Direktzug: Kompromiss mit Fragezeichen

Die Opposition jubelt über neue Verhandlungen. Es gibt aber Fallstricke.

Der Direktzug zwischen Lienz und Innsbruck war, wie berichtet, auch Thema des Dreierlandtages am 28. Oktober in Schwaz. Acht Oppositionsparteien hatten einen Antrag zur Wiederaufnahme von Verhandlungen eingebracht, der auf Druck der Regierungsfraktionen allerdings in wesentlichen Punkten abgeändert werden musste, um am Ende einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu bilden und die breite Zustimmung der Mandatare zu erhalten.

Sonderlandtag im Sommerloch. Die Direktverbindung nach Innsbruck ist wieder Thema.
Beim Dreierlandtag war die Direktverbindung von Lienz nach Innsbruck wieder ein Thema.

Der Kompromiss offenbart sich in sprachlichen Details. Zwar wird wieder verhandelt – was die Opposition bejubelt – aber nur unter der Voraussetzung, dass der Zug bestimmte wirtschaftliche und technische Rahmenbedingungen erfüllt. Hier gehen die Einschätzungen weit auseinander.

Während die SPÖ, Vorwärts, Fritz & Co so manches Haar in der Suppe des aktuellen Öffi-Angebotes finden, dem Direktbus die Attraktivität absprechen und auch wirtschaftlich keine Hindernisse für eine Rückkehr des Direktzuges sehen (Elisabeth Blanik: „Das Geld ist da“), ärgern sich die Vertreter der Tiroler Regierungskoalition darüber, dass die Opposition den Busverkehr madig macht und sehen im neuen Angebot ein klares Erfolgsmodell.

Diametral entgegengesetzt sind die Positionen bei der Einschätzung der Nutzung. Während die Opposition darauf pocht, dass nachweislich mehr Menschen mit dem ehemaligen Direktzug unterwegs waren, verweisen sowohl Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe als auch der Osttiroler VP-Abgeordnete Hermann Kuenz auf die offizielle Statistik. Im Oktober seien durchschnittlich 230 Fahrgäste pro Tag mit dem Direktbus gefahren, im Vergleich zu 130 täglichen Fahrgästen im früheren Direktzug, erklärt Kuenz: „Ich lade Elisabeth Blanik und die Liste Fritz ein, sich bei ÖBB und Verkehrsverbund Tirol zu informieren, bevor sie mit Falschmeldungen an die Öffentlichkeit gehen.“

Ein ganz konkreter Wunsch der Zugpassagiere geht in nächster Zeit jedenfalls nicht in Erfüllung. Reisende zwischen Lienz und Innsbruck müssen in Franzensfeste umsteigen. Der dortige Bahnhof ist nicht barrierefrei. Bei kurzen Umsteigintervallen ist das für ältere Menschen und Passagiere mit viel Gepäck ein Problem. Geändert wird an der Misere in nächster Zeit nichts. Das erklärte der Südtiroler Landtagspräsident Thomas Widmann im Rahmen des Dreierlandtages. Die Kleine Zeitung zitiert wörtlich: „Franzensfeste ist noch nicht an die Provinz Bozen übergegangen. Daher werden wir so schnell nicht bauen können.“

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5 Postings bisher
Osttirol vor 2 Jahren

LiebeLeservon Dolomitenstadt! Es ist Traurig das Die Grünen keine Umweltschutz Partei mehr sind. Den dann währen Sie für den Zug und nicht für den Bus. Den jedes Auro macht mehr Co2 ausstoss in Lienz selbst bin ich für den Bus aber nicht wenn ich von Lienz nach Innsbruckfahren will.Den hier gibt es eine Bahnlinie . Der Bahnhof Lienz soll 2016 angefangen werden umzubauen, damit er Barriere Frei wird ein Mobilitätszentrum ist dann dabei .Auch der Regiobus in Lienz fängt zu fahren an im Dezember2016 bin gespannt wie er in Lienz angenommen wird.Der öffentliche Verkehr muss in Osttirol sehr wohlmassiv ausgebaut werden damit das Klima die Themperaturen in auf der Erde nicht weiter steigt. Ciao Osttirol

fb vor 3 Jahren

Direktzug - zu welchen Kosten?

Der Zug würde ja von der Pustertalbahn betrieben werden. Weiß man da, was für Kosten an das Land Tirol verrechnet werden?

Ebenso - was muss das Land für den kommenden Stundentakt nach Lienz an die Pustertalbahn zahlen?

Möchte auch gerne die Kosten für den Busverkehr, gesamt oder pro Fahrt wissen.

Jede Forderung nach neuer Verbindung darf eigentlich nur in Verbindung mit den Kosten dafür gestellt werden, dies sollen alle unsere Landtagsabgeordneten sich zu Herzen nehmen.

Schienennagl vor 3 Jahren

Schienennagl

Versprochene Barrierefrei bei den Umsteig-Verbindungen ab 14.Dezember in Franzensfeste eine bewusste Lüge ???

Es ist einfach nur traurig wenn man den Absatz „ Diametral…“ liest, wo ein LA Kuenz- obwohl schon vor Jahren mit diesen Thema konfrontiert- Fahrgastzahlen nennt, ohne eine Sekunde darüber nachgedacht zu haben von was er spricht! Betrachtet man den Vergleich Zug/Bus genauer, so sollte man auch die Fahrten der Verkehrsmittel, der Zug 4x täglich u. der Bus 8x täglich berücksichtigen! Dann ergeben sich bei nur 4 Zugfahrten/Tag, 130:4= 32,5 Fahrgäste/Zug und bei 8 Busfahrten/Tag, nur 230:8=28,75 Fahrgäste/Bus, bitte was soll da Super sein????????? Wenn man jetzt fairer Weise auch noch die Südtiroler Fahrgäste mit einrechnet und dann noch die doppelten Zugverbindungen(8x wie der Bus) berücksichtigen würde, war und müsste der Direktzug gegenüber dem Bus eine wahre Erfolgsgeschichte werden und sein, von den € 15,- Kampfpreis oder Gruppenticket um € 7,- ganz zu schweigen!!! Daher nur Mut Herr LA Kuenz, mehr Verbindungen bedeuten auch mehr Fahrgäste wie man sieht und wenn Sie es, als Osttiroler LA in Innsbruck, auch der LH Stv. Felipe erklären ist der Erfolg garantiert! Außerdem, Österreich zahlt schon genug Strafgelder wegen nicht einhalten des Kioto-Abkommens!

Daher, Bahnfrei für den Direktzug!

iseline vor 3 Jahren

Im Feber dieses Jahres zitierte dolomitenstadt die Landesrätin.

Der desolate Bahnhof in Franzensfeste wird lt. Felipe im Laufe des Jahres 2015 umgebaut. "Dann gibt es auch für in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen keine Barrieren mehr für ein einfaches Umsteigen".

Wusste es die Landesrätin nicht besser oder hat sie nicht genau nachgefragt??? Dann hätte sie die Ankündigung besser bleiben lassen. Glaubwürdig schaut anders aus!

mitlaeufer vor 3 Jahren

Sehr gut! Endlich sagt mal jemand was, wenn wir unsere Politiker nicht hätten, dann würd glaub ich gar nix weiter gehen in unsrem Land. Also ist das Geld, das wir ihnen für ihre Arbeit bezahlen, doch nicht zum Fenster rausgeschmissen. Gehaltserhöhung gerechtfertigt!

Ich finde es auch vorbildlich, dass sich sowohl die Regierenden, wie auch die Regierenwollenden ausschließlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen. Sie somit wissen wie der Zustand des ÖV ist und was "die Menschen" brauchen. Kann mich noch an früher erinnern, da gabs Politiker die von öffentlichen Verkehrsausbau sprachen und selbst nur mit dem Auto unterwegs waren. Gott sei Dank sind diese Zeiten vorbei!