Vordenker: Das Osttirol-Leitbild ist fertig

In Aguntum wurde das Ergebnis von 5000 Arbeitsstunden präsentiert.

Fanfaren zum Auftakt und Abschluss – Vordenken für Osttirol gipfelt in einem Leitbild. Fotos. Brunner Images
Fanfaren zum Auftakt und Abschluss – Vordenken für Osttirol gipfelt in einem Leitbild. Fotos: Brunner Images

Moderatorin Julia Kirchebner multiplizierte zum Auftakt der großen Schlusspräsentation der „Vordenker für Osttirol“ am 26. Juni in Aguntum die Zahl der Meetings und jene der Teilnehmer: „Unglaubliche 5.000 Arbeitsstunden haben rund 150 Menschen für die Entwicklung dieses Zukunftsleitbildes aufgewendet“. Begleitet von Martin Gratz und seinem Iseltaler Blechbläser-Ensemble betraten dann der Reihe nach die Sprecher der einzelnen Arbeitsgruppen die Bühne und präsentierten die Essenz dessen, was sie in den vergangenen 15 Monaten diskutiert und erarbeitet hatten, Leitsätze, Handlungsmaximen und sogenannte Leuchtturm-Projekte, als konkrete Umsetzungsvorschläge mit mehr oder weniger visionärem Charakter.

Großer Bahnhof bei der Abschlussveranstaltung in der Römerstadt Aguntum.
Großer Bahnhof bei der Abschlussveranstaltung in der Römerstadt Aguntum.

Eingangs skizzierte Durst-Chef Richard Piock, der gemeinsam mit der Wirtschaftskammer stark prägend für den Gesamtprozess war und hinter den Kulissen viele Fäden zog, warum eine Region ein Leitbild braucht. Der Aineter Bürgermeister Karl Poppeller kam als Vorstandsmitglied des Regionsmanagements zu Wort und stellte die Motive vom Kopf auf die Beine: Die EU verlangt Leitbilder mit klarer strategischer Ausrichtung, um im Rahmen von Interreg- oder Leader-Projekten den Geldhahn zu öffnen. Im Laufe von zwei Stunden prasselten Dutzende Literaturzitate zum Thema „Zukunft“ auf die gut 350 Zuhörer in Aguntum nieder, dazu viel Osttirol-Typisches in fünf Schwerpunkten zusammengefasst. Osttirol ist demnach aus der Sicht der „Vordenker“:

  1. Kompetenzregion für den alpinen Lebensraum
  2. Entspannungs- und Aktivraum für eine zunehmend urbane Gesellschaft
  3. Entwicklungsraum für Talente
  4. Wirtschaftsraum mit Tradition
  5. Offener Raum für Menschen und Kulturen

Nach dem klassisch inszenierten Festakt gab's in der beeindruckenden Kulisse der Römerstadt ein ebenso klassisches Osttirol-Buffet. Für alle, die das „Zukunftsbild Osttirol 2025“ nachlesen möchten – hier ist ein PDF der Broschüre zum Download:

Zukunftsbild Osttirol 2025

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3 Postings bisher
LauschTark vor 4 Jahren

Herzliche Gratulation zum ersten und wichtigsten Schritt,des Projekts, dem Nachdenken, dass das Leben nur durch Interaktion zu bewältigen ist.

Wir haben uns jetzt lange genug darüber geärgert, dass wir von "Nordtirol ständig alleine gelassen werden", wir "der kleine unbedeutende Fleck im Süden sind", "unsere Handlungsfreiheit eingeschränkt wird", etc. Egal ob richtig oder falsch, unsere Zukunft aktiv selbst zu gestalten, ist das einzig Richtige. Stärken aus- und Schwächen abbauen. Chancen nutzten und Risiken vermindern.

Ich bin äußerst gespannt auf die Langfassung der einzelnen Teilbereiche. Für einige von uns dürfte die Langfassung aber noch zu kurz sein. Hier bedarf es einer detaillierteren Wegbeschreibung, um sich nicht in Selbstverliebtheit und Gier zu verlieren.

Alle an einem Strang ziehen, scheint die Devise - keine leichte Aufgabe, vor allem nicht für uns OsttirolerInnen!

Auchdenker vor 4 Jahren

Respekt den vielen Vordenkern für Osttirol für die aufgewendete Zeit von rund 5000 Arbeitsstunden. In Wertschätzung der Leistung jedes einzelnen Vordenkers sollte auf dieses Fundament aufgebaut werden. Zur Umsetzung ist unter anderem wieder einmal die Politik gefordert. Ich erinnere mich an die ähnlich zeitaufwendige Erstellung des Leitbildes für die Region Lienz "Tourismus 2000" Mitte der 90er Jahre. Damals war die Leitbilderstellung im Tiroler Tourismusgesetz verankert. Das erarbeitete Leitbild wäre vom jeweiligen Gemeinderat der betroffenen Gemeinden zu beschließen und in weiterer Folge auch entsprechend zu berücksichtigen gewesen. Tatsächlich wurde vom Lienzer Gemeinderat ein solcher Beschluss nie gefasst. Es wäre interessant nachzulesen und zu betrachten, was von dem damals ebenfalls unter breiter Beteiligung erstellten Leitbild in den seither vergangenen zwei Jahrzehnten umgesetzt wurde. Vielleicht wäre das eine journalistische Herausforderung. In www.vordenken-osttirol.at vermisse ich einen Hinweis wie es nun weitergeht, wer weiterhin Ansprechperson ist (existiert die ARGE noch?), ob und wie sich die "auchdenkende" Osttiroler Bevölkerung an einer Weiterentwicklung und Umsetzung dieses Leitbildes beteiligen kann, etc. Ohne folgende Umsetzung des Leitbildes wären die 5000 Arbeitsstunden - und auch die musste irgendwer bezahlen - vergebens gewesen.

Bessawissa vor 4 Jahren

ES ist begrüßenswert, wenn sich kluge Köpfe um die Zukunft unseres Bezirkes Osttirol Gedanken machen und das auf einem Niveau, das erstaunlich ist. Besonders wichtig ist mir - und wohl auch vielen Bewohnern - die Frage der verkehrsmäßigen Erreichbarkeit Osttirols. Schon vor Jahren hatte die Politik erkannt, dass die entlegenen Bergbauernhöfe durch Straßen erschlossen werden müssen, um das Abwandern von dort zu verhindern. Genauso muss es heute das Ziel sein, die Verkehrswege von und nach Osttirol weiter auszubauen. Ich denke hier besonders an den Süden - den Plöckenpass. Die professionellen Verhinderer werden sich, wie immer, wieder formieren und dagegen arbeiten. Dieselben Leute rufen als Erste nach neuen Arbeitsplätzen und bevorzugen ohhne Einschränkung, so wie andere, die bequeme Fortbewegung per KFZ. Ein Punkt ist, wenn ich richtig informiert bin, noch nicht angesprochen worden: Was brächte uns die Einführung einer Z o l l- f r e i z o n e, ähnlich dem Walsertal oder Samnaun, wie es neulich ein Bekannter aufs Tapet gebracht hat? Ich bin nicht dafür! Dann wären wir nämlich ein Art "Reservat". Mir wäre das zu hinterwäldlerisch. Schließlich wollen wir den Anschluss an die "große, weite Welt" (schnelleres Internet (!) nicht versäumen, oder haben wir ihn - siehe kein Direktzug in die Landeshauptstadt (!) - schon versäumt?