„Team Osttirol“ will aus Lienzer Bergbahn aussteigen

Die Tourismus-Gruppierung zieht nach einem Jahr eine positive Arbeitsbilanz.

Joachim Defregger und Wolfgang Steiner sprechen für das "Team Osttirol" im TVBO.
Joachim Defregger und Wolfgang Steiner sprechen für das „Team Osttirol“ im TVBO.

Ein deutlich verbessertes Klima im Aufsichtsrat und spürbare Auswirkungen im „konsolidierten Budget“ des TVBO – das sind aus der Sicht von „Team Osttirol“ die positiven Aspekte der eigenen Arbeit, ein Jahr nach der Tourismuswahl, bei der die Gruppierung fünf Aufsichtsräte und ein Vorstandsmitglied erkämpfte. Bei der  Bilanzpressekonferenz am 13. Dezember ließen sich die prominentesten Mitglieder Sepp Schett und Hermann Kuenz entschuldigen. Ihr Wechsel in die Politik wäre sonst vermutlich Thema gewesen.

„Die Zeit der Schreiduelle ist vorbei“ vermerkte Wolfgang Steiner aus Nikolsdorf, der neben Vereinsobmann Joachim Defregger und Wirtschaftsbund-Geschäftsführerin Regina Unterguggenberger zu den Sprechern der Initiative zählt, die das „menschliche Klima“ in den eigenen Reihen ebenso anregend wie ansteckend finden. „Das hat auch dem Franz Theurl sehr gut getan“, betont man, etwa bei den Verhandlungen über das aktuelle Budget, das mit dem Sparstift geschrieben wurde. Deshalb stehe man auch dazu.

Die millionenschweren Infrastrukturwünsche, die vor Jahresfrist noch auf dem Tisch des TVBO lagen, seien einstweilen ad acta gelegt. Auch das schreiben sich die Vereinsmitglieder auf die Fahnen. Mit ihrer Zustimmung können künftig nur Projekte rechnen, die ausgereift und touristisch relevant sind. Man wünscht sich einen weit höheren Anteil an Marketingmitteln für den TVBO, mehr als 40% statt der derzeitigen 27% des Gesamtbudgets sollten dafür reserviert werden.

Im Gegenzug müssten die Zuschüsse für infrastrukturelle Maßnahmen gekürzt werden, bis hin zu einem Ausstieg aus Unternehmungen wie den Lienzer Bergbahnen. An dieser Einrichtung hält der TVBO mehr als 50% der Aktien. Am 17. Dezember wird bei der Vollversammlung im Stadtsaal die längst beschlossene Aufstockung abgesegnet. Es sei nicht Aufgabe eines Tourismusverbandes, solche Einrichtungen zu besitzen bzw. deren Betrieb zu finanzieren, unterstrichen Defregger und Steiner. Berührungsängste zu Liftkaiser Heinz Schultz wurden bei der Veranstaltung nicht spürbar, es gebe ohnehin bereits ein Preismonopol mit dem aktuellen Kartenverbund und im übrigen sei auch der zweite Haupteigentümer der Bergbahnen, die Stadt Lienz, schon länger auf der Suche nach einem privaten Investor.

Der Verein innerhalb des Tourismusverbandes zog im Holunderhof Bilanz.
Der Verein innerhalb des Tourismusverbandes zog im Holunderhof Bilanz.

Generell sehen sich die Mitglieder des „Team Osttirol“ als Teil der kürzlich rund um Durst-Chef Richard Piock von der Wirtschaftskammer initiierten „Vordenkerbewegung“, in die man sich stark einbringen wolle: „Dort treffen wir sehr viele Menschen wieder, die aus unseren Reihen kommen“.

Rund 600 Mitglieder votierten vor einem Jahr bei der TVBO-Abstimmung für das Team-Osttirol, rund 70 davon seien noch immer aktiv in die Denk- und Arbeitskreise der Gruppe involviert.

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3 Postings bisher
hoidanoi vor 4 Jahren

@ fb - Antwort - Fragespiel:

So manche Antwort kommt ja eh von selbst, so zum Beispiel die vom Eigentümervertreter, was den aktuellen Wiederverkaufswert der gezeichneten Anteile der LB angeht. Da der Eigentümervertreter zeitgleich Arbeitnhmer bei einem der Kreditgeber der LB ist. gibt das Deiner Nachfrage noch einmal mehr Berechtigung. Jetzt ist so oder so Jahreshauptversammlung und bei der ist so eine Frage durchaus angebracht, sinnstiftend und auch notwendig.

Laufen wie Überziehungszinsen zu Lasten der TVB-Mitglieder auf? Vorerst wären sie vom Unternehmen zu bezahlen, das zur Hälfte im Eigentum des TVBO steht und über dessen Geschicke laut Vertrag nur TVBO-Mitglieder mit LienzerTalbodenNachweis entscheiden dürfen. Den Solidarpakt in Sachen Finanzierung wiederum dürfen seit Aufhebung des Fusionsvertrags auch jenen TVBO-Mitgliedern ohne Talbodenachweis tragen.

Wenn solche Überziehungszinsen anfallen sollten, was der Eigentümervertreter bei der Jahreshauptversammlung am Dienstag darlegen können sollte, dann kann er auch gleich anfügen, bei welchem Kreditinstitut diese Zinsen zu berappen wären. Hierzu kann der Eigentümervertreter ganz unbefangen geben. Auskunftspflichtig ist der Eigentümervertreter in jedem Fall hinsichtlich des Kreditinstituts, bei dem der TVB den Kredit für die von Talbodenlegitimierten beschlossene Aktienaufstockung aufnehmen wird.

Den Segen für diese Mittelaufstockung kann ihm nur die Vollversammlung erteilen, das heißt auch die Mitglieder ohne LienzerTalbodenNachweis. Ob sie das tun werden, ohne diese Fragen beantwortet zu wissen, wird sich zeigen. Vielleicht stellt die Vollversammlung diese Fragen ja auch nicht, dann muss sie auch keiner beanworten. Wird sie aber gestellt, dann muss sie beantwortet werden.

Es liegt also ganz an den Eigentümern, den Mitgliedern des TVBO, im und rund um den Talboden, ob sie von ihrem Vertreter wissen wollen, was mit ihrem Geld zu wessen Gunsten geschieht.

Stadtmensch vor 4 Jahren

Hat das Team Osttirol noch alle tassen im Schrank. Wollen Sie Schifahren für uns Einheimischen unerschwinglich machen. Wie man sieht, sperrt Schultz sein"hauseigenes Schigebiet" (lt. Prospekt Sillian) nur auf wenn seine Hotels offenhaben. Wenn er wie heuer in Sillian umbaut, dann wird das Schigebiet einfach zugesperrt. St. Jakob sperrt heuer erst am 20.12. auf.

Wenn sogar die Frau Bürgermeisterin vonguten Zahlen spricht, dann mpüssen diese wirklich super sein. Problematisch wirds erst, wenn die Umlaufbahn nach 30 Jahren 2015 ausgetausht werden muss. Wer das dann finanziert steht in den Sternen.

Wir Einheimischen hoffe jedenfalss das Schultz dort bleibt wo er ist.

fb vor 4 Jahren

Geht’s noch? Warum investiert man solche Beträge, die dann verloren gehen. Es erweckt den Eindruck, dass sobeald eigene Begehrlichkeiten ins Spiel kommen, die Maßstäbe, welche man vorher zu Recht für FT, AK anlegt, schrumpfen. Ich war der Meiniung, dass TEAM OSTTIROL den Ausbau der Beschneiung Zettersfeld als Grundlage für einen dauerhaften Wintertourismus für Lienz sieht, warum dann aussteigen?

Umgekehrt, wenn Aussteigen, warum dan nochmals Geld hineinpumpen?

Da hat men einem eventuellen Übernehmer wohl noch etwas ins Körberl gelegt, denn es glaubt wohl niemand, dass man nur annähernd von den Geldern, welche für die letzten 3 x als Aktienzeichnunge vom TVBO und von der Stadt Lienz, damit von Lienzer und Osttiroler Steuerzahlern gezahlt wurde, noch etwas sehen wird. Und auch folgende Fragen seien erlaubt: Sollte nicht vorher die GV eine solch bedeutsame Investition absegnen? Was heißt das für die LB – ist schon Geld geflossen, oder mussten Kreditkonten überzogen werden? War in diesem Jahr der Tatbestand einer Überschuldung gegeben?

Auf Antwort wird man wohl vergeblich warten.