Verein „Naturpark Isel“ wird gegründet

Das Tiroler Lechtal dient den Iseltaler Bürgermeistern als Vorbild.

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Im Sitzungszimmer des Planungsverbandes 34 in Kienburg demonstrierten die Iseltaler Bürgermeister Einigkeit, v.l.: Martin Huber, Ludwig Pedarnig, Franz Gollner, Andreas Köll, Gerald Hauser und Karl Poppeller. Fotos: Dolomitenstadt/Egger

Am Donnerstag, 14. August, luden die Bürgermeister des Planungsverbandes 34 zu einem Pressegespräch nach Kienburg in Matrei in Osttirol. An der Tagesordnung stand die Vorstellung des neu gegründeten Vereines „Naturpark Isel“. Gesprochen wurde vorerst aber über die Vergangenheit. Der Matreier Bürgermeister Andreas Köll bezeichnete vor allem die Informationspolitik der grünen Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe als eine Katastrophe: „Wir haben bis heute noch nie einen Plan bekommen. Ich habe die Frau Felipe zwei Mal angeschrieben – die Frage ist: Wie sollen wir unsere Bevölkerung aufklären, wenn wir nicht wissen, was das Land von uns will.“

Köll erklärte, er habe mit seinen Bürgermeisterkollegen im Iseltal weitergearbeitet – das Ergebnis sei die Gründung des Vereins „Naturpark Isel“. Laut dem VP-Bundesrat sind die Statuten zu 99 Prozent an die des „Naturparks Lechtal“ angelehnt. „Wir wollen einen Naturpark – das ist die schonendste Umsetzung von Natura 2000, wo man auch touristische Möglichkeiten miteinbeziehen kann“, so Köll. „Ich erwarte mir hier von der Bezirkshauptfrau eine Nichtuntersagung innerhalb einer Frist, wie sie auch bei allen anderen Vereinsgründungen der Fall war – das dauert in der Regel drei bis vier Tage“, so der Obmann des Planungsverbandes 34. (Die Statuten des Vereins zum Download)

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Andreas Köll will ein ähnliches Entwicklungsprogramm für die Iselregion, wie es das Tiroler Lechtal hat.

„Wir wissen, dass LIFE in Osttirol ein völlig ungeeignetes Mittel ist“, so der Matreier Bürgermeister über das EU-Förderprogramm, wie im Lechtal will man ein Entwicklungsprojekt auf LEADER-Grundlage anstreben. Was die konkreten Ziele des Vereines sind, erklärt der Matreier Bürgermeister im Audiointerview:

Die übrigen Bürgermeister schlugen in die selbe Kerbe wie der Obmann des Planungsverbandes 34 – auch sie betrachten Natura 2000 mit kritischen Augen:

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14 Postings bisher
Cato vor 3 Jahren

Auweh... wenn jetzt auch noch der ÖVP-Obmann von Feld (wenns denn dort einen gibt) und St. Johann zurücktritt, dann haben wir in Osttirol echt den "Schirm" auf.

Aber das musste ja bis heute Abend passieren, weil dann kann man beim "ÖVP-Bezirkstag" gegenüber dem "Günther" ein wenig - man erlaube mir den Ausdruck - "Schwarzmalen".

Sehr geehrte Politvertreter: Man hat euch gewählt um die Interessen der Bürger in der Politik zu vertreten und nicht um beim kleinsten Gegenwind zu schmollen. Aber wisst ihr was gut ist? Wenn ihr weg seid, ist es den Meisten egal. Denn dann kommen Neue. Immer und immer und immer wieder. Ist nun mal ein hartes, undankbares Geschäft, die Politik.

karli8 vor 3 Jahren

@ mono

was wär denn dann die “umweltfreundlichste Form erneuerbarer Energie” in Osttirol?

Waldkauz vor 3 Jahren

Wie das Osttiroler Kleinformat exclusiv berichtet legen die ÖVP Obleute von Matrei und Huben ihre Ämter zurück. Jahrelang nichts von ihnen gehört und jetzt ein Rücktritt mit Getöse der eigentlich niemanden so wirklich stören wird. Der Andreas hat befohlen seine Getreuen gehorchen. Vieleicht folgt auch noch der Bürgermeister, wäre nur konsequent!?

mono vor 3 Jahren

@resus:

wtf... "umweltfreundlichste Form erneuerbarer Energie"... also nachdem ich da nirgends Ironie darin entdecken kann muss ich fast annehmen das das ernst gemeint ist. Das ist definitiv nicht der Stand der Wissenschaft! Die Energielobby verkauft die Wasserkraft mit dem grünen Mascherl, betrachtet man sie insgesamt isses aba nicht so. Heutzutage geht es definitiv mit weniger negativem Impact als mit Wasserkraft. Und fragen sie mal in diversen Kärntner Gemeinden nach wie zufrieden die mit den Kraftwerken bei Ihnen sind.... da gibts schon einige Kehrseiten. Der Kraftwerksbetreiber verdient schön damit und der Steuerzahler darf dann dafür aufkommen das zB das Flussbett regelmässig geräumt wird weil zB durch geringeren Abfluss das ganze Geschiebe liegen bleibt und die Hochwassersicherheit nicht mehr gegeben ist. Oder Gemeinden die jedes Jahr 10000m3 Ablagerungen aus Stauhaltungen auf ihre Kosten entfernen dürfen und auch noch Deponieflächen dafür schaffen müssen. Iss jetzt nicht zwangsläufig Standard, aber oft werden den KW-Betreibern wirklich seeehr günstige Bescheide ausgestellt und Kosten, wo das KW der Verursacher ist, auf die Allgemeinheit abgewälzt. 2 von vielen möglichen Bespielen. Mir kommt vor hier wird eine sehr einschlägige Verkaufstaktik (dem Bürger/Wähler gegenüber) angewandt. Sachpolitik ist es mit dieser nur einseitigen Argumentation sichalich nicht. Und wenns dann doch ned so laft wie zuerst versprochen dann heissts hama ned wissen können, oda was? Und wenn a minus untam strich rauskommt wer darf dann wieda zahlen? Tztztz... unter ehrlicher Information stell ich mir definitiv was anderes vor als was da in unserem Iseltal (von manchen Projektwerbern und Nachläufern) kommuniziert wird. Klingt eha nach Werbeprospekt für ein Pyramidenspiel.... mit vmtl. demselben Ergebnis... wenige Gewinner die am Ende von vielen anderen das Geld in der Tasche haben.

Resus vor 3 Jahren

@Erich

So ein primitiver Kommentar gehört eigentlich wegen absoluter Geschmacklosigkeit sofort gelöscht! Aber vielleicht sollte man ihn auch stehen lassen, als Mahnmal gegen den Extremismus, mit dem manche vermeintlichen Umweltschützer gegen die umweltfreundlichste Form erneuerbarer Energie, nämlich die Wasserkraft vorgehen…… Falls sie es noch immer nicht verstanden haben sollten: Im zukünftigen „Naturpark-Isel“ wird es nicht einmal Wasserkraftwerke geben!

Erich vor 3 Jahren

Die Vereinsgründung „Naturpark Isel“ kommt mir vor wie eine Kindstaufe – allerdings ohne Kind. Getauft wird der Mammon. Das Kind soll ja mit allen Mittel abgetrieben werden. Armes Iselkind – bei solchen Paten!

Randnotiz vor 3 Jahren

He Detektor, sei doch nit imma so negativ! Woat holt amol a Bìssl, wead olls no kemmen: Aguntum is a nit an aan Tog gebaut woan, die Schischaukel ( mit dein Geld aus da Felbatauanstroße ?) a nit! Dreissig Johr hot's ungefähr gedauert. Wenns noch'n Weingartner, in Krieghofa oda in Kolsa Birgameischta Untawega gongen wa, noan was se heit nou nit do...

Sou ane Einflüschtara weads woll a bam Schloß Weißenstein nou a poar Johr gebn: zwa Eigentüma welln nämlich schon long vakafn, lei da dritte nit! Do wa scho long wos Gscheits obn, oba wasch eh: Inzwischn is leida a da Professa Winta schon gschtoabn, da frihare Direkta von da Diplomatischn Akademie in Wien, wasch eh wen i man? Und die Chinesn hom ihr TCM-Inschtitut schon long irgendwo ondasch in Öschtarreich gmocht, wasch eh wie des geht!

Und des mit da TAL is a so a Soche: De inveschtiern hetz foscht hundatfuchzig Millionen Euro in die Sichaheit, zwischn Triescht und Ingolschstodt, do bleib a a Bissl wos fia Oschttirol, wasch eh! Mit Natura Zwatausend sollns oba ka grouße Freid hobn, hob i gheard...

Er sollt hetz holt amol a Bisserl brav sein, der Detektor... und nit ollweil sou ane Gschichtlan dazehln, oda schreibn, wie zum Beischpiel des vom 'letschtn frei fließenden Gletschafluß...', oba wasch eh!

tiroler85 vor 3 Jahren

Zu den Postern Detektor und iseline: Seine tapferen Schildknappen wird der Herr wohl gebührend entlohnen. Wer euer Herr ist lässt sich auch vermuten... Nein Verzeihung, auf dieses Niveau wollt ich mich eigentlich nicht herablassen, wird doch hoffentlich eure freie Meinung sein, auf die vermutlich auch Iseltaler, Resus und realist Recht haben?

Detektor vor 3 Jahren

Zu den Postern Iseltaler, Resus und realist: Seine tapferen Schildknappen wird der Herr wohl gebührend entlohnen.

Zum Thema: Ein Fussballstadion und ein Veranstaltungssaal, welche die wirtschaftliche Entwicklung der Bevölkerung gefördert haben? Die Schischaukel ist mit Massen öffentlichen Geldes (auch unseres Geldes!) umgesetzt worden. Andere Versprechungen hat es zu Hauf gegeben (Diplomatische Akademie, chinesisches Heilzentrum, große Gelder für alle Gemeinden aus der TAL …). Und schließlich: Was hätten weitere Bürgermeister-Denkmäler mit der Isel zu tun? Bei dieser geht es nicht um Verbauungen oder nicht – sondern darum, dass sie als letzter großer Alpenfluss Österreichs ohne Stau und ohne Ausleitung fließen darf – was allerdings ganz offensichtlich nicht für jedermann verständlich ist.

Iseltaler vor 3 Jahren

@iseline: Andreas Köll versteht als erfahrener Einsatzleiter in einer Gemeinde, von Steinschlag, Lawinen, Wildbächen und Hochwasser führenden Flüssen sicher weit mehr von einem „lebendigen Flusssystem“, als du es jemals verstehen wirst!

Denke dabei nur an den Bretterwandbach mit den größten Geschiebesperren Osttirols, das letzte Hochwasser mit HQ100 = hundertjähriges Ereignis am Tauernbach, oder daran, was die Isel-Linie derzeit gerade im Bereich Feld-Mattersberg aufführt:

Den Bereich müsstest du als iseline eigentlich besonders gut kennen, ist es nämlich der einzige, wo im Nahbereich keine harten Verbauungen durchgeführt wurden. Ohne Alfred Thenius, Lutz Tagger und weitere Profis vom Baubezirksamt Lienz und der Wildbach-Lawinenverbauung Osttirol würde das Iseltal bald wieder so ausschauen, wie nach den Hochwasserkatastrophen 1965/1966, in denen es sogar zahlreiche Tote gegeben hat! Aber dafür bist du wahrscheinlich noch zu jung…………

Resus vor 3 Jahren

@iseline

Du hast dich schon des Öfteren als erklärter Gegner des Matreier Bürgermeisters ausgewiesen, was dein gutes Recht ist. Beim Nationalpark solltest du aber bei den Fakten bleiben: Ohne das Einlenken von Andreas Köll und die positive Verhandlungsführung von Ferdinand Eberle mit dem von Leo Gomig und Andreas Köll geforderten Entwicklungsprogramm hätte es einen solchen in Osttirol nicht mehr gegeben (Beispiel Lechtal!). Es war nämlich auch schon in Virgen eine Volksbefragung geplant und wenn eine solche auch dort durchgeführt worden wäre, hätte sie ähnliche Ergebnisse wie in Prägraten oder Matrei gebracht, nämlich ursprünglich (mehr als) drei Viertel der Iseltaler Bevölkerung gegen eine Nationalpark.

Die Aussagen von Andreas Köll, „eine der größten Unrechtshandlungen des Landes Tirol gegenüber Osttirol……“, beziehen sich nicht(!) auf den Nationalpark Hohe Tauern (1991) sondern auf die, vier Jahre später einfach ohne jede Information und Einbindung der Bevölkerung nach Brüssel erfolgte Meldung des ganzen(!) Nationalparkgebietes als Natura 2000-Gebiet. Dafür (nicht nur Kernzone, sondern auch gesamte Außenzone) hat man keine flächendeckenden wissenschaftlichen Erhebungen vorgenommen und wurde die gesamte Fläche auch von der europäischen Kommission nie eingemahnt. Kärnten und Salzburg sind einen ganz anderen Weg gegangen und waren dabei viel demokratischer! Das führt zum Beispiel heute u. a. auch dazu, dass man in Kärnten und Salzburg keine Probleme hat, nicht wissenschaftliche Filmaufnahmen (Stichwort Brad Pitt!) zuzulassen, während in Tirol (Stichwort „Klingendes Österreich“) sogar der Forcher Sepp persönlich intervenieren muss. In Kärnten und Salzburg gibt es keine Probleme für die Bergrettung, Übungsflüge für Gletscherbergungen im Nationalpark durchzuführen, während in Tirol (Osttirol) von der BH Lienz eine wesentlich strengere Gesetzesauslegung erfolgt: Die damit verbundenen Probleme sind zur Genüge bekannt und gehören endlich abgestellt!!!

Darüber, was die u.a. von Andreas Köll jahrzehntelang betriebene Schischaukel (Großglockner-Resort „Kals-Matrei“) z.B. der Nachbargemeinde Kals am Großglockner gebracht hat, brauche ich mit dir gar nicht diskutieren! Wo wäre Kals heute ohne diese erfolgreiche Investition der Schultz-Gruppe?

realist vor 3 Jahren

@iseline

regionalentwicklung nach matreier art!! d.h. ein fussballstation, ein veranstaltungssaal, eine skischaukel, ...

to be continued!

will BGM Köll hier nicht verteidigen - aber lass mal einfach deine persönliche Haltung weg und schau dir einfach mal alles ohne vorurteile und faktenbasierend an!

iseline vor 3 Jahren

A. Köll ist ein erklärter Gegner des Nationalparkes (NP ist das größte Unrecht) A. Köll ist ein Gegner von Natura 2000 und sieht in der Nominierung der Isel und ihrer Schotterbänke das wirtschaftliche Aus für den Bezirk. A. Köll wird ein lebendiges Flusssystem nie verstehen oder nicht verstehen wollen.

Und genau diesem Herrn überlassen die folgsamen Bürgermeister nun die Vereinsgründung für den Naturpark Isel, der eine Qualitätsmarke darstellen soll. Das Ganze passiert wie gewohnt überfallsartig, ohne Einbindung der Bevölkerung, ohne "Vordenker", ohne Managementpläne, ohne öffentliche Diskussion, was der Naturpark für die Region bewirken soll. Nur mit der Übernahme der Statuten der Lechtaler ist es natürlich nicht getan.

Der Hintergrund der Aktion ist unschwer zu erraten. Da sollen wohl die zu erwartenden Gelder vom Land und der EU für die plötzlich nicht mehr so böse Natura 2000 Ausweisung rechtzeitig in die richtigen Kanäle gelenkt werden. Mit Matrei als Sitz des Vereins zeichnet sich bereits ab, wer das Sagen für allfällige Projekte und Geldmittel haben soll.

Regionalentwicklung nach "Matreier Art" könnte man sagen, wer will das wirklich?

cambridge vor 3 Jahren

Wieder ein Verein ... was ist aus dem Verein der Natioalparkgemeinden aus den 80er Jahren geworden? Oder der Verein der Pipeline Gemeinden, die Herr Köll gegründet hat. Die Statuten hat man vielleicht brauchen können. Alles wird wieder in der Rundablage landen.