Man sollte niemals seine Wurzeln vergessen

Der Lienzer Laurent Kraler studiert Wirtschaft in Innsbruck.

Das ist die 11. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Unser heutiger Gesprächspartner ist Laurent Kraler, geboren am 6. September 1991 in Lienz.

Laurent Kraler, porträtiert von Linda Steiner.
Laurent Kraler, porträtiert von Linda Steiner.

Erzähl mal, was du machst.

Ich studiere seit letztem Winter Wirtschaftswissenschaften an der Universität Innsbruck. Ich bin mittlerweile im dritten Semester. Ich habe vor, hier auch den Bachelor zu machen und später dann den Master. In welche Richtung ich mich vertiefen möchte und ob ich den Master auch an der Uni Innsbruck machen möchte, weiß ich noch nicht genau. Es gefällt mir hier sehr gut und die SoWi Innsbruck ist definitiv eine moderne, gute Uni.

Mein Vater und meine Mutter haben auch beide in Innsbruck studiert und da es nicht weit von Lienz entfernt ist, war für mich von Beginn an klar, nach Innsbruck zu gehen.

Was gefällt dir an Innsbruck am besten?

Das Beste an Innsbruck ist eindeutig, dass rundherum Berge sind. Für mich würde ohne sie einfach etwas fehlen und ich würde mich vermutlich bald langweilen. Auch das Uni-Leben ist wirklich super; ich habe in den knapp drei Semestern bereits sehr viele neue Leute kennen gelernt. Man kommt schnell ins Gespräch und findet leicht jemanden mit den gleichen Interessen. Auch dass man so viele Menschen aus anderen Ländern trifft, macht Innsbruck interessant. Man kann hier einfach sein, wer man will, ohne jemandem Rechenschaft ablegen zu müssen. Die zahlreichen Ausgehmöglichkeiten sind auf jeden Fall auch ein großer Pluspunkt. Je nach Stimmung kann man sich die Location aussuchen und viele Veranstaltungen besuchen. Und ein letzter großer Vorteil gegenüber Lienz ist die große Anzahl an Restaurants, die  Innsbruck noch multikultureller machen. In Lienz hat man, abgesehen von regionaler Küche, mit chinesischem/japanischem Essen, Pizza und McDonalds schnell alles durch.

Hast du einen starken Bezug zu deiner Heimat?

Ich finde, dass man niemals seine Wurzeln vergessen sollte. Lienz hat eine wirklich hohe Lebensqualität zu bieten, da man auf der einen Seite alles in der Stadt schnell erreichen kann und auf der anderen Seite gleich die Natur vor der Haustür hat. Trotzdem sollte man immer offen für Neues sein und seinen Horizont erweitern, sobald man die Möglichkeit dazu hat. Lienz ist eine schöne Stadt, aber nicht das Zentrum der Welt.

Kannst du dir vorstellen, irgendwann nach Osttirol zurückzukehren?

Je nachdem, in welche Richtung mich mein Studium bringen wird, muss ich natürlich abwägen, was der Arbeitsmarkt in Osttirol zu bieten hat. Ich kann mir aber auf jeden Fall vorstellen, irgendwann wieder „nach Hause“ zu ziehen. Zuerst möchte ich aber noch andere Orte auf der Welt besuchen und einiges kennenlernen.

Was fehlt Osttirol deiner Meinung nach?

Im Großen und Ganzen bin ich mit Osttirol zufrieden. Jedoch würde ich mir wünschen, dass die Menschen offener für Neues sind.

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In der Serie „Heimweh?“ entstehen vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Außerhalb Osttirols lebende Studierende, aber auch andere junge „Bildungsauswanderer“ können sich per Mail an redaktion@dolomitenstadt.at bei uns melden, wenn sie an diesem Projekt teilnehmen möchten.

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