Weihnachtstext: „Es geht aufwärts“

Von Anna Maria Kerber.

Handys sind  jetzt besonders günstig. Die Wirtschaft hofft, den Umsatz vom letzten Jahr zumindest um ein paar Prozent  zu steigern oder wenigstens  halten zu können.  Der erste Adventsamstag ist der kaufkraftstärkste des Jahres. Massen strömen in die Geschäfte und Einkaufszentren, …

… in Wien werden  an die 700.000 Menschen geschätzt. Dank der  großzügigen Weihnachtsbeleuchtung wird die längere  Einkaufszeit noch besser angenommen. Die Kaufleute sind im Großen und Ganzen mit der Ausgabefreudigkeit der Kunden zufrieden. Die Prognosen für heuer sind erfreulich und die Wirtschaft wächst“,  so titeln die Zeitungen. Wenn nur alle kräftig konsumieren, gelingt der Aufwärtstrend. Heute verweigere ich meine Mitarbeit und entscheide mich für das Land des begrenzten Wachstums, dort – wo es nichts zu kaufen gibt.

Knirschend kalt.
Schritt für Schritt bergauf.
Mitten durch ein hartes Blau
und dunkles Grün.
Der Mund umwölkt.
Rechts und links
Schneeschafe mit Höcker,
dicht bepelzt.
Meine Hand
schert ein Schaf.
Wollkristalle rieseln
auf weiße Schuhe.
Weich und zart.
Sonnenstrahlen blitzen auf
und färben Flocken bunt.
Fichten blenden
mit lamettafeinen Eiszapfen.
Nebel im Tal,
unter mir ein Wolkensee.
Mein Auge segelt leicht
über das weiße Meer
und legt am Himmel an.

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Dieser Beitrag wurde eingereicht zum Weihnachtstexte-Wettbewerb der Stadtbücherei Lienz. Hier finden Sie alle Weihnachtstexte auf einen Klick.

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