LAZ: Die Talentschmiede für junge Fußballer

Osttirols Kickernachwuchs absolviert vier Wochen Probetraining in Lienz.

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Auch Sandi Lovric durchwanderte das LAZ Lienz/Osttirol. Jetzt spielt er in den Reihen von Sturm Graz. Foto: Expa/JFK

Fußballerische Grundtechniken unter professioneller Begleitung von Marco Bajic und Anton Leitner erwerben – das ist das Hauptziel der zweijährigen Trainingsarbeit in der LAZ-Vorstufe des Kärntner Fußballverbandes in Lienz. Neben dem Training und Matcheinsatz bei dem jeweiligen Verein können Fußballtalente dabei zwei zusätzliche Trainingseinheiten pro Woche, Dienstag und Donnerstag von 17.15 Uhr bis 18.45 Uhr im Dolomitenstadtion Lienz absolvieren.

Am Dienstag, 5. August, geht es los. Vier Wochen lang können Talente aus Osttirol und Oberkärnten der Jahrgänge 2003, 2004 und 2005 am Sichtungstraining teilnehmen. Danach erfolgt die endgültige Kaderzusammenstellung.

Im Jahr 2008 gelang es, nach Verhandlungen mit der Stadtgemeinde Lienz und dem Land Tirol unter Patronanz des Kärntner Fußballverbandes das Modell Landesausbildungszentrum Lienz/Osttirol,auf die Beine zu stellen. Der Fokus ist darauf gerichtet, möglichst vielen jungen Spielern den Weg in die Fußballakademien zu ebnen. Da jedoch nicht jeder Spieler im Spitzensport Platz findet, ist auch die Ausbildung in Richtung Breitensport ein wichtiges Element. Derzeit ist das LAZ in Osttirol in zwei Stufen gegliedert:

Vorstufe

Unter dem Motto „Spielen – Lernen – Anwenden“ trainieren derzeit rund 18 Spieler, zwischen zehn und elf Jahren, zweimal in der Woche. Unter der Leitung der beiden Trainer, Marko Bajic und Anton Leitner, werden dabei auch schon zielgerichtete Übungsformen (Technik-Spielformen) angewendet.

Hauptstufe

Unter dem Motto „Der Ball steht im Mittelpunkt“ erfolgt mit dem Übergang vom Basis- zum Auslaufmodell ein methodischer Wechsel. Im Mittelpunkt steht dabei die Ballbeherrschung bis zur Perfektion. Dazu kommen individual taktische Verhaltensweisen im Eins gegen Eins, sowie koordinative und persönliche Komponenten. Variantenreiche Spielformen sorgen für die nötige Abwechslung.

Als Administrator im Osttiroler LAZ fungiert Roland Gratl. Bernhard Hanser ist Leiter des Zentrums und ist außerdem als Trainer in der Hauptstufe tätig. Ihm zur Seite stehen Franz Ausserdorfer als Individualtrainer, sowie Walter Oberhuber als Tormanntrainer. Die Vorstufe wird von Marko Bajic und Anton Leitner trainiert.
Während man in den Sommermonaten im Dolomitenstadion Lienz ideale Trainingsbedingungen vorfindet, ist in den Wintermonaten, November bis Februar, in der Dolomitenstadt nicht an das runde Leder zu denken.

Dem LAZ Lienz/Osttirol steht weder ein Kunstrasenplatz noch eine Ballspielhalle zur Verfügung. Da die beiden Kunstrasenplätze in Matrei und Heinfels aus Kostengründen nicht benützt werden, müssen die jungen Kicker in kleinere Hallen ausweichen. Auch für die medizinische Betreuung ist beim LAZ gesorgt. So stehen dem LAZ ein eigener Physiotherapeut zur Verfügung und man pflegt Kontakte zu Sportmedizinern.

Einige Spieler haben nach der Ausbildung im LAZ Lienz/Osttirol bereits den Sprung zu einer großen Fussballerkarriere geschafft. Bestes Beispiel dafür ist Sandi Lovric. Als 16-Jähriger hat der Leisacher bereits einen Profivertrag beim Bundesligisten SK Sturm Graz erhalten. Sein Können stellte Lovric zuletzt im Testspiel gegen den Hamburger SV bereits 45 Minuten lang unter Beweis. Glaubt man den Prognosen der Fachleute, steht der Osttiroler vor einer tollen Profikarriere.

Hannes Zebedin vom OSK Kötschach/Mauthen war einer der Leistungsträger in der Akademie Kärnten und ist heuer in die Regionalliga zum ATSV Wolfsberg gewechselt. In der Akademie Sturm Graz sind Tormann Lukas Unterlader und Michael Lema tätig. Unterlader der von der SPG Oberes Mölltal kam, hat auch schon Einberufungen zu einigen Lehrgängen des ÖFB erhalten. Der gebürtige Tansanier Michael Lema, der beim SV Tristach im Nachwuchs spielte, hat nur noch wenige bürokratische Hürden zu meistern, um dann ebenfalls in die U16-Auswahl des Österreichischen Fußballbundes aufgenommen zu werden.

Jedensfalls zeigen diese Beispiele, dass auch Osttirol als Sprungbrett in die „große“ Fußballwelt dienen kann.

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