Union Matrei entlässt Trainer Markus Hanser

Knalleffekt 24 Stunden vor Osttirol Derby. Trainer und Sektionsleiter im Interview.

24 Stunden vor dem Derby zwischen Union Matrei und dem FC-WR Nussdorf/Debant trennten sich die Matreier von ihrem langjährigen und erfolgreichen Trainer Markus Hanser.

Auslösrtikel in einem Printmedium, in dem Markus Hanser ankündigte, den Verein aufgrund sportlicher Auffassungsunterschiede bezüglich der nächsten Saison mit Saisonende zu verlassen. Dies und die Tatsache, dass der Matreier Trainer am vergangenen Freitag der Mannschaft und dem Vorstand mitteilte, in der neuen Saison nicht mehr zur Verfügung zu stehen und damit den Vorstand vor den Spielern vor vollendete Tatsachen stellte, waren laut TSU Matrei Sektionsleiter, Peter Hans Köll, die Gründe für die vorzeitige Trennung. Wir haben dazu den Sektionsleiter und den Trainer befragt.

Peter Hans Köll: „Wir sind sehr traurig, dass es soweit gekommen ist. Markus hat uns vergangenen Freitag vor den Spielern vor die vollendete Tatsache gestellt, dass er in der neuen Saison nicht mehr zur Verfügung steht. Das war für mich und meinen Stellvertreter, Christian Swette, nicht nachvollziehbar. Dass er uns seine Gründe via Medien mitgeteilt hat und nicht zuerst das Gespräch mit uns gesucht hat, war sicher nicht die feine englische Art. Unser Wunsch war es, auch in der nächsten Saison mit den gleichen Spielern und Markus Hanser als Trainer in die Meisterschaft zu gehen. Also entspricht es nicht der Wahrheit, was er in diesem Zeitungsartikel von sich gegeben hat. Für uns war das ein Vertrauensbruch und schlussendlich haben wir beschlossen, uns mit sofortiger Wirkung von unserem Trainer und von Co-Trainer Markus Resinger zu trennen. Wir hatten bereits die Gespräche mit ihm über die Zukunft aufgenommen, die wurden dann aber aufgrund ‚persönlicher Befindlichkeiten‘ vorerst ausgesetzt.

Trotzdem möchten wir uns bei Markus Hanser für die drei abgelaufenen, sehr erfolgreichen Jahre recht herzlich bedanken. Beim heutigen Derby wird Walter Mitteregger von der Bank aus die Mannschaft betreuen, nachdem Daniel Steiner das gestrige Abschlusstraining geleitet hat. Unsere Aufgabe ist es nun, so rasch wie möglich einen geeigneten Nachfolger zu finden.“

Nach drei Jahren und großen Erfolgen muss er abtreten: Matrei-Trainer Markus Hanser. Foto: Brunner Images
Nach drei Jahren und großen Erfolgen muss er abtreten: Matrei-Trainer Markus Hanser. Foto: Brunner Images

Etwas anders sieht der scheidende Trainer den gesamten Ablauf: „Ich habe seit Wochen versucht, mich mit dem Vorstand an einen Tisch zu setzen, um über die neue Saison zu reden und zu wissen wie es weitergeht. Trotz mehrmaligem Nachfragen und Drängen meinerseits kam nie ein Termin zustande, worauf ich mich entschlossen habe, dies eben der gesamten Mannschaft und dem Vorstand am Freitag mitzuteilen. Nachdem weder am Montag noch am Mittwoch beim Training ein Funktionär das Gespräch mit mir gesucht hat, obwohl sogar ein Spieler beim Vorstand ersuchte, mit mir zu reden, bekam ich am Donnerstag den Anruf eines Zeitungsreporters, dem ich dann eben gesagt habe, dass mein Co-Tainer, Markus Resinger, und ich für die nächste Saison aufgrund von Auffassungsunterschieden bezüglich der Kaderzusammensetzung nicht mehr zur Verfügung stehen. Ich finde, dass meine Aussagen kein Grund für eine sofortige Entlassung gewesen wären, welche mir gestern von Peter Hans Köll telefonisch mitgeteilt wurde.

Ich habe deswegen auf ein Gespräch gedrängt, weil ich natürlich wissen wollte, mit welcher Mannschaft ich in die neue Saison gehen kann. Da man bis heute noch mit keinem einzigen Spieler geredet hat, lag die Befürchtung meinerseits nahe, dass ich auf Drängen eines Vorstandsmitgliedes, dessen Sohn im Kader der Kampfmannschaft ist, aber seiner Meinung nach zu wenig zum Einsatz kommt, in der neuen Saison auf einige ‚auswärtige‘ Spieler verzichten muss und ausschließlich mit einheimischen Spielern arbeiten soll. Wer die Mannschaft aber kennt der weiß, dass wir eine gute Mischung aus Eigenbauspielern und Spielern der näheren Umgebung haben, die auch zu unseren Erfolgen geführt hat.

Nachdem mir Peter Hans Köll gestern telefonisch mitgeteilt hat, dass sich der Verein mit sofortiger Wirkung von mir trennt, habe ich mich am Abend noch von meinen Spielern verabschiedet, was mir alles andere als leicht gefallen ist. Die Mannschaft ist eine wunderbare Truppe – mit einer tollen Einstellung und einem super Charakter – der ich für die Zukunft alles erdenklich Gute wünsche.

Gestern abend hat es auch noch ein Telefonat zwischen dem Matreier Bürgermeister Andreas Köll und mir gegeben, in dem sich dieser bei mir über die Gründe der Trennung erkundigte und sich sehr positiv über meine dreijährige Amtszeit geäußert hat. Auch ich habe mich für die super Zusammenarbeit und die tolle Infrastruktur bedankt, die uns in Matrei zur Verfügung gestellte wurde. Auf jeden Fall wünsche ich der Mannschaft für das heutige Derby alles Gute.“

Vor dem heutigen Derby gegen den FC-WR Nußdorf/Debant, das um 17:00 Uhr im Matreier Tauernstadion angepfiffen wird, haben wir auch den Trainer des FC-WR, Bernd Feil, zur Entlassung von Markus Hanser befragt: „Diese Meldung kommt für mich sehr überraschend, da ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass Markus bis Ende der Saison noch auf der Bank sitzt. Mir tut es sehr leid für Markus, denn er hat in den letzten Jahren wirklich tolle Arbeit in Matrei geleistet. Ich glaube aber nicht, dass sich die Entlassung irgendwie auf dieses Spiel auswirken wird, denn in einem Derby ist jeder Spieler noch zusätzlich motiviert und will dieses unbedingt gewinnen.“

Es ist zu bedauern, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit auf diese unrühmliche Weise beendet wurde, denn Matrei war mit seiner attraktiven Spielweise in den letzten Jahren im Kärntner Fußball in aller Munde, was sicherlich ein Verdienst des scheidenden Trainers war.

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2 Postings bisher
Cato vor 3 Jahren

Nur weil ein Trainer sagt, dass er am Saisonende aufhören möchte, ist der Führungsstab so beleidigt, dass man ihn vorzeitig gehen lässt? Ein Wahnsinn. Scheinbar hat man in Matrei schon vergessen wo man tabellarisch vor der Zeit von Markus Hanser stand!

Ausgerechnet jenes Trainerteam zu entlassen, dessen Truppe als einzige Osttiroler Unterliga-Mannschaft ein erkennbares System spielt, zeugt nicht von Weitsicht.

bergfex vor 3 Jahren

Unser Wunsch war es, auch in der nächsten Saison mit den gleichen Spielern und Markus Hanser als Trainer in die Meisterschaft zu gehen.

Was ist den das für ein beleidigter Kasperlverein. Wenn es schon so ist, ist eh besser der Markus geht.

Muss ein Treiner das tun, was die Matreier sagen.