Debanter protestieren gegen OSG-Wohnsiedlung

Geplantes OSG-Wohnungsprojekt stelle einen Fremdkörper im gewachsenen Ortsbild dar. 

Auf wenig Gegenliebe stoßen bei den Anrainern in Alt-Debant die Pläne der Osttiroler Siedlungsgemeinschaft (OSG), wonach auf dem Areal des alten Gasthauses „Mühle“ ein vierstöckiger Siedlungsbau errichtet werden soll. „Ein solches Projekt würde das bäuerlich gewachsene Ortsbild der Ur-Debant massiv stören“, kritisiert Anrainer Arno Mitterdorfer, der als Sprecher der Interessensgemeinschaft gegen das geplante Projekt auftritt.

Zwar sei man nicht grundsätzlich gegen den Neubau der Wohnungen, allerdings sollten diese dem vorherrschenden Ortsbild angepasst werden. Im Klartext bedeutet das, dass das Gebäude der OSG um einen Stock niedriger, und statt mit einem Flachdach, mit einem Giebeldach versehen sein soll.

So sieht das geplante Projekt der OSG (im roten Kreis) nach ersten Entwürfen aus.

„Bislang gibt es nördlich der Bundesstraße durch die Debant kein einziges Gebäude, das so hoch ist, wie jenes, dass die OSG jetzt geplant hat“, erklärt Mitterdorfer. Damit dies so bleibt, sammelte man bereits 150 Unterschriften. „Wir sind nicht da um etwas zu verhindern, sondern um das Ortsbild zu bewahren“, so der Sprecher der Interessengemeinschaft, der das geplante Projekt als störenden Fremdkörper bezeichnet.

Aufgrund der Bedenken der Anrainer nahm der Gemeinderat den betreffenden Punkt bei seiner Sitzung am Dienstagabend, 11. Juni, kurzfristig von der Tagesordnung. „Aus rein baurechtlicher Sicht ist gegen das Projekt der OSG nichts einzuwenden“, so Bürgermeister Andreas Pfurner. „Wir werden uns aber am Freitag, 14. Juni, noch einmal in einer kleinen Runde zusammensetzen, um eine gemeinschaftlich tragbare Lösung zu finden.“

Neben dem Bürgermeister wird dieser Runde auch Gemeinderat Hubert Stotter, zwei Anrainervertreter und OSG-Geschäftsführer Georg Theurl angehören. Dieser zeigt sich auch durchaus kompromissbereit. „Dem Wunsch nach dem Dach gehen wir bereits nach und ersetzen in unseren Plänen das Flachdach durch ein Walmdach, also ein Satteldach, das nach mehreren Seiten hin abgeflacht ist“, verspricht Theurl.

Im Areal des alten Gasthauses „Mühle“ (graue Fassade), soll zwischen die urigen Häuser der Alt-Debant eine rund 14 Meter hohe, moderne Wohnsiedlung gebaut werden. Foto: Tobias Tschurtschenthaler

Ansonsten sei aber nur mehr wenig Spielraum übrig. „Um die höchstmögliche Förderung zu erzielen, müssen wir bei einer Grundstücksfläche von 1.000 Quadratmetern eine Wohnfläche von 550 Quadratmetern ausweisen“, erklärt Theurl. Daher könne man der Forderung, den oberen Stock wegzulassen, nicht nachkommen.

Dies hänge jedoch weniger mit einer Gewinnoptimierung für die OSG zusammen, sondern liege daran, dass man andernfalls weniger Förderungen erhalte, was wiederum die Preise für die Mieten und den Wohnungskauf massiv nach oben treiben würde.

Insgesamt sollen auf dem 1.700 Quadratmeter großen Grundstück 16 Wohneinheiten in einer Größenordnung zwischen 50 und 90 Quadratmetern entstehen. Das Erdgeschoss soll als Nutzfläche Verwendung finden. „Beispielsweise als Geschäftsstelle der Lebenshilfe“, informiert Theurl.

150 Unterschriften sammelten die Anrainer gegen den Bau der Wohnsiedlung in dieser, für sie, überdimensionierten Form. Dadurch werde die gewachsene, bäuerliche Struktur gestört.
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1 Posting bisher
bergfex vor 4 Jahren

Und der hässliche Fremdkörper, der jetzt da steht ???

Wen genau stört dieser Neubau. Wenn aber wer eine Wohnung braucht, will er sofort eine haben. Privathäuser sind wohl oft schäuslicher gebaut. Soll man vielleicht einen alten Stadel dorthin bauen.