Von Villgraten nach Sappada und retour

Ein Schülercampus als sommerliche Erweiterung des Horizonts.

Josef Lusser (2. v. rechts) und das Organisationsteam des Sommercampus.
Josef Lusser (2. v. rechts) und das Organisationsteam des Sommercampus.

Wie schafft man es, dass Gemeinden und Menschen sich besser kennen lernen und persönliche Kontakte geknüpft werden? „Wir setzen da ganz auf die Jugend und ihre Fähigkeiten, offen auf andere zuzugehen und Sprachhürden mit Schwung zu nehmen“, sagt Bürgermeister Josef Lusser.

Zwei Jahre arbeiteten Lusser und sein Team an der Umsetzung der Idee, einen Sommercampus für Schülerinnen und Schüler der beiden Gemeinden Innervillgraten und Sappada zu realisieren. „Die Zweisprachigkeit in Südtirol ist ein enormer Vorteil für den Wirtschaftsstandort. Wir möchten unserer Jugend das Angebot machen, Sprache praktisch zu üben und vor allem vor Ort mit vielen unterschiedlichen Ansprechpartnern und in unterschiedlichen Situationen“, führt Lusser aus. „Und so bringen wir Bildungsangebot und Lebensqualität in die Gemeinde.“

37 Schülerinnen – zwischen 9 und 13 Jahre alt – fanden sich im Juli in Sappada zusammen, lernten einander kennen und erkundeten die Gegend auf der italienischen Seite des Karnischen Kamms. Im Vorfeld war für den Sommercampus ein Handbuch erarbeitet worden, in dem sich nicht nur die beiden Gemeinden vorstellen, sondern auch Alltagssituationen zweisprachig erarbeitet wurden. Sozusagen ein Hilfsmittel für den Notfall, wenn die Konversation ins Stocken kommt. Diese erste gemeinsame Woche war bereits ein großer Erfolg. Die jungen Innervillgrater wurden von VS Direktorin Katharina Weitlaner und zwei Betreuerinnen begleitet, erlebten italienische Gastfreundschaft und kamen mit vielen positiven Eindrücken wieder nach Hause.

Sie hatten Spaß, haben neue Freunde gefunden und viel gelernt – die SchülerInnen aus Sappada und Innervillgraten.
Sie hatten Spaß, haben neue Freunde gefunden und viel gelernt – die SchülerInnen aus Sappada und Innervillgraten.

Ende August war der Gegenbesuch im Villgratental angesagt. Wandern, Radfahren, die Bezirkshauptstadt besuchen, Handwerkern bei der Arbeit über die Schulter schauen, Knödel kochen und eine zweisprachige Sommerolympiade – das ist nur ein Auszug aus den Campusaktivitäten neben dem Konversationstraining. Am letzten Tag kam auch eine Elterndelegation aus Sappada nach Innervillgraten, um mitzuerleben wie gut sich die Kinder verstehen und verständigen. Lusser: „Der Grundstein für einen aktiven Austausch ist somit gelegt.“

Mitentwickelt und gefördert wurde dieses Interregprojekt durch das Regionsmanagement und den Interreg Rat Dolomiti Live. Dieser verfügt über einen speziellen Fördertopf, der grenzüberschreitende Kleinprojekte von Gemeinden, Vereinen, Schulen etc. unterstützt. „Auch wenn die Förderung solcher Projekte sehr hoch ist, wären die meisten davon ohne das ehrenamtliche Engagement nicht zu realisieren“, ist sich Amtsleiterin Claudia Mair sicher. „Eltern und Vereinsmitglieder haben uns tatkräftig unterstützt, gekocht, organisiert und sich bei der Betreuung eingebracht. Ihnen gebührt ein großes Dankeschön“, so Mair.

Gemeindevertreter, Eltern und die jungen TeilnehmerInnen sind sich einig, dass der Campus zu einer fixen Einrichtung werden soll. Über mögliche Erweiterungen des Campus im kommenden Jahr wird in Innervillgraten bereits nachgedacht. Ein in Sappada realisiertes Video und eine Fotopräsentation mit Impressionen der beiden Campuswochen gibt es am 20. September (Kultursaal Sillian 10:00 – 12:00 Uhr) anlässlich des European Cooperation Day 2013 zu sehen.

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