Platter bleibt „gelassen“ und Köll ist dankbar

Innsbrucker Botschaften zu Osttiroler Wahlergebnissen.

Der Ex-Landtagsabgeordnete Andreas Köll (ÖVP) schrieb am „Tag danach“ einen Brief aus Innsbruck an die Osttiroler Medien. Foto: Expa/Groder

Ausgerechnet der sonst fast barocke Worteschmied Andreas Köll, dessen politische Botschaften gewöhnlich in Romanlänge abgefasst sind, fand nach seiner gestrigen Landtagswahl-Niederlage gegen Bauernbund-Mitbewerber Martin Mayerl knappe und wohlgesetzte Worte. „Danke!“ steht über einem Brief (unten zum Download), den der Matreier Bürgermeister heute aus Innsbruck an die Medien in die Heimat schickte und „Liebe Freunde, … demokratische Entscheidungen sind stets zur Kenntnis zu nehmen.“ Köll unterstreicht, dass er in Matrei, wo er Bürgermeister ist, das landesweit zweitbeste ÖVP-Ergebnis einfuhr und will dort weiter für Osttirol arbeiten „wo ich eingesetzt bin bzw. werde“.

Günther Platter (links) und Martin Malaun haben einen Plan. Ob die Farbe Schwarz-Gelb eine Andeutung ist, war nicht zu erfahren. Die ÖVP-Lage in Osttirol nimmt der Landeshauptmann jedenfalls gelassen. Foto: Michael Egger

Zur selben Zeit tat in Innsbruck auch der Landeshauptmann im Zuge einer Pressekonferenz seine Meinung zum Osttiroler Wahlergebnis kund. Platter akzeptiert „gelassen“, dass Andreas Köll nicht mehr in den Landtag gewählt wurde: „Es ist die Entscheidung der Wähler“. Und die hätten in Osttirol zu mehr als 50% ÖVP gewählt, „obwohl die Bezirkshauptstadt von einer roten Bürgermeisterin regiert wird.“ Darauf ist Platter stolz.

Ob die Osttiroler ÖVP nach der Abwahl Kölls und dem erwarteten Rücktritt von Erwin Schiffmann als Bezirksparteiobmann jetzt im Chaos versinke, fragte Dolomitenstadt-Korrespondent Michael Egger den Landeshauptmann. „Ich bin optimistisch, dass weiterhin vernünftige Politik gemacht wird“, erklärte Platter.

Dankesbrief_von_Andreas Koell

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8 Postings bisher
tauernwind vor 5 Jahren

@ menschin: Keine Frage die Wahrheit soll an das Tageslicht kommen und da ist AK (aus meinen Augen) nicht immer so ganz direkt aber andererseits glaube ich auch nicht, daß er das Geld unter seinem Kopfpolster hat oder er sich über Beziehungen persönlich bereichtert a la Swi...k

Zur Opposition bzw. Anderen z.B. den Verkauf des Waldes für Fahrzeuge darzustellen quasi tausche Waldluft gegen Abgas ist Boulevardpresse, denn die Gemeinde hätte die Fahrzeuge in jedem Fall organisieren müssen mit oder ohne Verkauf des Waldes.

Auch ein herzbrechender Nachruf inkl. historischen Saufgelagegeschichten über den Wald oberhalb der Anitafabrik konnten nur von jemandem kommen der seit X Jahren den Wald nicht mehr betreten hat,..... der Wald hatte in den letzten 20 Jahren weder was schönes noch hatte er etwas mit einem Naherholungsgebiet zu tun. Natürlich wäre dort ein schöner Spielplatz mit Jungwald usw. toll, aber wer soll es bezahlen und in Matrei und Umgebung gibt es hunderte schöne Plätze die als Naherholungsgebiet dienen.

Versteh mich aber nicht falsch ich bin kein AK Fan und befürchte auch das der Schuldenberg nachkommende Generationen beschäftigen wird. Aber noch weniger bin ich ein Fan von einer Politik die nur beobachtet, kritisiert und kaum echte Alternativen od. Lösungen bietet.

menschin vor 5 Jahren

@tauernwind: Gerade in der Gemeinde Matrei sind - wie du es nennst - Budgetsezierungen und die bunten Heftchen der Oppostion EXTREM wichtig. Es ist eine Frechheit und schlichtweg gesetzeswidrig wie Bgm. Köll wirtschaftet!! Seine Fehler werden künftige Generationen noch lange ausbaden müssen. Es gibt keinen besseren Termin, als die Finanzmisere Matreis vor der Wahl allen in Erinnerung zu rufen. Sollte dies auf Kosten der Köllschen Vorzugsstimmen gegangen sein, kann ich nur gratulieren! Der Gemeinde Matrei hat man zwar noch keinen direkten Gefallen getan (Köll ist ja nach wie vor als Bgm. für das Budget verantwortlich), jedoch wurden die Osttiroler/-innen zumindest informiert, dass es in Matrei nicht so rosig aussieht, wie Köll es in der Beilage des Osttiroler Boten gerne dargestellt hätte...

tauernwind vor 5 Jahren

@DEMI: die grüne Budgetsezierung war ja in Dolomitenstadt.at und somit für den ganzen Bezirk ersichtlich, aber stimmt schon Hr. Mayerl hat tollen Sieg eingefahren - Gratulation !

Das mit dem Call-Center hab ich noch nie gehört, wie meinst die "die Angerufenen noch mitzahlen", wie soll denn das gehen ???

blubla vor 5 Jahren

Vielleicht habe ich ein wenig übertrieben, aber es gibt sicherlich genug davon. Du hast recht… ich habe ein paar Jahre in Matrei gelebt, deshalb habe ich auch diese Meinung. Ich wünsche Mayerl viel Erfolg und hoffe, dass sich in der Politik endlich was ändert. Liebe Grüße

DEMI vor 5 Jahren

@tauernwind ich frag mich ob du die Wahlergebnisse gelesen hast. Nicht Matrei hat AK abgewählt, sondern der restliche Bezirk . AK fehlen auf Mayerl fast 1800 Vorzugsstimmen, die wären in Matrei alleine wohl nie aufzuholen gewesen. Beschämend finde ich wohl eher den Wahltelefon-terror von AK durch ein Südtiroler Call-center bei dem die Angerufenen noch mitzahlen dürfen.

tauernwind vor 5 Jahren

@blubla: ich habe schon viele deiner Posts gelesen und es ist nicht schwer zu erkennen, daß auch du aus Matrei stammst und wohl einer der 52% munteren Matreier bist.

48% der Matreier als Jasager zu bezeichnen steht aber weder dir noch sonst jemandem zu !!!

Auch ich finde die Politik von AK und Konsorten nicht korrekt wo nur über Seilschaften, Versprechen und Mauscheleien unser Geld vergeben wird – jedoch ist das von der Gemeinde- bis zur Bundespolitik so :-(

Beschämender finde ich aber die Aktionen der Mitstreiter auf Gemeindeebene, kurz vor der Wahl tauchen Budgetsezierungen und bunte Heftchen auf die AK Vorzugsstimmen gekostet haben und evtl. haben sie ihm auch das Mandat gekostet. Haben diese Mitbürger Matrei wirklich einen Gefallen getan oder geht es nur um persönliche Rache?

blubla vor 5 Jahren

Das Vorzugsstimmen Ergebnis aus Matrei wundert mich überhaupt nicht. Es spiegelt genau die Lage in Matrei wieder…. 48 % wählen dort den Köll bedingungslos(sagen ja und amen zu allem). Der Rest mag Ihn nicht sonderlich, also zweifle ich daran, dass er sonderlich geschätzt wird. Dass es ein schwarzer Tag für die Osttiroler Wirtschaft ist stimmt auch nicht… Warum sollten andere Menschen wie z.B. Mayerl weniger Ahnung haben? Er war immerhin schon in der Privatwirtschaft tätig, AK war das nie oder?! In Matrei ist sehr schlecht gewirtschaftet worden, sieht man ja an den Schulden… ! Ich wusste z.B. nicht, dass man Abwanderung durch den Bau eines überdimensionalen Stadions gestoppt werden kann  Man muss Köll zugutehalten, dass er ein sehr guter Stratege und Wahlkämpfer ist… er hat wirklich alle seine Anhänger mobilisiert…, aber er hat auch die Rechnung für seine Politik bekommen. Ich finde es nicht sonderlich positiv, wenn man immer nur vor dem Wahlkampf große Sprüche klopft, Dinge verspricht und auf einmal der perfekte Politiker ist der sich um die Anliegen der Menschen kümmert. Die Umsetzung der Versprechen und die Anliegen der Menschen nach der Wahl sind Nebensache bzw. unwichtig! Osttirol ist gottseidank aufgewacht, Matrei wird das wohl nie..

osttirol20 vor 5 Jahren

ein schwarzer tag für osttirols wirtschaft anscheinend glauben die wähler, dass die abwanderung nur durch den ausbau der lla gestoppt werden kann dennoch gratulation an herrn köll, wenigstens wird er in seiner heimatgemeinde geschätzt, nicht wie ein anderer kandidat im bezirk