und eingebracht von engagierten Menschen, die ihre Gedanken und ihr Wissen mit anderen teilen. Nur aus der Diskussion, aus These und Antithese, Rede und Widerrede, entsteht ein Meinungsklima, das Fortschritt zulässt und fördert. Herzlichen Dank dafür im Namen unseres ganzen Redaktionsteams!

Gerhard Pirkner

nanny vor 5 Jahren

Sehr geehrter PdL, eigentlich wollte ich schon nichts mehr sagen, aber mit Ihnen lohnt es sich, etwas "die Klingen zu kreuzen". Vorweg: wie immer die Volksbefragung ausgeht - ok. Und was Dienst mit der Waffe und Demokratiereife angeht - da bin ich so ziemlich bei Ihnen. Auch mit sozialdemokratischen Wurzeln in meiner Familiengeschichte kann ich aufwarten - waren alledings andere und gewichtigere Problemstellungen damals.

Nur 2 Punkte noch: Divergenzen beim Selbstbestimmungsrecht. Es ist ja nur Fiktion, dass wir unser Leben selbstbestimmt leben, das ist immer nur in Teilbereichen möglich, und auch da ist es von vielen Voraussetzungen abhängig, wie selbstbestimmt sie ausfallen.

Und zu meinen Bedenken bzgl. gut bezahltem freiwilligen Sozialdienst: wie werden sich daneben die vielen freiwilligen und unbezahlten Helfer zB beim Roten Kreuz fühlen? Und außerdem würde ich so einen verpflichtenden und nicht freiwilligen sozialen "Schmelztiegel" aller Bevölkerungsschichten, wenn auch nur für relativ kurze Zeit , einschließlich Emigranten, Egomanen, Realitätsfernen usw. für sinnvoll und vielen "die Augen öffnend" ansehen. Und Sie können sicher sein, ich habe mir im Laufe meines Lebens auch einiges an unbezahlter Freiwilligkeit "zugemutet" :-) Gehöre natürlich nicht mehr zu den Jungen .

Aber jetzt mache ich wirklich Schluss und danke Ihnen für Ihren diskussionswürdigen Beitrag.

PdL vor 5 Jahren

Sehr geehrte [@Nanny],

ich bedanke mich für die Blumen und übe mich ein kleinwenig in Humor um meinen Standpunkt vielleicht verständlicher zu machen:

Würden Sie mich mögen, wenn ich Sie dazu verpflichte? Und würden Sie mich noch viel mehr mögen, wenn ich Ihnen bei Nichtmögen Freiheitsentzug androhe?

Wie immer Sie es benennen, „Geschenk“ oder „Solidarität“, es bleibt ein Zwang. Schweifen wir ein wenig in die Etymologie des Wortes Solidarität. In ihm steckt das Wort solid und das steht für fest und echt. Auch Solidarität, sprich Gemeinsinn oder Vaterlandsliebe lässt sich nicht erpressen und ist nur dann echt, wenn es freiwillig geschieht, anderenfalls geht der Schuss aus dem Sturmgewehr nach hinten los.

[] Ad Darabos / Sozialdemokratie: Ich selbst bin kein Politiker und auch kein Sozialdemokrat, habe allerdings großen Respekt vor dieser Bewegung einerseits auf Grund meiner Vorfahren, die aus ärmlichen, aber rechtschaffenen Verhältnissen entstammen und diese Bewegung mit Herzensblut unterstützten und andererseits historisch betrachtet war es ein wichtiger Schritt für die Arbeiterklasse – gerade im Sinne eines Viktor Adlers.

Ich persönlich treffe meine Entscheidungen auf Grund meiner Erfahrungen und Ratio und dann wäge ich ab, mit welcher Parte ich die größte qualitative Schnittmenge habe. Ich richte mich allerdings nicht nach einer Partei.

Wenn man diese Thematik unbedingt politisieren will, dann empfand ich die jahrzehntelangen Verächtlichmachungen, die aus den Lagern der ÖVP und FPÖ kamen, die Zivildiener als Feiglinge, Drückeberger, Vaterlandsverräter und Weichlinge diffamierten, weitaus beschämender. Erzürnt darüber, schlug ich schon derartig politischen Hooligans vor, sie mögen sich im Falle von Pflegebedürftigkeit standrechtlich erschießen lassen, aber bitte nicht von Zivildiener unterstützen lassen.

[] Ad Volksentscheide Moment! Ich habe nicht behauptet, dass Volksentscheide für sich allein menschenverachtend seien. Aber ich gestehe ein, dass Sie hier geschickt gekontert haben, Demokratie ist tatsächlich stets eine Mehrheitsentscheidung über eine Minderheit … und diese Mehrheitsentscheidung wird dadurch zumindest juristisch rechtens. Zugegebenermaßen eine Schwachstelle der Demokratie, eine perfekte Demokratie entsteht erst durch perfekte humanistisch aufgeklärte Bürger, … also nie so richtig. Und wenn ich die vielen hanebüchenen Pro-Wehrpflicht-Argumente höre:

+ „Mannwerdung“; + „Disziplinierung“; + „ich habe es auch gemacht, sollen es die anderen auch machen“, oder Eigeninteressen + „Sicherung des Wirtschaftstandortes“ [Gewinn des lokalen Unternehmers] + „billigen Hilfskräften“

… dann, ja dann zweifle ich an der Reife vieler Menschen und sehe eher darin eine weitaus gefährlichere Form von Egoismus.

Man muss hier schon hinsichtlich der Tragweite der Betroffenen unterscheiden und im konkreten Diskussionspunkt ist diese nun einmal ein enormer Einschnitt in das Selbstbestimmungsrecht eines Einzelnen.

Ich glaube, exakt hier liegen unsere Divergenzen begraben – sie erachten die Wehrpflicht unter diesen Umständen als zumutbar, ich nicht.

Viel interessanter, wenn auch nur imaginär möglich, wäre es zu wissen, wie die Entscheidung ausginge, wenn nur die unmittelbar Betroffenen, also jene jungen Männer abstimmen würden, denen dieser Dienst unmittelbar bevorsteht.

Denn wie bereits erwähnt, anderen etwas zuzumuten ist viel einfacher, als es sich selbst.

Schade, dass ich Sie dahingehend nicht überzeugen konnte, ich bedanke mich aber für die interessante Diskussion.

anton2009 vor 5 Jahren

Nach meiner Bundesheererfahrung, die 40 Jahre zurück liegt, kann ich nur zur Abschaffung der Wehrpflicht raten! Beschimpfungen, Schikanen und Psychoterroer standen an der Tagesordnung durch die Ausbildner und Vorgesetzten. Endlich habe ich die Chance mich gegen die Wehrpflicht zu entscheiden! (Zivildienst gab es zu meiner Zeit nicht!). Vielleicht können sich dann die Berufssoldaten gegenseitig schikanieren! Viel Spaß!

domici vor 5 Jahren

@nanny

wenn wir schon beim zitieren sind:

"Jeder junge Mann, der zum Heer geht, lernt etwas fürs Leben und außerdem mit einer Waffe umzugehen und Österreich zu verteidigen!"

meinte Vizekanzler Michael Spindelegger. Allein schon wegen dieser Aussage werde ich am 20. hingehen und gegen einen Zwangsdienst stimmen.

Eine Frage habe ich allerdings noch. Warum setzt die Kirche kein Zeichen? Wäre es nicht christlicher die Gläubigen gegen Waffen einzustimmen als zu schweigen?

nanny vor 5 Jahren

@ PdL Wieder gut formulierter und durchgestylter Beitrag. Trotzdem habe ich Einwände. Wobei ich vor allem für einen verpflichtenden Sozialdienst (Zivildienst) bin.

Dazu Argumente (Zitate): - Entsolidarisierung der Gesellschaftt bedeutet es, wenn ich Zeit, die ich für die Allgemeinheit hergebe, als Raub empfinde. Nur mehr Spaßgesellschaft? - Zivildienst war schon oft Berufsfindungshilfe (auch für diejenigen, die bei Antritt des Zivildienstes gar nicht daran gedacht haben) - und sehr interessant finde ich auch den 100%igen Meinungsschwenk von BM Darabos. Ein paar ursprüngliche Zitate: "was allerdings das Budget bei weitem nicht abdecken könnte wäre ein Berufsheer. Das wäre prinzipiell nicht realisierbar" "für mich ist die Wehrpflicht in Stein gemeißelt. Mit mir als Verteidigungsminister wird es kein Ende der Wehrpflicht geben". - dazu noch BPräs. Fischer: "vor einem Jahr war die allgemeine Wehrpflicht noch in Stein gemeißelt. Ein Stein besteht doch nicht aus Butter." Es gäbe noch viele viele weitere interessante Meinungen. Aber einmal muss ja Schluss sein :-)

Und ihr Kommentar, dass Volksentscheide menschenverachtend sind - jede demokratische Entscheidung berücksichtigt nicht die Meinung aller, geht ja nicht. Ihrer Meinung nach ist es also menschenverachtend, weil dann eine Mehrheit über eine Minderheit "drüberfährt"? Wie soll das anders funktionieren in einer Massengesellschaft?

PdL vor 5 Jahren

Sehr geehrte [@Nanny],

nein, es ist NICHT falsch, Zeit (oder auch Geld | Anm.d.A.) der Allgemeinheit zu SCHENKEN.

Da pflichte ich Ihnen vollkommen bei, aber ich gebe zu bedenken, dass der von Ihnen selbst gewählte Terminus „SCHENKEN“ wohlgemerkt FREIWILLIGKEIT impliziert und bedingt, aber nicht ZWANG.

Wenn ich Sie bspw. ZWINGE unter Androhung von Gewalt und / oder Freiheitsentzug mir Geld zu SCHENKEN, dann wird dies umgangssprachlich RAUB genannt.

[Stichwort: Desertion § 8 MilStG, Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten |oder Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen]

Im konkreten Fall wird eben nicht nur Zeit, sondern auch Geld, welches eben in diesem Zeitrahmen effizienter erwirtschaftet werden könnte, von jungen Menschen erpresst - unter mehr als fragwürdigen Argumenten, wie ich dies bereits in meinem ersten Kommentar erläuterte. Ich bitte Sie nochmals den von mir erwähnten makroökonomischen Effekt zu berücksichtigen und ins Kalkül zu ziehen.

Wie immer auch die Volksbefragung entschieden wird, für mich gilt sie nicht als „Wahrheitsfindung“ per se, denn - mit Verlaub - dieser Umstand ist nach meinen persönlichen Moralvorstellungen unerträglich und menschenverachtend. Es ist mir schlicht zuwider, zu wissen, dass es Menschen gibt, die ernsthaft glauben, sie hätten das Recht ÜBER andere Menschen zu entscheiden.

Letzteres ist für mich der Hauptgrund für ein Berufsheer zu stimmen, auch wenn er sich nicht in Geldeinheiten bemessen lässt.

Weibsteufl vor 5 Jahren

Wenn ich meinen Mann frage wie ihm der Grundwehrdienst in Erinnerung geblieben ist: Offiziere, die um 10 Uhr schon das erste, billige Bier in der Kantine trinken, Schikanen an Grundwehrdienern, Warten bis das Ende da ist, .... in Summe keine einzige positive Meldung.

Und die 1 MIo-Euro-Frage: Würdest du in den Krieg ziehen? Nein, nie!!!!!

In Israel gibt es eine Wehrpflicht für Männer und Frauen und sogar eine ziemlich lange und gute Ausbildungszeit. Seit sie gegen die Palästinenser kämpfen, verstecken sich Männer wie Frauen aus Israel auf der ganzen Welt nur um nicht eingezogen zu werden.

Bitte liebe Politiker, die ihr so in Sorge seid um eure Felle, seid sachlich und nicht politisch - wenn rot nein sagt, kontert schwarz mit ja. So lächerlich!!!! Ein Berufheer, das weiß was es tut und parallel dazu für Mädchen und Jungen ein Sozialjahr.Und die sogenannten "Untauglchen" haben endlich auch die Möglichkeit ihren Teil zum Sozialstaat Österreich beizutragen und müssen nicht Allergien und div. Blödsinnigkeiten vortäuschen.

nanny vor 5 Jahren

@ PdL Ein gut geschriebener Beitrag, aber: - wie weit geht das Selbstbestimmungsrecht wirklich? Ist es nicht Illusion? Hat man nicht nur einfach Glück, wenn keine Krankheit, soziale und andere Behinderung im eigenen Leben bestimmend wird? - ist es wirklich so falsch, Zeit der Allgemeinheit zu schenken, und nicht nur an die eigene Karriere zu denken? - mir persönlich wäre ein verpflichtendes Sozialjahr lieber als jede Form von Heer - aber soweit ist die Entwicklung der Menschheit offensichtlich noch nicht, dass das Wort "Militär" nur ein Relikt aus der Vergangenheit wird. Und persönlich "auszuweichen" ist durch die Möglichkeit des Zivildienstes ja gegeben.

Und ganz konkret zu den Wahlmöglichkeiten: Berufsheer und bezahltes freiwilliges Sozialjahr kommen mit Sicherheit teurer als das derzeitige, allerdings endlich zu reformierende (und damit sich weiter verbilligendes und den geänderten Anforderungen entsprechendes) Wehrdienstsystem. Außerdem bin ich etwas skeptisch, wer sich für ein Berufsheer melden würde. Und diese Berufssoldaten altern ja und werden nicht jedes Jahr durch Jugend ersetzt. Wie geht das dann weiter? Aber warten wir einmal ab, was sich am 20. ergibt..

PdL vor 5 Jahren

Ehrlich gesagt, bin ich erstaunt bis schockiert darüber, mit welcher Selbstverständlichkeit viele Menschen glauben, sie hätten das Recht in das Selbstbestimmungsrecht eines Menschen einzugreifen.

Haben diese Menschen jeweils in ihrem Leben ernsthaft über die Würde des Menschen nachgedacht? Ich glaube nicht.

Aber selbst wenn man die offensichtliche Unnotwendigkeit der Menschenwürde beiseite lässt und lediglich logistische bis pekuniäre Fakten berücksichtigt, so kommt man unweigerlich zu der Conclusio, dass die Wehrpflicht mehr als obsolet ist.

Ich kenne kein Unternehmen in der Privatwirtschaft, welches für eine solche kurze Zeit einen solchen Aufwand betreibt um eine Unzahl von Menschen für einen derart kurzen Zeitrahmen auszubilden, um sie dann sofort wieder zu entlassen. Eine Firma müsste Konkurs anmelden, bei derart vielen Leerläufen, trotz des Hungerlohns, der ausgezahlt wird. Allein der Wegfall der Kosten der Logistik der jährlichen Rekrutierung bedingt durch die enorme Fluktuation öffnet finanzielle Spielräume respektive setzt Personal für sinnvollere Aufgaben frei.

Für die Wehrpflicht zu stimmen mit dem Argument Arbeitsplätze in Lienz zu sichern, ist schlichtweg erbärmlich und unglaublich unsozial. Auf der einen Seite junge Menschen um ein halbes Jahr ihrer Zeit zu berauben, die sie sinnvoller und effizienter in ihrem Studium oder in ihrem erlernten Beruf ausüben können, um die Gewinne von Lienzer Unternehmer zu erhöhen ist unglaublich dreist und wird mit dem Verweis auf Landesverteidigung nur mehr verlogener.

Volkswirtschaftlich betrachtet: Fast die Hälfte aller Österreicher beginnen ein halbes Jahr früher ihr Berufsleben, erwirtschaften effizienter und wohlgemerkt selbst (!) ihren Lebensunterhalt, zahlen Sozialversicherung und Lohnsteuer, Pensionsbeitrag etc. und stellen plötzlich eine enorme Kaufkraft dar – und auch hier werden Arbeitsplätze im Rahmen der Umwegrentabilität erschaffen. Von der anderen Seite betrachtet, das Pensionseintrittsalter lässt sich nicht endlich erhöhen, da wirkt die Biologie sprich Gesundheit mit ein.

Die Wichtigkeit den Umgang einer Waffe zu erlernen, wie dies gestern der Christ (?) Spindlegger verkündete, ist meines Erachtens ganz bestimmt nicht gegeben. Oder wie ein Vorkommentator meinte, man müsse mit dem Gesicht im Schlamm gelegen sein, um über den Wehrpflicht reden zu können – mit Verlaub, das ist ein prähistorisches Machogetue.

Ich würde mich für die jungen Menschen freuen, wenn ihnen dieser Zwangsdienst hinkünftig erspart bleibt und ihre Kräfte in das Studium oder ihren erlernten Beruf konzentrieren können, dort sind sie besser aufgehoben.

le corbusier vor 5 Jahren

@domici

nein haben sie leider nicht und das wird sich in zukunft auch nicht bessern. bin genau nannys meinung.

domici vor 5 Jahren

das argument "disziplin lernen" mit all dessen facetten wie grüßen, höflichkeit, pünktlichkeit am arbeitsplatz, hilfsbereitschaft, etc zählt für mich nicht; denn: wenn ein bursche diese fähigkeiten mit dem 19. lebensjahr noch nicht besitzt müssen wir nach der abschaffung der wehrpflicht auch noch wo anders ansetzen: nämlich im der bildung..

wobei ich denke dass die meisten jugendlichen mit 19 schon eine ganz brauchbare disziplin besitzen ;-)

nanny vor 5 Jahren

@ Winston Das ist richtig mit der nicht verankerten Gebärpflicht - auch für Frauen - in der Verfassung :-)

Wenns nach meiner eigentlichen Meinung ginge wäre ich für ein verpflichtendes Sozialjahr (oder meinetwegen halbes Jahr) für alle, also Frauen und Männer, im Alter von ca. 19 Jahren (wenn triftige berufliche/schulische Gründe vorhanden auch etwas früher oder später) in Form eines Zivildienstes mit Wahlmöglichkeit (zB Haushaltshilfe, Pflegediensthilfe, Behinderten-Hilfe, Rot-Kreuz-Hilfe usw.). Es wäre nämlich wichtig, dass alle die "Lebensrealität" kennen lernen, dabei auch etwas Disziplin lernen müssen (man muss ja solche Dienste pünktlich antreten, engagiert mitarbeiten - nicht für alle Jugendlichen selbstverständlich) oder eben einen Wehrdienst absolvieren. Wenn Frauen lieber den Wehrdienst wählen - ok. Dass beim derzeitigen Bundesheer großer Reformbedarf besteht - das bestreitet ja niemand

Aber alles nur freiwillig? Da habe ich meine Zweifel ....

Winston vor 5 Jahren

@nanny

mir ist nicht bekannt das man irgendwo in der Verfassung eine "Gebärungspflicht" finden kann?

Hingegen ist nachzulesen (Artikel 9a BV-G):

(3) Jeder männliche Staatsbürger ist wehrpflichtig. Staatsbürgerinnen können freiwilligig Dienst im Bundesheer als Soldatinnen leisten und haben das Recht, diesen Dienst zu beenden. (4) Wer die Erfüllung der Wehrpflicht aus Gewissensgründen verweigert und hiervon befreit wird, hat die Pflicht, einen Ersatzdienst (Zivildienst) zu leisten.

nanny vor 5 Jahren

@ realist und pflanzerl Bin vollkommen eurer Meinung: Gleichberechtigung total ist gefragt - also auf liebe Männer und Kinder gebären!

realist vor 5 Jahren

@nasowas Schon seit 1995 ist Österreich im Programm "Partnerschaft für den Frieden" sehr eng mit der NATO verbunden! Diese PfP wurde unter dem damaligen Minister Mock (VP) mitinitiiert! http://de.wikipedia.org/wiki/Partnerschaft_f%C3%BCr_den_Frieden

@griasenk In meiner aktiven Zeit (mehr als 20 Jahre her) gabs auch ganz kuriose Befreiungen: Best of: Helmbefreiung (und täglich mit dem Motorrad in die Kaserne *gg*) Hosenabschlussgummibefreiung (wegen anscheinender Krampfadern *gg*) Tragebefreiung (als damaliger aktiver Spieler in der Eishockeybundesliga *gg*) usw, ...

@pflanzerl Gebe dir vollkommen Recht - warum nur Männer! Der Gleichheitsgrundsatz zählt in diesem Falle wohl nicht mehr! Wenns ums Eingemachte geht hört die Emanzipation auf einmal auf!

nasowas vor 5 Jahren

Wie schaut´s aus, ist der nächste Schritt nach dem Berufsheer dann eigentlich der NATO-Beitritt?

griasenk vor 5 Jahren

Generell freute es mich das sich anscheinend einige Mitbürger auch Gedanken um diese Sache machen. In meinem Beitrag vorhin hatte ich immer von Rekruten gesprochen, meinte aber natürlich auch Rekrutinnen, verzeihen Sie mir meinen Damen. Meine Genderausbildung liegt schon etwas zurück.

@Pflanzerl: Ich bin voll und ganz Ihrer Meinung und dachte eigentlich, daß ich das in meinem vorherigen Beitrag auch zu Ausdruck gebracht habe. Man muss das Angebot des BH´s attraktiver gestalten. Man sollte jungen Menschen eine Zukunft bieten können. Man sollte Ausbildungen, Weiterbildungen, Berufe bis hin zum Studium alles ermöglichen. Auch viele Spitzensportler sind Zeitsoldaten beim Heer. Natürlich müssten die Möglichkeiten genau ausgelotet und verifiziert werden. @presse: Sie haben vollkommen recht mit Ihren Aussagen. Als ich beim Heer als Ausbilder tätig war, gab es auch immer wieder irgendwelche Sparmaßnahmen wie beim Verteidigungschiessen 2 Schuß K-Munition pro Soldat. Ganz schlimm wurde die Situation dann als man vom System A-, bzw B-tauglich abkam, und jeder Rekrut dann einen rosa Schein hatte, auf dem von Arzt die diversen Einschränkungen eingetragen waren. Dies äußerte sich dann so, daß ich als Gruppenkommandat und Ausbilder 8 Mann in meiner Gruppe hatte. Das wäre ja nicht schlecht und eigentlich auch so vorgesehen, aber wenn dann von diesen acht Personen nur 3 aktiv and der Ausbildung (Bewegungsarten) mitmachen dürfen und der Rest dieser Gruppe dabei ein Ersatzprogramm wie Sichern der Bewegung udgl. ausführen muss, da auf ihrem rosa Schein die Einschränkung "befreit von Bewegungsarten" steht. Die 4 "aktiven" Rekruten kamen sich da natürlich schon etwas komisch vor. Aber auch für mich war diese Situation ausgeprochen unbefriedigend. Ich will hier keinem der Rekruten zu nahe treten und meiner Meinung nach entsteht das Problem an Stellen auf die wir so keinen Einfluss haben.

In diesem Sinne freut es mich über jeden Mensch ob Mann oder Frau der zur Abstimmung geht und dieses Recht, unabhängig was die Person ankreuzt, wahrnimmt.

in diesem Sinne griasenk

Pflanzerl vor 5 Jahren

Was mir bei der ganzen Diskussion fehlt ist der Aspekt, dass auch der Staat oder "die Gesellschaft" nicht ohne zwingenden Grund massiv in die Grundrechte seiner Bürger eingreifen darf - und genau das stellt eine Wehrpflicht oder der verpflichtende Zivildienst dar. Die Zeiten der äusseren Bedrohung sind vorbei, verbleibende Aufgaben sind bei einem Berufsheer wahrscheinlich sinnvoller aufgehoben. Probleme bei der Krankenversorgung oder ggf. beim Pflegedienst können doch nicht dafür herhalten, dass man junge Männer zwangsweise verpflichtet. Wenn es nicht genug Bewerber geben sollte, dann muss das Angebot eben attraktiver gestaltet werden. Da es z.B. in Deutschland mehr Bewerber als Stellen im neuen Bundesfreiwilligendienst gibt, scheint auch ohne Wehrpflicht möglich zu sein genügend Unterstützer für das Sozialwesen zu finden - hier doch sicher auch! Diese dürften dann auch noch höher motiviert sein als Zwangsverfplichtete. Und warum eigentlich nur die Männer? In Zeiten in denen Männer trotz geringerer Lebenserwartung gleiche Beiträge für Rentenversicherungen zahlen müssen (Stichwort Unisex-Tarife) ist es nicht mehr einzusehen, dass nur die Männer eine Zwangsverpflichtung treffen soll. Alle oder Keiner - wobei in diesem Jahrhundert "Keiner" sicher die sinnvollere Variante ist.

presse vor 5 Jahren

@griasenk 60% aller Gwd's sind aber Systemerhalter. Natürlich gib es auch tolle Erfahrungen beim BH. Das sollten jedoch alle genießen. Ich bei meiner Grundausbildung hatte nie einen Alarm und darauffolgende Nachtübung und habe 1x scharf geschossen. Von den 4 Wochen Grundausbildung waren die 1 woche administrative Sachen, 2 wochen gefechtsdienst, waffenhanhabung usw. und die letzte woche wurde exerziert damit man bei der Angelobung eine gute Figur macht. Das war alles was wir gelernt haben. Ich beneide jeden der eine tolle Jagdausbildung genossen hat, in den Bergen unterwegs war, dort übernachtet hat und geklettert ist. Doch leider können das nur sehr wenige.

griasenk vor 5 Jahren

Ja leider stehen wir schon wieder vor einen riesengroßen Scherbenhaufen. Und nun soll das Volk darüber abstimmen, ob die Wehrpflicht erhalten werden soll oder nicht. Tja die Damen und Herrn Politiker machen es sich wieder leicht. Ich war selber einige Jahre aktiv beim Bundesheer und habe daher auch einiges gesehen und mitbekommen. @presse: Jammern tun immer die sogenannten Systemerhalter (Fahrer, Kanzlei, Küche, usw.). Diese Erfahrung konnte ich in meiner Zeit als Ausbilder beim BH machen. Dies wurde mir auch durch etliche Gespräche mit ehemaligen Rekruten bestätigt, welche ich als Jäger oder Jagdkämpfer ausbilden durfte. Zu dieser Zeit gabe es nur selten Tage in der Kaserne und eine Nachtübung pro Woche war normal. Klar verstehe ich auch Ihre Argumente und ich weiss auch das Sie als Kraftfahrer viel Zeit mit Warterei verbringen mussten was für Sie natürlcih absolut sinnlos war.

Was man nicht vergessen sollte ist die soziale Komponente des BH´s. Menschen verschiedener Sozialschichten müssen zusammen in einem Zimmer leben, gemeinsam eine Ausbildung durchlaufen und vor allem gemeinsame Erfahrungen machen. Sie müssen lernen aufeinander Rücksicht zu nehmen, Meinungen zu vertreten, im Team arbeiten und als Teil einer Gemeinschaft oder eines Ganzen zu funktionieren. Sie lernen sich aufeinander zu verlassen.

Ich finde man sollte die Wehrpflich belassen, den zukünftigen GWD´s bessere Bezahlung zukommen lassen, die Ausrüstung auf aktuellen Stand bringen. Generell ist das Problem der Wehrpflicht, daß jeder einrücken muss und nicht darf. Man sollte den Rekruten/innen eine die Chance bieten, Ausbildungen zu absolvieren sich weiterbilden zu können. Das Heer als Arbeitgeber sollte attraktiver werden. "Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken" ist zwar nur eine Redewendung aber mit einem gewissen Wahrheitsgehalt. Schafft endlich dieses Beamtentum im BH ab. Der tägliche Kampf um Posten in der Truppe bringt nur Unfrieden und Unruhe in die Menschen. Und für mich die schlimmste Sache ist, daß eine ehemaliger Zivildiener nun Verteidigungsminister ist, lächerlich. Nichts gegen die Zivildiener, Respekt vor deren Leistungen, erlebe das immer wieder bei RK. Aber wie kann jemand selber mitreden und vor allem entscheiden der BH nur vom HörenSagen kennt? Meiner Meinung nach kann hier nur einer mitsprechen, der selbst mit dem Gesicht im Schlamm gelegen hat, der die Kälte im Winter und die Hitze im Sommer spürte. Jemand der den Teamgeist einer Gruppe spürte, die Euphorie nach einem Gipfelsieg mit seinen Leuten teilte und wer auch viele, zu diesem Zeitpunkt sinnlose Dinge, mitmachen musste. Der kann mitreden.

In Zeiten des Klimawandels, wo immer mehr Muren, Lawinen und andere Naturereignisse aufkommen, brauchen wir Menschen, die sich für andere einsetzen, helfen und unterstützen, die mit einem herzlichen Händedruck als Danke zufrieden sind (Jause inbegriffen). Alle die das schon einmal miterlebt habe, wissen wovon ich schreibe. In diesem Sinne bitte ich alle die Ähnliches erlebt haben für die Wehrpflicht zu stimmen mit der Option diese auch für junge Menschen attraktiver zu machen.

Es gäb hier noch einiges zu berichten aber fürs erste ist das genug.

Grüße ans JgB24 speziel an LittleTree ;-)

griasenk

defregger vor 5 Jahren

@ presse, kann deinen beitrag nur bestätigen. allerdings habe ich schon vor ca. 40 jahren und noch 9 monate gedient. damals war ich als lkw fahrer beim heer in lienz tätig. außer frühstückstransport von der haspingerk. ind die f.j.kaserne, schotter transporte, rekruten in die hintersten täler zu befördern ( damit sie in 2 tagen über 3 bergzüge wandern(marschieren) müssen, unter unmentschlichen bedingungen nicht zu vergessen. nachtübungen inkl. übernachtung im winter in der lavanter mur, war eine spezialität von dem damaligen oberstleutnant pettauer! unzählige leerläufe, vom nichts tun, bis zum gar nichts tun, war alles dabei. heute frage ich mich: was habe ich 9 monate zur sicherheit österreich beigetragen. meine antwort: NIX!

da sich die sicherheitslage in ganz europa geändert hat, (die immerwährende neutralität, nichteinmischung, sollten nachbarstaaten angeriffen werden,also nur die selbsverteidigung österreichs bleibt) ist wohl handlungsbedarf gegeben und eine größere reform unumgänglich.

oder will das "große" österreich sich in der vernetzten voll digitalisierten welt mit seinen 3 fliegern( diese beschaffungsaffäre muss ja noch aufgklärt werden und das zuviel bezahlte geld,provisionen ect, deckt sicherlich einen teil der zusätzlichen kosten des berufsheeres) weiterhin nur sich selber, aber alle vorzüge der eu ohne einen beitrag zur gesamtsicherung der eu zu leisten, verteidigen.

da aber viele tiroler, ihre erzkonservative haltung nie aufgeben werden, sehe ich ein "ja" für ein pflicht bundesheer, zu meinen beadauern, voraus.

herzlichst ihr df

realist vor 5 Jahren

Korrektur: Meinte natürlich:

......* Abschaffung von Vergünstigungen! Keine Erholungszentren! Keine Offiziersmessen, UO-Messen! Speisesäle sollten reichen!

realist vor 5 Jahren

Ich werde mit Sicherheit zur Abstimmung gehen! Man sollte ja von seinem Recht der Stimmabgabe Gebrauch machen! Leider werden dies nicht alle so sehen und die Wahlbeteiligung wird äußerst gering ausfallen! Die prognostizierten 30% Wahlbeteiligung werden glaube ich nicht erreicht werden!

Meine Entscheidung ist schon gefallen - pro Berufsheer! Sogar in den Reihen der Berufsheergegnerschaft ist bekannt, dass beide Systeme mit ca. € 2 Mrd. finanzierbar sind! Eine effektive und schnell einsatzbereite Profitruppe bietet viel mehr Vorteile als Systemerhalter, die weder in Krisensituationen (in der heutigen Situation kaum vorstellbar) noch bei Katastropheneinsätzen richtig einsetzbar sind. Der 6-monatige Grundwehrdienst (und davon nur wenige Wochen Ausbildung an der Waffe) zeigt, dass die Hauptaufgabe des jetzigen Heeres tatsächlich nicht mehr in der Landesverteidigung sondern in der Erhaltung eines veralteten Systems liegt. Die große Mehrheit der europäischen Staaten hat sich schon vor längerem von diesem System verabschiedet! Sogar der große Nachbar Deutschland (von dem wir ja sonst soviel kopieren) hat sich durch die Aussetzung der Wehrpflicht de facto von Ihr verabschiedet! Beispiele zeigen dass das jetzige System ansich schon zum scheitern verurteilt ist! Wie kann es sonst sein, dass in vielen Kasernen doppelt soviel Kader als Grundwehrdiener vorhanden ist! Meine Wünsche fürs Bundesheer wären: * Berufsheer - gut ausgebildete Profitruppe * Berufssoldaten die aus Überzeugung einen Job versehen und nicht weil sie gezwungen sind! * Profi - Pioniertruppe die in Katastrophenfällen schnell, effizient und mit bestem Gerät eingreifen können! * Veräußerung oder Zuführung zu anderen Verwendungen von überflüssigen Kasernen, BH-Arealen, .... * Zentralisierung (weniger Kasernen (Zusammenlegung) - dadurch auch weniger Verwaltung, ....) * Austritt aus dem Eurofighter-Vertrag (Sollte bei jetzigem Wissensstand möglich sein) - Luftverteidigung lt. Staatsvertrag ist auch ohne Eurofighter möglich! * Abschaffung von Vergünstigungen! Keine Erholungszentren! Keine Offiziersmessen, UO-Messen! Speisesäle, ... * Sport ist sicher etwas Essenzielles - Aber mehrmaliger "Kadersport" in der Dienstzeit auf Kosten des Steuerzahlers sicher nicht notwendig! * Tatsächliche Abschaffung (nicht nur Aussetzung) der Truppenübungen!

to be continued ,......

Mal sehen was bei der Abstimmung rauskommt! Von mir geschätzte Wahlbeteiligung: 25% - Leider

REALIST

holzwurm vor 5 Jahren

Jahrelang hat man das `Haus Bundesheer´ dem Verfall preisgegeben. Das Dach hat Löcher, in den Mauern schwelt der Moder, die Fenster sind zerschlagen. Und jetzt sollen wir Staatsbürger darüber abstimmen, ob das Schlafzimmer tapeziert wird oder in der Garderobe ein neuer Spiegel montiert werden soll. Ich hoffe, dass viele dieses demokratiepolitisch bedenkliche Marionettentheater durschauen und nicht hingehen. Mit mir nicht.

Winston vor 5 Jahren

Es besteht eindeutig zu wenig Information das stimmt. Ein Zivildiener bekommt gleich viel Gehalt wie ein Grundwehrdiener, nur bekommt er je nachdem wo er angestellt ist, sein Essensgeld ausbezahlt oder nicht.

Das wir bereits in weniger als 14 Tagen über so eine grundlegende Frage abstimmen sollen ist ein Witz. Keine Informationen, die eine Seite behauptet das Berufsherr ist teurer, die andere sagt die Wehrpflicht kommt teurer. Aber wir sollens wissen.

Fakt ist, dass was verändert werden muss, so wie es zur Zeit läuft kann es nicht weitergehen. Nur weil es heißt, die 6 (9) Monate haben noch keinem geschadet, kann den jungen Leuten nicht ein halbes Jahr weggenommen werden.

Zwei große Argumente werden am 20. für die Beibehaltung der Wehrpflicht sorgen. Zum einen der Zivlildienst, zum anderen der Katastrophenschutz. Keine Frage der Zivildienst ist ein äußerst erfolgreiches Modell, aber rechtfertigt er die Beibehaltung der Wehrpflicht? Weniger ausschlaggebend ist für mich der Katastrophenschutz des Bundesherres. Warum sollte im Fall einer Katastrophe nicht das gleiche Modell, wie das der Freiwilligen Feuerwehr (ein äußerst erfolreiches Modell) funktionieren.

Einzig fraglich ist für mich das "freiwillige" "soziale" Jahr. Warum sollte jemand der ein "freiwilliges" Jahr absolviert, um einiges mehr verdienen (1400 brutto) als so manche Verkäuferin oder Friseurin. Es gibt sicher auch andere Anreize um genügend Leute für ein soziales Jahr zu finden.

Trotzdem frage ich mich warum das Modell in fast allen EU-Staaten (Deutschland, Italien, ..) funktionieren soll und nur bei uns nicht? Sicher ist aber auch, dass diese Entscheidung nicht innerhalb weniger Wochen, ohne ausreichend Informationen vom Volk getroffen werden kann.

presse vor 5 Jahren

Das keine Information vorhanden ist stimmt. Ein Grundwehrdiener (GWD) bekommt ca 380€, ein Zivildiener das doppelte. Grundsätzlich arbeiten beim Bundesheer GWD's für GWD's. Ist ein GWD krank, wir er von ihnen bekocht, von ihnen geplegt und von ihnen gefahren. Die tollen Momente die einige vom Heer mitnehmen beschränken sich auf vielleicht auf einige wenige. Das soll kein Argument zur Beibehaltung der Wehrpflicht sein. Fakt ist das beim Heer ausgemistet werden muss. Es kann nicht sein, dass es Offiziere gibt die sich am morgen von der Kaserne vom GWD ins alpine Gelände fahren lassen, dort eine Schitour machen und sich am Nachmittag wieder abholen lassen und das ganze basiert unter dem Vorwand "Wegbegehung" bzw. Kontrolle ob die alpinen Wege noch in Ordnung sind. Das ist ja nur ein Beispiel. Aber solche gibt es in Österreich einige hundert. Meine Zeit beim Bundesheer war sinnlos. Ich war selbst Fahrer und habe fast nur für GWD's gearbeitet. Deshalb gehört für mich die Wehrpflicht abgeschafft!

Wolke vor 5 Jahren

Die Abstimmung ist in 14 Tagen, die Information darüber, wie das freiwillige Sozialjahr bezw. das Berufsheer ablaufen soll, ist bis Dato gleich null.

Wie soll man abstimmen, wenn man nicht mal einigermaßen informiert wird?

DerEinsameRechner vor 5 Jahren

Ein Zivildiener bekommt 301€ im Monat plus ein wenig Essensgeld oder andere Spesen... Beim Sozialjahr sollen jetzt plötzlich 1.400€ brutto aufs Konto der Frewilligen fließen. Wo kommt das Geld her???

sonnenstadtler vor 5 Jahren

...derzeit ist es etwas schwer zu erkennen, welche veränderungen ein berufsheer mit sich bringen würde, aber man soll trotz lauter unbekannte dafür sein, meinen die einen; das die wehrpflicht nicht ganz so bleiben wird können weiß auch jeder, aber mehr bekannte sind naturgemäß in der beibehaltung der wehrpflicht zu finden. ...mir kommt vor, dass trotz vieler millionen, die so ein prozedere kosten wird, nicht mehr als ein schlecht deutbares stimmungsbarometer für die großparteien drinnen ist - wäre also günstiger über ein meinungsforschungsinstitut zu bekommen ...ohne dass die parteien ihre inhalte präzisieren kann man kaum für oder gegen etwas sein, die wahlbeteiligung wird dementsprechen ausfallen...