Waldverkäufe brachten Matrei nur 680.000 Euro

24 Hektar Klauswald kaufte um 450.000 Euro der Matreier Bauamtsleiter Alois Wanner.

Gemeinderätin Regina Köll kritisiert, dass der Waldverkauf an den Bauamtsleiter der Gemeinde Matrei eine „schiefe Optik“ hat. Foto: Expa/Groder

Mit 9:8 Stimmen beschloss die Matreier Bürgermeisterliste rund um Andreas Köll in der Gemeinderatssitzung am Freitag, 29. März, den Verkauf mehrerer Waldgrundstücke aus dem Besitz der Gemeinde. Köll hatte im Vorfeld einen Erlös von 850.000 Euro für möglich gehalten. Das Geld wird dringend benötigt, um ein Millionenminus auf den Girokonten der Gemeinde auszugleichen und das Tauernstadion auszufinanzieren, für das noch 750.000 Euro fällig sind.

Allerdings lagen die Gebote für die rund 50 Hektar Wald nach der Angebotseröffnung bei insgesamt nur 680.000 Euro. Für sieben Hektar wurden keine ausreichenden Angebote vorgelegt. 450.000 Euro wurden für das „Filetstück“ geboten, 24 Hektar im Klauswald. Ein Angebot mit „Beigeschmack“, wie die oppositionellen Mandatare der Matreier Liste kritisierten. „Die Angebotseröffnung machen der Finanzverwalter und der Amtsleiter der Gemeinde – und der Angebotsleger ist Alois Wanner, der Bauamtsleiter“, kritisiert Gemeinderätin Regina Köll.

Ein Gutachten sollte bestätigen, dass der gebotene Preis im handelsüblichen Rahmen liegt. „Wobei man hier nicht von einem offiziellen Gutachten sprechen kann. Es ist vielmehr ein ganz gewöhnliches Privatschreiben“, ärgert sich Regina Köll. Datiert sei dieses Schreiben an die Gemeinde Matrei mit 22. März. Es gibt darüber Auskunft, dass der Preis für den Quadratmeter Wald derzeit zwischen 1,5 und 2 Euro liege. Der Gemeindebedienstete Alois Wanner erhielt den Zuschlag im Klauswald für 1,87 Euro pro Quadratmeter. „Was bleibt, ist eine schiefe Optik“, so die Mandatarin.

Die Matreier Vizebürgermeisterin Elisabeth Mattersberger findet die Vorwürfe der Opposition „letztklassig“.

Die Matreier Vizebürgermeisterin Elisabeth Mattersberger bezeichnet diesen unterschwelligen Vorwurf gegen Gemeindebeamte als „letztklassig“ und unterstreicht, dass mit dem Waldverkauf und weiteren 300.000 Euro Immobilienerlös aus dem Verkauf von Medsport-Therapieräumen beim Tauerncenter insgesamt eine Million Euro lukriert wurden, die ausschließlich für die Ausfinanzierung von Grundflächen beim Tauerncenter zweckgewidmet seien. Das Gutachten stamme im übrigen von DI Josef Thaler, dem langjährigen Leiter der Forstinspektion Matrei, der den Wald der Gemeinde „in- und auswendig“ kenne.

Oswald Steiner von der Matreier Liste ärgert sich über einen weiteren Beschluss der Gemeinderatssitzung: „Einerseits brachte der wertvollste Wald 450.000 Euro, andererseits wurden Fahrzeuge für die Gemeinde im Wert von 470.000 Euro geleast. Man hat also unter dem Strich den jahrhundertelang in Gemeindebesitz stehenden Klauswald gegen Autos getauscht. Unfassbar!“ Auch darauf kontert die Vizebürgermeisterin: „Die Fahrzeuge hat nicht die Gemeinde geleast, sondern der Bauhof und der hat einen eigenen Rechnungskreis.“

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12 Postings bisher
blubla vor 5 Jahren

@spitze Feder

du hast absolut recht... aber ist ja nichts neues, dass im Gemeinderat Matrei nicht nachtedacht wird bzw 9 Personen immer die Hand heben, egal ob es falsch oder richtig ist! Traurig aber wahr.. schaltet bitte einmal euer Köpfchen ein... ihr schadet eurer Gemeinde (was euch offentsichtlich völlig egal ist)

spitzeFeder vor 5 Jahren

Man kann es drehen und wenden, wie man will:

• Die Frau VizeBGM impliziert, dass der Matreier Bauhof finanziell völlig losgelöst aus dem Gemeindebudget ist, und dessen Einkäufe bzw. Leasingverträge die Gemeindekasse nichts angehen bzw. nicht belasten. Ist ein interessaner Aspekt, gewiss...

• Der Verkauf von Waldfächen hat offensichtlich nicht die gewünschte Menge an finanziellen Mitteln erbracht, wie im Vorfeld erhofft.

• Summa summarum werden sich die Kontokorrentkredite wohl nicht verringern - zumindest nicht durch die Verblendung "Waldverkauf".

Eigentlich müssten die neun "Aufzeiger" einmal gefragt werden, ob sie wissen, wofür sie die Hand heben. Und in weiterer Folge sollte der Gesetzgeber für die Zukunft eine gewisse Verantwortlichkeit für das Tun der Gemeindepolitiker einfordern.

bergfex vor 5 Jahren

“Die Fahrzeuge hat nicht die Gemeinde geleast, sondern der Bauhof und der hat einen eigenen Rechnungskreis.”...............Gehört der Bauhof nicht der Gemeinde Matrei? Wenn nicht, muss es eine Privatfirma sein. Zahlt die "Firma bauhof" der "Gemeinde" Pacht für die Benützung IHRES Grundes, oder ist das auch Privatgrund.? Also mindestens +/- = 0, wenn nicht noch weniger und die Schulden bleiben gleich ??? Köll verhandelt sicher schon mit H. S. über eine desolate Wohnung ohne Heizung als Notunterkunft.

Ost-Tirolerin vor 5 Jahren

Dass Matrei das Geld ausgeht ist nichts Neues. Im Gegensatz zu Lienz schafft es in der Nationalparkgemeinde die Opposition allerdings diesen Umstand öffentlich zu machen. In Lienz wird ein Rechnungsabschluss in wenigen Minuten beschlossen. Dass der Überschuss lediglich zustande gekommen ist weil viele Projekt nicht umgesetzt wurden (Südtirolerplatz, Skatepark etc.) verkauf die Bürgermeisterin als ob es ein Erfolg wäre. Schlussendlich wird sie uns noch vorspielen, dass das neue Einkaufszentrum vom Volk gefordert wurde und Lienz was bringt. Blanik wurde nicht zur Bürgermeisterin weil sie so gut ist, sondern nur weil ihr gegenüber einfach schlechtes Marketing betreibt.

vordenker vor 5 Jahren

Die Kassa des Kaisers ist leer. Wie in alten Zeiten wird versucht von allen und jedem Geld einzutreiben. Die Geschichte hat allerdings gezeigt, dass ein Alleinherrscher von außen nur über einen Kampf zu entmachten ist. Ein Putsch von innen geht oft wesentlich schneller.

Wie Martin Mayerl sein Unternehmen führt: https://www.dolomitenstadt.at/2013/03/15/der-maschinenring-osttirol-ist-ein-erfolgsmodell/ (ohne Kommentar)

atomsix vor 5 Jahren

Man höre und staune: Zitat E. Mattersberger - “Die Fahrzeuge hat nicht die Gemeinde geleast, sondern der Bauhof und der hat einen eigenen Rechnungskreis.”

Ach ja, und der Bauhof gehört wohl nicht zur Gemeinde - folglich geht der Bauhof die Vizebürgermeisterin wohl auch nichts an, weil die gehört ja zur Gemeinde, oder wie jetzt?

Und zu welchem Rechnungskreis gehören dann die 50 ha Wald die verscherbelt werden? 1. Man kann es drehen wie man will, aber der notgedrungene Verkauf von 50 ha Wald hat für eine Gemeinde immer eine schiefe Optik. Für Grundbesitzer ist dies fast generell das letzte Mittel, um nicht vor dem Konkursrichter zu landen. 2. Mindestens genauso schief ist die Optik, wenn das beste Stück davon an den Bauamtsleiter der Gemeinde geht.

blubla vor 5 Jahren

@dacapo

toller link! ;)

http://www.dietiwag.org/phorum_2/read.php?f=2&i=157894&t=157894

Waldkauz vor 5 Jahren

Ein weiteres Beispiel für den "behutsamen" Umgang mit Gemeindevermögen, ist der Verkauf von ca 1 ha Wald an die Felbertauernstrassen AG. Die Gesellschaft tritt an die Gemeinde heran ,mit der Bitte, eine Deponiefläche zu erwerben. Spontan entscheidet der Bürgermeister A.K.diesen Grund in der Nähe des Landegg Parkplatzes um 13000 Euro zu verkaufen. Jeder nur halbwegs kaufmännisch denkender Mensch würde diese Flächen verpachten und laufende Einnahmen lukrieren. Mir ist nicht bekannt ,dass diese Flächen in der gleichen Art und Weise wie, die zuletzt verkauften Gemeindewälder, allen anderen landwirtschaftlichen Betrieben in Matrei Angeboten wurden. Der Ausverkauf Matrei schreitet mit unglaublicher Schnelligkeit voran.

c 716 vor 5 Jahren

Bitte keinen Stress, A.K. hat noch viel vor und bei den letzten Gemeinderatswahlen versprochen. Die Konten werden sich freuen - oder doch nur alles Luftblasen ? Einige Zitate: - die rasche Realisierung einer Talabfahrt zum EUB-Parkplatz (Schultz wird sich freuen wenn das ein Gemeinderat Resinger für ihn macht) - Auffangparkplatz „Nord“ - Ausbau und Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs: Nationalparkbus, Wanderbus, Schi- und Sportbus, Bäderbus, Discobus - Beibehaltung des Schalterpostamtes am Rauterplatz und Neuerrichtung eines Nahversorgers im Ortszentrum - „Komplettierung“ des Tauernstadions mit Leichtathletikanlagen, einem Eislaufplatz - Neubau eines „Matreier Kulturzentrums“ mit Musikpavillon und Probelokalen - Stationierung eines Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF) beim früheren Tourismushaus Huben - Verlegung des Heimatmuseums Matrei in das EG/UG des alten Gerichtsgebäudes – Einrichtung eines Bauernladens mit gastronomischer und kultureller Nutzung, - Errichtung eines gemeindeeigenen Kleinkraftwerkes am „Froßnitzbach“ - Bau einer großräumigen Umfahrung Matrei auf der L24 in Richtung Virgen - Verdoppelung der derzeitigen Winternächtigungen - Ausbau des Wander- und Reitwegenetzes im Naherholungsbereich - Kauf von „Schloss Weißenstein“, öffentliche Zugänglichmachung des Schloßparkes und Errichtung eines Osttiroler Nationalparkerlebniszentrums in Matrei - u.v.m.

Also keine Sorge ums Geld, es ist noch viel zu tun ;-)

Quelle: http://www.gemeinsam-fuer-matrei.at/index.php?option=com_content&view=article&id=61&Itemid=62

dacapo vor 5 Jahren

Da brennt's. Wenn man so ein "Theaterstück" (Wo ist der Hauptdarsteller?) knapp vor Wahlen aufführen muss und weiss, dass alle interessiert zuschauen und beobachten. Errinnert stark an das von Dr. Haider propagierte Kärntner Modell.

Das Matreier Modell wird auch anderswo beschrieben. Siehe: http://www.dietiwag.org/phorum_2/read.php?f=2&i=157894&t=157894

Waldkauz vor 5 Jahren

Offenbar diente der Waldverkauf nur der Ausfinanzierung des Tauernstadions ( zweckgebunden ) und nicht wie in einer sehr kleinen Zeitung kolportiert ,der Reduzierung des haushoch überzogenen Girokontos der Gemeinde Matrei. Angeblich sollen mit diesem Erlös landwirtschaftliche Flächen eines sehr grossen Grundbesitzers in Matrei angekauft werden ,um schon längst fällige Tauschflächen nach Jahren endlich zur Verfügung stellen zu können .Man verkauft also besten Gemeindewald und hat keinen Euro zusätzlich in der Kasse. Gleichzeitig werden Fahrzeuge für 470000 Euro angeschafft .Kein einziger Arbeitsplatz wurde im Stadion geschaffen ,es wird nur eine Infrastruktur subventioniert die der Gemeinde in Zukunft noch sehr viel Geld kosten wird. Hier kann wirklich nicht von einer klugen wirtschaftlichen Vorgangsweise gesprochen werden. Wald verscherbelt, Girokonto bleibt gleich, Schulden werden nicht reduziert , die Aufsichtsbehörde sieht zu und kann nichts dagegen machen.Kein Sanierungskonzept weit und breit!!

Der Wähler hat die Chance diese Zustände bald zu ändern!

Leonhard vor 5 Jahren

War der Bürgermeister diesmal nicht bei der Gemeinderatssitzung, weil hier nur von der Vizebürgermeisterin berichtet wird?

Oder hat er sich im HIntergrund gehalten, weil er mit der ganzen Sache Waldverkäufe sowieso nichts zu tun hat?

Oder hat er ein schelchtes Gewissen, weil er mit dem Bauamtsleiter ...... ?

Oder war er in den letzten Tagen sowieso nur in Innsbruck bei der ÖVP und beim ÖAAB und kann deswegen mit der Ausschreibung, Angebotslegung etc. sowieso nichts zu tun haben?

Fragen über Fragen, die wohl nie geklärt werden ....