Virgen und Prägraten kaufen sich in „ihr“ Kraftwerk ein

Gemeinderäte der Iselgemeinden votierten für eine Kraftwerksbeteiligung.

Am Mittwochabend, 16. Mai, stimmten die Gemeinderäte in Virgen und Prägraten für den Einstieg ihrer Kommunen in die „Wasserkraft Obere Isel GmbH“. Während in Virgen alle 15 Gemeinderäte für die Beteiligung und die damit verbundene Stammeinlage von 50.000 Euro votierten, sah man sieben Kilometer weiter westlich eine Beteiligung wesentlich skeptischer. „Wir verkaufen damit unsere Heimat“, wetterte der ehemalige Bürgermeister und jetzige Gemeinderat, Johann Kratzer.

Gemeinderätin Rita Feldner warnte davor, dass sich die Gemeinde Prägraten mit dem Kraftwerksprojekt finanziell übernimmt.

Ähnlich sah es Gemeinderätin Rita Feldner: „Warum müssen wir eine Villa bauen, wenn uns ein Haus reichen würde?“ Da das Iseltalkraftwerk erst 2042 abgezahlt sein soll, ist ihr das finanzielle Risiko für die Gemeinde zu hoch. „Letztlich wird es so sein, dass wir uns finanziell übernehmen, die Nachbargemeinde Virgen einen Kraftwerksstandort hat und uns weder Anteile, noch der Bach bleiben“, befürchtet Feldner.

Gemeinderat Johann Dorer äußerte ebenfalls Bedenken. „Sonst brauchen wir hier wegen 50 Euro einen Gemeinderatsbeschluss, und plötzlich reden wir von Millionensummen“, so Dorer.

Infra-Geschäftsführer Wolfgang Widmann versuchte die Gemüter zu beruhigen, wurde dabei jedoch selbst einige Male laut. „Für uns ist das Projekt durchaus riskant, während den Gemeinden kein Risiko entsteht“, betonte Widmann. Zudem wären Virgen und Prägraten, sollte die Infra ihre Anteile verkaufen, die ersten Verhandlungspartner.

Infra-Geschäftsführer Wolfgang Widmann betonte mehrfach, dass die Gemeinden kein Risiko eingehen würden. Beim Verkauf aller Anteile bliebe man auf keinen Schulden sitzen.

Unterstützung erhielt Widmann von Vizebürgermeister Anton Hatzer: „Wir müssen uns Gedanken machen, wie es in Prägraten weitergehen soll, und obwohl es für nichts eine absolute Sicherheit gibt, bin ich davon überzeugt, dass das Kraftwerk wirtschaftlich sein wird.“

Nachdem der Gemeinderat von Prägraten mit 8:5 für die Beteiligung an der KW-Gesellschaft stimmte, war Bürgermeister Anton Steiner sichtlich gelöst.

Auf Wunsch von Gemeinderat Dorer wurde mittels Stimmzettel abgestimmt, falls jemand auf der Bürgermeisterliste sich nicht traue, sein Veto offen einzulegen. Am zu erwartenden Ergebnis von 8:5 für eine Beteiligung an der „Wasserkraft Obere Isel GmbH“ änderte das nichts.

Das gleiche Ergebnis, ebenfalls nach geheimer Stimmzettelwahl, gab es in der Frage, nach der Stammeinlage von 50.000 Euro. Nachdem Rita Feldner fragte, woher man das Geld dafür nehme, antwortete Bürgermeister Anton Steiner, dass dafür 25.000 Euro im Ordentlichen Haushalt budgetiert wurden. Die restliche Summe müsse geliehen werden. „Das fängt ja schon gut an“, entgegnete Feldner kopfschüttelnd.

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1 Posting bisher
blubla vor 5 Jahren

Ich verstehe nicht ganz, warum so an diesem Kraftwerk festgehalten wird.... als außenstehende Person bekommt man immer nur mit, dass die Realisierung dieses Projektes sowieso scheitert, da gegen das Natura 2000 Richtlinien verstoßen wird und dadurch höchstens Strafen ausgefasst werden können, sollte die Isel nicht zum Natura Gebiet erklärt werden. Wäre es nicht sinnvoller endlich einmal mit den investieren in dieses Projekt aufzuhören?? Ich bin zwar grundsätzlich nicht gegen Wasserkraftwerke, aber wenn man schon weiß, dass die Erfolgsaussichten für die Umsetzung gering sind würde ich nicht noch mehr Geld in das Projekt investieren!