Felbertauernstraße bekommt neue Trasse

Die Straße wird künftig fix durch das Tauerntal geführt.

Landeshauptmann Günther Platter flankiert von FAG-Vorstand Karl Poppeller (links) und Köll, dem Technischen Direktor der FAG.
Landeshauptmann Günther Platter flankiert von FAG-Vorstand Karl Poppeller (links) und Michael Köll, dem Technischen Leiter der FAG.

Nach einer mit Spannung erwarteten Sitzung der Felbertauernstraße AG am 17. September gab Landeshauptmann Günther Platter persönlich bekannt, wie die Alpenstraße nach dem verheerenden Felssturz vom 14. Mai dauerhaft abgesichert werden soll. Es wird weder einen Wiederaufbau der zerstörten Schildalmgalerie noch einen neuen Tunnel unter der Katastrophenpassage geben, sondern eine komplett neue Streckenführung für diesen Straßenabschnitt.

Im Prinzip ist also die Ersatzstraße, die in den nächsten Wochen auf Hochdruck wintersicher gemacht werden soll, bereits ein Vorgriff auf die Neutrassierung. Sie wird einen ähnlichen Verlauf nehmen,  zunächst relativ flach hinein in das Tauerntal und dann in Kehren hinauf zum Südportal, rund 15 Mio Euro kosten und soll in zweieinhalb Jahren fertig sein. In der Zwischenzeit bleibt die Ersatzstraße als stabiles Provisorium bestehen.

Der Entscheidung waren intensive Beratungen der Eigentümer vorausgegangen und die aufwändigste geologische Untersuchung in der Geschichte des Straßenbaus in Tirol. „Es gibt keinen Stein in den Felsen oberhalb der Schildalmgalerie, der nicht fotografiert und vermessen wurde“, erklärte Landesgeologe Gunther Heissel. Er und seine Kollegen hatten die Entscheidung der Eigentümer maßgeblich beeinflusst. „Bei der Wiederherstellung der Schildalmgalerie wäre immer ein Restrisiko geblieben“, erklärte der Landeshauptmann, „und ein 1,5 Kilometer langer Tunnel hätte zwischen 45 und 55 Mio Euro gekostet, ohne das Problem vollständig zu lösen“. Ein Tunnel braucht Notfallstollen und im Fall eines Unglücks Ersatzwege, die im geologisch schwierigen Gelände auch nicht sicher gewesen wären.

Landesgeologe Gunther Heissel: "Es gibt keinen Stein der nicht fotografiert und vermessen wurde." Fotos: Expa/Groder
Landesgeologe Gunther Heissel: „Es gibt keinen Stein der nicht fotografiert und vermessen wurde.“ Fotos: Expa/Groder

Blieb – zumindest in der offiziellen Darstellung – nur die Neutrassierung der gesamten Straße. Mit einigen Grundeigentümern muss noch verhandelt werden. Die Finanzierung ist bereits geklärt. Insgesamt werden 27 Mio Euro bereit gestellt, mit denen neben der neuen Trasse auch der Bau der Ersatzstraße und die Mautausfälle abgedeckt sein sollten. Zum einen wurde heute eine Kapitalaufstockung um 10 Mio Euro beschlossen, vorwiegend finanziert von Bund und Land, „mit einem bescheidenen Beitrag der Gemeinden “ (Platter). Zum anderen kommen 13,5 Mio aus dem Katastrophenfond, zu 60% vom Bund und zu 40% vom Land finanziert. Weitere 3,5 Mio Euro nimmt die Felbertauernstraße AG an Fremdmitteln auf.

Für die Gesellschaft, die pro Jahr rund 10 Mio Euro an Mauteinnahmen lukriert, ein leistbarer Kredit. „So bleibt auch die Osttirol Investment Gesellschaft handlungsfähig“, unterstrich der Landeshauptmann. Die OIG verwaltet den Überschuss der Straßengesellschaft, so es einen gibt, vergibt günstige Darlehen und beteiligt sich an touristischen Investitionen in Osttirol. FAG- und OIG-Vorstand Karl Poppeller verwies darauf, dass die 15 Mio Euro, die für die Neutrassierung budgetiert sind, auch für eine Reparatur der alten Strecke nötig gewesen wären: „Das Finanzierungspaket behebt Schäden, ohne das Unternehmen auf Jahre zu schwächen.“ Mit dem Bau der neuen Straße wird nach der Schneeschmelze begonnen. Poppeller: „Leichten Herzens gibt man eine bestehende Trasse nicht auf.“

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