Blanik: Wirtschaftsprofi sollte LBB-Aufsichtsrat werden

Pargger-Rücktritt kam zu spät für die heutige Hauptversammlung.

Elisabeth Blanik will nicht Karl Kashofer, sondern einen Fachmann im Aufsichtsrat der Lienzer Bergbahnen. Foto: Martin Lugger

Auf einen heute früh veröffentlichten Bericht auf dolomitenstadt.at antwortete wenige Stunden später die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. Tatsächlich sei gestern im Stadtrat mit den Stimmen der ÖVP-Stadträte die Nominierung von ÖVP-Vizebürgermeister Karl Kashofer als Nachfolger im Aufsichtsrat der Lienzer Bergbahnen beschlossen worden.

„Ich habe mich aber aus zwei Gründen der Stimme enthalten“, erklärt Blanik. Zum einen sei aus ihrer Sicht der Wechsel nicht statutengemäß. „Offenbar liest niemand die Statuten, ein Wechsel im Aufsichtsrat muss vier Wochen vor der Hauptversammlung beantragt werden.“ Das sei nicht geschehen und damit könne man Pargger rein formal gar nicht durch Kashofer ersetzen. „Man kann höchstens darüber reden, ob und wie bei einem Ausscheiden von Meinhard Pargger eine interimistische Übergangslösung gefunden wird.“

Sie sei aber auch grundsätzlich gegen eine rein politische Nachbesetzung des Kontrollgremiums der Lienzer Bergbahnen, unterstreicht die Bürgermeisterin: „Ich hätte lieber einen echten Wirtschaftsprofi ohne parteipolitischen Hintergrund im Aufsichtsrat.“ Sie habe auch schon mit einem geeigneten Kandidaten Sondierungsgespräche geführt, wolle aber keine Namen nennen. Es sei ein fachlicher Hochkaräter der zweifelsfrei nicht der SPÖ nahesteht.

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4 Postings bisher
Bessawissa vor 5 Jahren

Die Forderung nach einem Wirtschaftsprofi richtet sich auch an die SPÖ. Frage: Was ist mit der Wirtschaftskompetenz des Herrn Schatz? Die Konsequenzen in der Causa LBB müssen noch viel umfangreicher sein. Austausch oder Verhinderung e i n e s AR genügen nicht. Hier müssten schon längst weitreichendere Massnahmen gesetzt werden. Solange die einzelnen Aktionärsgruppen ihre eigenen Interessen verfolgen, bleibt alles beim Alten. Einem "Profi" müssen Kompetenzen für die Sanierung der LBB eingeräumt werden. Dann kommt wahrscheinlich etwas Gescheites heraus. Aber so? Darüber sollten die Herren AR schnellstens beraten. Was solls! Ich bin leider kein Profi, sondern ein Lienzer Bürger, der sich im jetzigen Zustand grosse Sorgen um das Unternehmen LBB macht.

Isnogood vor 5 Jahren

ÖVP Erbrecht ? Nix gegen den Kashofer Charly, aber so kanns nicht sein. Dass die LBB dringend wirtschafts Experten brauchen is ausser Zweifel.

fb vor 5 Jahren

Finanzierung Speicherteich/Beschneiung: bedeutet die Zustimmung der AR , welche von der Stadt Lienz gestellt sind auch schon die Zusage, dass die Stadt Lienz dann die Finanzierung mitstemmen wird?

Wie wird finanziert - nimmt die LBB Kredite auf oder wird, wie zumeist in der Vergangenheit, Kapital zugeschossen.

Generell ist zu hinterfragen, wieweit ein AR vom Eigentümervertreter sein Stimmrecht ausübt, sollte da vorher ein Beschluß im Gemeiderat, AR des TVBO gefasst werden? Jetzt stimmt wohl jeder so, wie es den persönlichen oder Parteiinteressen entspricht.

Leider hege ich nur geringe Hoffnung, darauf Antwort von offizieller Seite zuu bekommen.

hoidanoi vor 5 Jahren

Die Geschichte rund um die Lienzer Bergbahn AG wird immer reicher an Absurditäten. Das jüngst gestreute Gerücht rund um die gebeutelten Talbodenaufstiegshilfen stammt ausgerechnet von einem, der es besser wissen müsste. Doch nein, Franz Theurl bedient sich einmal mehr exklusiver, hatzscher Redakteurskunst. Ein Tagesordnungspunkt der anstehenden Aufsichtsratssitzung - Status quo-Bericht – "Speicherteich und Beschneiung Zettersfeld" - lasse ihn "mehr als verwundert" sein. "Es erweckt den Anschein, dass man den Speicherteich gar nicht bauen will." "Steckt da Strategie dahinter, oder sind das schon die Vorbereitungen für die Übergabe an einen Investor?" lässt Franz Theurl von einem ausrichten, der sich selbst um seine Glaubwürdigkeit gebracht hat. - Eine reine Spekulation, die ohne Überprüfung vom Redakteur mit der leichten Feder in die Welt gestreut wird. Dass vor abgeschlossenen Verhandlungen keine Beschlussfassung möglich ist, wird ignoriert. Der Kolporteur hinterfragt auch gar nicht. Er gibt brav wieder, was ihm erzählt wird. Dafür aber gibt er sich wehleidig. Der beschiedene Redakteur beklagt sich in einem früheren Kommentar über die Haltung der Beteiligten - Alpgenossenschaft (im Kampfsprech des Kleinformats: Agrarier), Geschäftsführung LBB und Mehrheitseigentümer (ja welche denn nun) - im Vorfeld von laufenden Verhandlungen: Sie wollten keine Transparenz schaffen. Dann unterstellt er, die oben Genannten hätten nichts aus der "Schlammschlacht" der vergangenen Wochen gelernt. Hier, wie in so vielem mehr, irrt er. Mit der Ausnahme des TVB-Obmanns scheinen die Beteiligten gelernt zu haben. - Das Thema der Strategie ist interessant. Was steckt dahinter, wenn vor Wochen eine Zahl, die die Verhandlungen nachhaltig beschädigen musste, in der Kleinen Zeitung lanciert und von dieser unüberprüft kolportiert wird, ? Was steckt dahinter, wenn der Redakteur, der die Zahl "exklusiv berichtend" trotz Hofstätters Dementi weiter verbreitet? Was steckt dahinter, wenn der Vertreter des zweiten Mehrheitseigentümers als einen Hauptgrund für die Nächtigungseinbußen im Talboden die Preispolitik der LBB nennt? Was steckt dahinter, wenn der TVB-Obmann just vor einer Aufsichtsratsversammlung der LBB das Gerücht streut, der zweite Mehrheitseigentümer führe offensichtlich Verhandlungen mit einem Investor, die Übergabe stehe quasi schon bevor? Ist das etwa Strategie? - Die Frage, "Wer hat's erfunden?" könnte durch die Äußerung des TVB-Obmanns beantwortet worden sein. Doch das ist reine Spekulation. Für Transparenz könnte hier einer sorgen, der selbst Transparenz einfordert. Nur ist von dieser Seite nicht viel zu erwarten. - Blaniks Ruf nach einem Wirtschaftsprofi ehrt sie. Dass sie damit auch zum Ausdruck bringt, Politiker seien als Eigentümervertreter per se ungeeignet, ist nicht gerade finessenreich, wenn auch im aktuellen Fall hinreichend bewiesen. Die Geschichte der LBB-AG zeigt, die bisherigen Akteure, allesamt Eigentümervertreter, haben ihren Teil zum Zustand der Bergbahnen beigetragen. Was den Ruf nach Wirtschaftsprofis nur umso verständlicher macht.