2013: Knapp 10 Prozent Arbeitslose in Osttirol

Leiterin des AMS Lienz präsentierte Zahlen des vergangenen Jahres.

"Die richtige Ausbildung ist der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit", ist sich Doris Batkowski sicher.
„Die richtige Ausbildung ist der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit“, ist sich Doris Batkowski sicher.

Die Leiterin des AMS Lienz, Doris Batkowski präsentierte am Freitag, 14. Februar, die Arbeitsmarktinformationen des Bezirks für das abgelaufene Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg in Osttirol von 9,1% im Jahr 2012 auf 9,8% im Jahr 2013. Landesweit gab es im Vorjahr 6,4% Arbeitslose, bundesweit 7,6%. Im Jahresschnitt waren in Osttirol 2.010 Personen ohne Anstellung, davon 979 Frauen und 1.030 Männer.

Regional gesehen hatte das Pustertal (ab Assling) die geringste Arbeitslosenquote mit 8,3%, was sich laut Doris Batkowski vor allem durch die verschiedenen Industriebetriebe wie Hella, E.G.O., oder Loacker erklärt. Die höchste Zahl weist das Iseltal (ab Ainet) auf – hier beträgt die Arbeitslosenquote elf Prozent. Im osttirolweiten Durchschnitt liegt der Lienzer Talboden mit 9,8 Prozent.

Aufgrund saisonaler Faktoren in der Tourismus- und Bauwirtschaft stieg die Arbeitslosigkeit vor allem im April/Mai sowie Oktober/November. Die Dauer der Arbeitslosigkeit betrug im Schnitt 86 Tage, bei den über 60-Jährigen aber 159 Tage. Jugendliche bis 19 waren im Schnitt 53 Tage arbeitslos.

Am leichtesten zu vermitteln sind in Osttirol Menschen mit Lehrabschluss. „Die richtige Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit“, ist sich die AMS-Leiterin sicher. „Jobangebote, bei welchen eine Höhere Schule, ein Studium oder eine Fachhochschule vorausgesetzt wird, gehen bei uns fast keine ein“, erklärt Batkowski. In Zukunft erwartet sie sich aber, dass auch diese Stellen über das AMS vermehrt vermittelt werden.

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Das Arbeitsmarktservice in Osttirol kostete im Jahr 2013 rund 25 Millionen Euro. Mit 13.480.000 Euro beanspruchte das Arbeitslosengeld mehr als die Hälfte dieses Budgets. Die Notstandshilfe kostete das AMS 4.876.000 Euro, die Arbeitsmarktförderung rund vier Millionen Euro. Der selbe Teil floss in AMS-Kurse, vor allem in den Bereichen Berufsorientierung, EDV-Fachausbildung, Handel, Büro, und Pflege. „Die Aus- und Weiterbildung im Pflegebereich ist aufgrund der Überalterung in Osttirol stark am Boomen“, erklärt Batkowski. Im „Kommen“ sei allerdings auch das Fachkräftestipendium, mit dem man dem Facharbeitermangel in Osttirol entgegentreten will.

Stolz ist das AMS auf die geschaffenen Arbeitsplätze für Jugendliche im JUNET. Durch Sozial-Ökonomische Betriebe wie Schindel&Holz oder s’Gwandtl finden außerdem Langzeitarbeitslose einen Job. Doris Batkowski lobt auch die Zusammenarbeit mit dem Land Tirol beim gemeindenahen Beschäftigungsprogramm, durch das vor allem ältere Jobsuchende profitieren. Eine große Rolle spielt für die AMS-Leiterin das Unternehmensgründungsprogramm : „Dadurch können wir sogar langfristig Arbeitsplätze schaffen.“

Die Website des AMS zeigt die aktuellen Arbeitslosenzahlen für den Bezirk Osttirol.

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