Rufe nach Direktzug-Comeback im Web

Vorwärts Tirol startet heute das Online-Portal www.direktzug-lienz.at

Auf der Crowdfunding-Plattform www.direktzug-lienz.at gibt es außerdem die Möglichkeit, Anregungen sowie Kritik zur derzeitigen Busverbindung zu äußern.

Schon lange bewegte die Osttiroler Bevölkerung keine politische Entscheidung so, wie die Abschaffung des Direktzuges von Lienz nach Innsbruck. Vor allem Schüler und Studenten sehnen sich nach der altbewährten Bahnverbindung ohne Umstieg in die Landeshauptstadt. Dabei bietet sich vor allem das Internet als optimale Plattform an, um politischen Staub aufzuwirbeln. Wir zeigen Ihnen, auf welchen Ebenen sich die Zug-Debatte im WWW abspielt und in welcher Form auch die Politik 2.0 in das Internet übersiedelt.

Julian Zanon und Alexander Mairginter, zwei Osttiroler, die in Innsbruck studieren, starteten im Juni 2013 die Facebook-Gruppe „Osttirol sagt NEIN zur Abschaffung der Zugstrecke Lienz – Innsbruck“. Die Aktivisten riefen zu einer Petition auf, und rührten dafür auf Facebook ordentlich die Werbetrommel – Ende August überreichten die beiden Osttiroler dann 7.470 Unterschriften für die Beibehaltung des Direktzuges an Landeshauptmann Günther Platter sowie Landtagspräsidenten Herwig van Staa. Die Gruppe existiert immer noch im sozialen Netzwerk, auch diskutiert wird heftig.

Auch die Liste Fritz nutzt das in Österreich beliebteste soziale Netzwerk, um Stimmung gegen den Doppeldeckerbus zu machen. Neben üblichen Aussendungen postete das Bürgerforum letztens auch ein Video, das den Bus im Pustertaler Kolonnenverkehr zeigt. Grünen-Politiker Gebi Mair ließ die Möglichkeit nicht aus, direkt unter dem Beitrag zu kontern.

Den Zug wieder auf Schiene bringen will die Oppositionspartei Vorwärts Tirol. Mit einer Mischung aus Meinungsumfrage und Crowdfunding-Plattform will die Partei auf www.direktzug-lienz.at weiter auf das Thema aufmerksam machen. Mit jeder Spende wird der virtuelle Zug der Summe von 50.000 Euro entgegensteuern. „Mit diesem Betrag sollte die Hälfte unserer Mindestforderung, eines ‚Bildungszuges‘, gedeckt sein“, erklärt Josef Schett, Landtagsabgeordneter von Vorwärts Tirol und Initiator des Projekts. Der sogenannte „Bildungszug“ soll laut Schett Sonntagabend nach Innsbruck und Freitagabend nach Lienz fahren. Sollte das Spendenziel verfehlt werden, wandert das Geld automatisch an die Spender zurück. Wird das Ziel von 50.000 Euro jedoch erreicht, verwaltet der neu gegründete „Trägerverein für die Förderung der Mobilität in Osttirol“ das Spendengeld unter notarieller Aufsicht. Der Verein kümmert sich laut Schett nicht nur um die Direktverbindung nach Innsbruck, sondern auch um andere Projekte im Öffentlichen Verkehr in Osttirol. „So kann man auch neue Ideen entwickeln, beispielsweise einen Nightliner im Bezirk“, erklärt der Politiker aus Innervillgraten.

Auch wenn es als wenig wahrscheinlich gilt, dass große Tausenderbeträge zusammenkommen, um die Bahnräder wieder ins Rollen zu bringen – die Aufmerksamkeit der Community schafft Bewusstsein. Auf www.direktzug-lienz.at gibt es neben einer einfachen Ja/Nein-Abstimmung, auch die Möglichkeit, Erfahrungen, Kritik oder Anregungen zu äußern. „Sollte sich herausstellen, dass dieses Thema so viele Leute bewegt, wie wir glauben, bringen wir es auf alle Fälle noch einmal in den Landtag ein“, erklärt Schett.

Nicht zuletzt bietet sich auch für Dolomitenstadt-Leser unter allen Artikeln die Möglichkeit, Kommentare zu verfassen. Außerdem ließen wir unsere Community auch zwischen der Bus- und Zugverbindung abstimmen. Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache: 1.282 abgegebene Stimmen, davon 79% für den Direktzug.

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