Burg Heinfels soll wieder „leben“

Museumsverein will dem Pustertaler Wahrzeichen zu neuem Glanz verhelfen.

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So sah die Burg um 1909 aus. Der Palas, in der Mitte der Burg, zerfiel im Jahre 1932. Nach den Revitalisierungsarbeiten soll er allerdings wieder stehen. Foto: Archiv/Peter Leiter

Die Burg Heinfels ist „das“ Wahrzeichen des Hochpustertales. Ihre Geschichte reicht weit zurück, bis in das 5. Jahrhundert. In dieser Zeit erlebten die mittlerweile verfallenen Gemäuer zahlreiche Besitzer – nach den Jesuiten und dem Wiener Rechtsanwalt Max Villgratner ist die Burg seit 2005 im Besitz des Südtiroler Waffelherstellers Loacker. In einem Arbeitskreis arbeiteten die Gemeinden Heinfels und Sillian die letzten Jahre mit dem Süßwarenhersteller an einem Zukunftsprojekt für die Burgruine.

Mit der offiziellen Gründung des Museumsvereines Burg Heinfels am Samstag, 6. September, soll das Projekt „Burgsanierung“ nun endgültig gestartet werden. „Die Landesgedächtnisstiftung erteilte eine Unterstützungszusage für die Restaurierung und forderte dazu einen Verein“, erklärt der Sillianer Gemeindevorstand und Schriftführer des neu gegründeten Vereins, Peter Leiter.

Die Gründungsmitglieder sind die Gemeinden des Osttiroler Oberlandes: Heinfels, Sillian, Außervillgraten, Innervillgraten, Kartitsch, Untertilliach, Obertilliach, Abfaltersbach und Strassen. Nur der Anraser Gemeinderat stimmte gegen eine Mitgliedschaft, Grund dafür dürften wohl die Turbulenzen rund um das Anraser Pfleghaus sein. Angekündigt haben sich aber auch Gemeinden aus dem benachbarten Südtiroler Pustertal. „Innichen, Toblach und Sexten zeigen bereits Interesse“, so Leiter. Mitglied des Vereins kann jeder werden, „Ordentliche Mitglieder“ zahlen 20 Euro Mitgliedsbeitrag, „Fördernde Mitglieder“ 100 Euro – einschreiben kann man sich im Heinfelser Gemeindeamt.

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Bei der Gründungsversammlung leitete Landtagspräsident Herwig van Staa (rechts) die Wahlen. Der Heinfelser Bürgermeister Georg Hofmann wurde zum Vizepräsidenten des Museumsvereins Heinfels gewählt. Foto: Peter Leiter

Vorrangiges Ziel ist die Revitalisierung und Erhaltung der historischen Gemäuer. Die Grundsanierung, die von 2015 bis 2018 geplant ist, beinhaltet den Wiederaufbau eingestürzter Mauern, die Instandsetzung aller Decken, Böden und Dächer, die Restaurierung der Fassaden, die Verlegung der Grundinstallation, die Restaurierung von Fenstern und Türen und die Sicherung der Kapelle als museales Fragment. In Summe wird diese Revitalisierung sieben Millionen Euro kosten. Neben der Landesgedächtnisstiftung, dem Bundesdenkmalamt und der Loacker Tourismus GmbH wird auch die Region mitzahlen. Insgesamt müssen die Gemeinden, der Tourismusverband und Private Gönner 1,4 Millionen auftreiben. Der Verein verweist aber ausdrücklich darauf, dass eine Grundsanierung noch keine Nutzung ermöglicht.

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Peter Leiter hat in seinem Archiv zahlreiche Bilder aus vergangenen Zeiten. Dieses stammt aus dem Jahre 1902.

Neben den Arbeitskreisen „Sanierung und Instandhaltung“ und „Finanzierung“ soll sich eine Arbeitsgruppe um die Erarbeitung und Umsetzung verschiedener Nutzungskonzepte kümmern. Neben einer touristischen und kulturellen Nutzung, denkt man auch über eine öffentliche Nutzung nach. „Das Ziel ist es, dass die Burg ganzjährig genutzt und belebt wird – man wird auch darüber diskutieren, ob man öffentliche Stellen, wie beispielsweise das Gemeindeamt, auf das Schloss verlegt“, berichtet Leiter.

Mit dabei bei der Grüdungsversammlung im Rittersaal der Burg war auch Landtagspräsident Herwig van Staa, der die Tiroler Gedächtnisstiftung vertrat und die Wahl leitete. Präsident des neu gegründeten Vereins ist der Heinfelser Unternehmer Josef Steinringer, seine Vertreter sind der Heinfelser Bürgermeister Georg Hofmann und Manfred Juen. (Alle Funktionäre des Vereins auf einen Blick)

Wir sprachen mit den Schlüsselpersonen des Prozesses über die Zukunft des Heinfelser Wahrzeichens:

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Der Präsident des Museumsvereines, Josef Steinringer, spricht über seine Motivation, das Amt zu übernehmen.
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Der Landtagspräsident Herwig van Staa vertritt die Landesgedächtnisstiftung Tirol. Eine der wichtigsten Förderstellen.
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Andreas Burger, Geschäftsführer der Loacker Tourismus GmbH erklärt die Vorhaben der Eigentümer.
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Der Heinfelser Bürgermeister, Georg Hofmann, über die Bedeutung der Burg für die Region.
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