Welche Zukunft hat das Heer in Osttirol?

Osttiroler Politiker sorgen sich um den „Garnisionsstandort Lienz“.

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Kuenz wünscht sich, dass das Jägerbataillon 24 die Mannschaftsstärke in Osttirol halten kann. Foto: Dolomitenstadt/Egger

Mit großer Sorge blickt der Osttiroler VP-Landtagsabgeordnete Hermann Kuenz auf die, diese Woche in Wien stattfindende, Präsentation der Bundesheereinsparungen von SP-Verteidigungsminister Gerald Klug – eingespart werden könnte auch eine der beiden Osttiroler Kasernen. „Bei allen verständlichen Einsparungszwängen sage ich eines ganz klar: Der Garnisonsstandort Lienz muss aufrecht erhalten bleiben! Es darf zu keiner Totalaushöhlung des Bundesheers in Osttirol kommen“, stellt Kuenz klar.

„In Osttirol gibt es seit jeher eine besonders gute Gesinnung in der Bevölkerung den Soldaten gegenüber. Nicht zuletzt deshalb, weil die Lienzer Garnison in der Vergangenheit bereits unzählige Male bei Hochwasser- und Lawinengefährdung im Einsatz war und stets zu einer Entspannung von Katastrophensituationen beigetragen hat“, weiß der Bauernbündler und gibt als Ziel aus, die Mannschaftsstärke des Jägerbataillon 24 aufrechtzuerhalten.

Natura 2000 für die Isel? Für Hermann Kuenz noch nicht ausgemacht. Foto: Tobias Tschurtschenthaler
„Eine Totalaushöhlung des Bundesheers in Lienz würde einer dramatischen Reduktion der Einsatzbereitschaft im Katastrophenfall gleichkommen“, warnt Kuenz. Foto: Tobias Tschurtschenthaler

„Osttirol ist bereits jetzt von Abwanderung betroffen, da qualifizierte Arbeitsplätze in unserem Bezirk leider Mangelware sind. Durch die Einsparungen darf es zu keiner weiteren Zuspitzung der angespannten Arbeitsmarktlage kommen“, so der Dölsacher Obstbauer abschließend Richtung Verteidigungsminister Klug.

Auch für den St. Jakober Bürgermeister und FP-Nationalratsabgeordneten Gerald Hauser ist das Bundesheer in Osttirol unverzichtbar, er merkt allerdings an: „Wenn nun Landeshauptmann Günther Platter und Hermann Kuenz die kolportierten Schließungen anprangern, dann ist es halbherzig, denn bereits unter Platters Tätigkeit als Bundesminister hat es massive Einsparungen gegeben. Die ÖVP sitzt in der Regierung, das Lamentieren ist unglaubwürdig. Platter und Kuenz sollen mit ihren roten Regierungspartnern reden, damit es zu keinem Kahlschlag kommt.“

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Der freiheitliche Nationalrat aus dem Defereggental wirft Kuenz Halbherzigkeit vor. Foto: Dolomitenstadt/Egger

Auch für den Villgrater Landtagsabgeordneten Sepp Schett von Vorwärts Tirol sind die Soldaten im Bezirk unverzichtbar: „Wir haben in Osttirol oft genug die Erfahrung gemacht, dass wir das Heer für die Katastrophenbewältigung brauchen, beispielsweise in den 60er-Jahren beim Hochwasser im Villgratental.“ Für den Schafbauer ist es unverantwortlich, „wie man das Heer aushungern lässt.“

Welche Kasernen nun tatsächlich geschlossen werden, gibt Bundesminister Klug am Freitag bekannt – österreichweit könnten insgesamt fast 20 Standorte betroffen sein. Um mit Landeshauptmann Günther Platter über die Sachlage zu diskutieren, reiste der Bundesminister heute eigens mit einem Militärhubschrauber nach Innsbruck an. Eine offizielle Stellungnahme des SP-Ministers gibt es noch nicht, allerdings will Klug, laut ORF Tirol, aber neben Landeck und Vomp auch eine Kaserne in Lienz schließen.

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7 Postings bisher
fb vor 3 Jahren

@ AndyHofer:..... und je Kaserne 2 Panzer :-)

AndyHofer vor 3 Jahren

Is a Frechheit, dass imma lei bei uns Osttirolern spoan. Mia solltn dem Klug amol so richtig die Meinung sogn. Jede Stodt mit 16km2 sollt mindestens zwa Kasernen hobn.

Sonja vor 3 Jahren

Passt gut, wäre genau das richtige Obijekt für ein Asylantenheim,der Zaun ums Gebäude steht auch schon!

senf vor 3 Jahren

super, wieder der große aufschrei: kuenz, schett, blanik und hauser brauchen 2 kasernen - für den naturkatastrophenfall, zur wirtschaftsbelebung und wegen der guten gesinnung. das ist man gewohnt. das militär (militaris) ist ein mit kriegswaffen ausgestatte staatsgewalt zur gewähleistung der sicherheit! nach aussen und im bedarfsfall nach innen! das bedingt einer strengen hirarchie, entsprechende werkzeuge (bomber, panzer, hubschrauber, wetterfeste kleidung u. s. w.) und mutige und gut ausgebildete soldaten. . wenn unsere volksvertreter nun glauben, das militär in erster linie für katastrophenfälle aufrecht zu erhalten, dann sollten sie schleunigst die milak aufsuchen und nicht das volk für ihre parteipolitischen interessen anpflaumen. das ist schlicht und einfach nicht ihre aufgabe und bewirkt auch nichts (zur erinnerung: rettungszentrale, polizei, post, öbb, gerichte ...). . im übrigen können im ernstfall jederzeit kräfte aus kasernen der näheren umgebung beigezogen werden. das war auch früher so (1966, 1984 ...).

;-)

defregger vor 3 Jahren

Die F.J.Kaserne war schon in den 70igern eine Schrottbude und unterbelegt. Frühstück kam aus der Haspingerkaserne und zwar täglich! Selbst geliefert morgens um 5:00 , die Anrainer hatten damals schon die Schnauze von uns LKW Fahren, da viel zu laut um die Kurven gercrust wurde.....usw.usw.

Bundesheer - nicht mehr zeitgemäß Neutralität - nicht mehr zeitgemäß Kasernen - auf den Prüfstand Kosten - auf den Prüfstand

- unwirtschaftliche Komponenten schließen, verkaufen ect. Visionen für Lienz - zeitnah realisieren!

In Osttirol wird immer nur gejammert und, wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!

In Deutschland sind auch mehrere Standorte geschlossen worden, und trotzdem ist das Bundesheer hundsmiserabel ausgestattet. In Österreich ist es nicht anders und wirs auch so bleiben.

Herzlichst ihr df

bergfex vor 3 Jahren

.......... reiste der Bundesminister heute eigens mit einem Militärhubschrauber nach Innsbruck an. .........

Warum mit dem Hubschrauber, wenn kein Geld da ist ?

Er könnte doch mit der Vorteilscard die Bahn nehmen, bis Lienz, von dort mit dem "Ötztaler -Bus" bis Innsbruck. Nebenbei würde er die Meinung der Osttiroler Bevölkerung zu hören bekommen.

hallo vor 3 Jahren

ist es wirklich so schlimm, wenn die FJ-Kasserne geschlossen wird? es gibt ja immerhin noch weiter die Haspingerkasserne, in die dann sicher ein Großteil der Belegschaft übersiedeln wird. So neu ist dieses Szenario ja auch nicht, dass alle Politiker des Bezirks nun ihre Meinung dazu geben müssen. Man kann auch die positiven Seiten einer Schließung sehen. Immerhin würde für die Stadt ein immens großes Grundstück frei werden, das gut verwertet werden kann. So könnte das Schulzentrum Nord an einem guten Platz errichtet werden und Erweiterungsfläche für das Krankenhaus schaffen. Die Restflächen könnte ein Wohnbauträger erwerben und tolle Wohnungen errichten. Man würde auch der RGO den Wind aus den Segeln nehemen und die überhöhte Erwartungshaltung ihrer Flächen nehmen. Sicher gefällt das unserer Bürgermeisterin nicht, weil sie dann Geld in die Hand nehmen müsste und was bewirken soll. Aber das ist ja nicht die Stärke des gesamten Gemeinderates. Visionen sind leider Mangelware und man schwelt sich in Selbstmitleid.