408 Einsatzstunden und jüngster Bergretter

Bei der Jahreshauptversammlung zogen die Prägratener Bergretter Bilanz.

Über 30 Termine und elf Einsätze zählt Ortsstellenleiter Friedl Steiner bei der Jahreshauptversammlung der Prägratener Bergretter am Samstag, 8. Febuar, im Gasthaus Großvenediger. Rund 408 Stunden waren die Mitglieder im Einsatz, kameradschaftliche Verbundenheit und eine sichere Rückkehr vom Berg stehen dabei stets im Vordergrund.

Zwar war das Vereinsjahr 2013 „nach den zahlreichen schwierigen Einsätzen in der Vergangenheit, ein Jahr zum Durchatmen“, wie Steiner erklärte, dennoch blieben Operationen wie der Lawineneinsatz im Dorfertal in trauriger Erinnerung: Vier Tage lang durchforsteten die Bergretter im April das Gebiet „Rote Säule – Fussgräben“ nach einem deutschen Bergwachtmann, der bei einer Skitour von einer Nassschneelawine erfasst wurde. Das LVS- Gerät des Mannes war ausgeschaltet und er konnte nur noch tot geborgen werden.

Friedl Berger begutachtet den Sternmotor BMW 132a, bevor 10 Mann der Bergrettung im Schweizer Dübendorf zu einem Flug mit der "Tante Ju" aufbrechen. Fotos: Bergrettung Prägraten
Friedl Berger begutachtet den Sternmotor BMW 132a, bevor 10 Mann der Bergrettung im Schweizer Dübendorf zu einem Flug mit der „Tante Ju“ aufbrechen. Fotos: Bergrettung Prägraten

In solchen Situationen helfen laut Friedl Steiner Ruhe und Abstand von den Geschehnissen, kameradschaftliche Veranstaltungen standen daher immer im Vordergrund des Vereins. So erinnern sich die Bergretter gerne an die Bergmesse beim kleinen „Gumpachkreuz“, an die Teilnahme an der längsten Seilschaft der Welt auf dem Ködnitzkees und an den langersehnten Flug mit einer „Tante Ju“ in Dübendorf nahe Zürich.

Die ersten Bergretterinnen seit Gründung der Orstelle Prägraten, Sabrina Berger und Julia Egger, bei einer "Spaltenbergung".
Die ersten Bergretterinnen seit Gründung der Ortsstelle Prägraten, Sabrina Berger und Julia Egger, bei einer „Spaltenbergung“.

Grund zur Freude lieferten auch die drei neuesten Mitglieder in den Reihen der Prägratener Bergretter: Erstmals seit Gründung der Ortsstelle schlossen mit Sabrina Berger und Julia Egger zwei Frauen die Ausbildung zur Bergretterin erfolgreich ab. Mit dem 16-jährigen Franz-Josef Asslaber befindet sich zudem Österreichs jüngster Bergretter in den Reihen der Prägratener.

„Das bedeutet für die Ortsstelle Prägraten Verstärkung und Ansporn für all jene, die die Tätigkeit des Bergretters anstreben. Erste Voraussetzung ist die Liebe zu den Bergen und zur Natur, sowie die Fähigkeit, sich kameradschaftlich unterzuordnen und mit Teamgeist Verunfallten zu helfen“, erklärt Obmann Steiner abschließend.

Auszeichnungen bei der Jahreshauptversammlung v.l: Orstellenleiter Friedl Steiner, Stellvertreter Markus Bstieler, Herbert Steinlechner, Hans Weiskopf, Josef Weiskopf und Bezirksleiter Pete Ladstätter.
Auszeichnungen bei der Jahreshauptversammlung v.l: Ortsstellenleiter Friedl Steiner, Stellvertreter Markus Bstieler, Herbert Steinlechner, Hans Weiskopf, Josef Weiskopf und Bezirksleiter Peter Ladstätter.

Wer Interesse hat, kann sich jederzeit bei der Bergrettung Prägraten melden und damit womöglich den Grundstein für eine jahrelange Tätigkeit legen – wie der ehemalige Ortsstellenleiter Herbert Steinlechner, der bei der Jahreshauptversammlung für 50ig-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde sowie Hans und Josef Weiskopf, die für 40-jährige Einsatzbereitschaft ebenfalls Auszeichnungen erhielten.

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