Linz oder Lienz? Das wird die Zukunft zeigen

Eva-Maria Januschke studiert in der oberösterreichischen Industriestadt.

Das ist die 7. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Dolomitenstadt-Printmagazin (erhältlich im Osttiroler Zeitschriftenhandel) und im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Unsere heutige Gesprächspartnerin ist Eva-Maria Januschke aus Lienz, geboren am 25. Dezember 1993.

Eva-Maria Januschke, porträtiert von Linda Steiner.
Eva-Maria Januschke, porträtiert von Linda Steiner.

Erzähl mal, was du zurzeit machst.

Zurzeit studiere ich Wirtschaftspädagogik an der Johannes Kepler Universität Linz. Ich habe davor ein Jahr an der Uni Innsbruck Wirtschaft studiert, mit dem Ziel, den Master in Wirtschaftspädagogik zu machen.  Bei einem Familientreffen hab ich meine oberösterreichischen Cousinen getroffen, die in Linz Wirtschaft studieren und mir von der einzigartigen Möglichkeit erzählten, Wirtschaftspädagogik als Diplomstudium zu absolvieren. Meine Recherchen und die freundlichen Mitarbeiterinnen der JKU überzeugten mich dann, mein Studium und meinen Lebensmittelpunkt nach Linz zu verlegen.

Bist du froh über diesen Schritt?

Das Wirtschaftspädagogikstudium ist im Vergleich zu meiner vorherigen Ausbildung total anders! Ich hab sehr viele soziale, didaktische und psychologische Fächer, die das Studium noch interessanter gestalten. Anfangs bin ich nur wegen des Studiums nach Linz gegangen und hatte ein Bild von einer „Industriestadt“, als welche sie immer wieder abgestempelt wird. Jetzt bin ich sehr froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Linz ist zwar keine wirkliche Studentenstadt, aber es ist eine unglaublich schöne Gegend, mit wahnsinnig netten Menschen, einer richtig gemütlichen, überschaubaren Uni mit besonderem Schwerpunkt auf wirtschaftlichen Studienrichtungen.

Weißt du schon, was du später mit deinem Studium machen möchtest?

Das ist ja das Tolle an meinem Studium; ich kann in den Lehrberuf einsteigen, kann aber genauso in die Wirtschaft gehen. Erfahrungsgemäß teilt sich das bei WiPäd Studenten auf 50/50 auf. Ich bin ein sehr offener und kontaktfreudiger Mensch und würde später sehr gerne den Lehrberuf ergreifen, könnte mir aber auch vorstellen, nebenbei eine wirtschaftliche Tätigkeit auszuüben.

Als Lehrerin hättest du die Freiheit, dir deinen Lebensraum auszusuchen. Kannst du dir vorstellen nach Osttirol zurückzukehren?

Definitiv. Ich fühle mich dort geborgen und zuhause. Die Lebensqualität in Osttirol ist unglaublich hoch. Die sportlichen Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos. Das ist mir sehr wichtig, denn egal, ob Sommer oder Winter, ich bin immer unterwegs. In Österreich gibt es sicher auch viele andere schöne Gegenden, trotzdem gilt für mich: daheim bleibt daheim. Jedoch ist die Entscheidung, ob ich zurückkehre, von mehreren Faktoren abhängig. Falls sich die Möglichkeit für mich bietet, möchte ich gerne in Osttirol arbeiten.

Würdest du dir eine Veränderung für Osttirol wünschen?

Mehr Offenheit, mehr Mut und mehr Zusammenhalt in Dingen, die wichtig sind für Osttirol und eine gemeinsame Lösung erfordern.

–––

In der Serie „Heimweh?“ entstehen vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Außerhalb Osttirols lebende Studierende, aber auch andere junge „Bildungsauswanderer“ können sich per Mail an redaktion@dolomitenstadt.at bei uns melden, wenn sie an diesem Projekt teilnehmen möchten.

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

1 Posting bisher
Churchill vor 4 Jahren

"eine unglaublich schöne Gegend, mit wahnsinnig netten Menschen"

Ich verallgemeinere ja wirklich ungern, aber von den vielen Menschen, die ich im Laufe meines Lebens getroffen habe, zählten die Oberösterreicher tendenziell zu den gefühlskälteren und verschlosseneren Personen. Vielleicht waren die, die meine Wege gekreuzt haben, auch einfach nur eine unausreichend große Stichprobe ;-)