In Osttirol schalte ich auf ein „menschliches Tempo“

Mario Bachmann wird Arzt und kann sich vorstellen, in Osttirol zu forschen.

Das ist die 12. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Unser heutiger Gesprächspartner ist Mario Raphael Bachmann, geboren am 6.März 1991 in Lienz.

Mario Raphael Bachmann, porträtiert von Linda Steiner.
Mario Raphael Bachmann, porträtiert von Linda Steiner.

Mario, was machst du zur Zeit?

Ich studiere im 7. Semester Humanmedizin an der LMU in München.

Warum studierst du in Deutschland? Gibt es dafür einen speziellen Grund?

Ursprünglich wollte ich für das Studium nach Graz gehen, nachdem ich allerdings sehr viele positive Dinge über die Ausbildung in München gehört habe, war die Entscheidung für mich klar. Die Tatsache, dass München in Deutschland liegt, macht hier, dank offener Grenzen, wenig Unterschied.

Gibt es etwas, das dir an deinem Studium ganz besonders gefällt? Ein Highlight?

Mir gefällt besonders die Einbindung von Ärzten, nicht nur in leitenden Positionen, sondern auch aus dem alltäglichen Arbeitsleben, in die Lehre. Es wird uns ein wirklich praxisrelevanter Unterricht geboten und großer Wert auf das Erlernen praktischer Fähigkeiten gelegt.

Praxisnähe, bedeutet das auch viel Kontakt mit Patienten?

Bereits im ersten Studienjahr hatte ich den ersten Patientenkontakt und seither gibt es zwei bis drei Mal pro Woche Lehrveranstaltungen direkt am Patienten.

Gibt es eine medizinische Fachrichtung, die dich besonders interessiert?

Ich schwanke derzeit noch zwischen einigen Richtungen, die den meisten wohl sehr gegensätzlich erscheinen. Mit der Anästhesie und der Kardiologie sind zwei bekannte Vertreter der Inneren Medizin dabei, aber auch einige chirurgische Fächer sind noch im Rennen. Das wird sich wohl im Laufe der Ausbildung klären.

Hast du einen starken Bezug zu Osttirol?

Auf jeden Fall! Osttirol ist meine Heimat und das wird es auch immer bleiben. Gerade das Leben in der Großstadt hat mir gezeigt, wie wertvoll mir dieser Bezirk ist. Manche mögen ihn als verschlafenes Nest bezeichnen. Mir gibt die Zeit hier jedoch die Möglichkeit, wieder auf ein „menschliches“ Tempo zu schalten.

Kannst du dir auch vorstellen, hier zu arbeiten und zu leben?

Ich möchte in meiner Facharztausbildung auch andere Kliniken kennenlernen. Langfristig möchte ich aber zumindest teilweise in Osttirol arbeiten. Mir ist es sehr wichtig, die Verbindung zur Forschungswelt nicht zu verlieren und sowohl selbst an neuen Entwicklungen mitzuarbeiten als auch Erkenntnisse von anderen zu nutzen und weiterzuentwickeln. Sollte dies auch hier möglich sein, kann ich mir durchaus vorstellen, komplett in Osttirol zu arbeiten.

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In der Serie „Heimweh?“ entstehen vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Außerhalb Osttirols lebende Studierende, aber auch andere junge „Bildungsauswanderer“ können sich per Mail an redaktion@dolomitenstadt.at bei uns melden, wenn sie an diesem Projekt teilnehmen möchten.

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