So sehen Kinder die Herbergsuche 2014

Ein Gedicht von Kindern der 4. Schulstufe der Volksschule Ainet.

Gemma-Krippele-schaugn-Tristach

In seiner Glosse „Waterkantiges“ schildert Dolomitenstadt-Autor Marcus Kiniger, wie in Dresden vor Weihnachten gegen offene Türen für Flüchtlinge demonstriert wird. Er betitelt seinen Kommentar mit „Wer klopfet an?“ Die Kinder der Volksschule Ainet haben auf diese Frage eine Antwort, die viele Erwachsene eigentlich beschämen müsste. Sie haben ein Gedicht geschrieben, das wir hier sehr gerne veröffentlichen, weil es uns zeigt, wie einfach die Weihnachtsbotschaft zu verstehen ist, wenn man ein offenes Herz hat:

Ich komme, ich klopfe, ich frage an
ob ich Kriegsflüchtling zu euch kommen kann.
Seit Wochen bin ich schon auf Reisen
Könnt ihr mir bitte eine Herberg zuweisen?

Ich möchte erbitten ein warmes Quartier,
ein offenes Herz, eine offene Tür.
Ein sicheres Plätzchen für mich auf Erden,
wo mich die Terroristen nicht umbringen werden.

Wollt, liebe Leute uns eintreten lassen?
Zu Tausenden warten wir auf Europas Straßen.
Wenn wir überlebten die Flucht übers Meer.
Und die heimlichen Fahrten bis zu euch her.

Tut unsere Wanderschaft euch auch erschrecken –
Wo sollen und wie lange müssen wir uns verstecken?
Die Sprache, die Kleidung, alles ist uns und euch fremd,
sogar die Hautfarbe unter dem Hemd.
Wir sind genau so furchtsam wie ihr!
Öffnet uns trotzdem jemand die Tür?

Viele müssen weiter gehen und klopfen und fragen,
sie müssen ihr Schicksal noch lange ertragen.
Sie finden auch Menschen, die freundlich wie hier,
trotz allem uns öffnen mutig die Tür.
Wir danken von Herzen und wünschen euch Frieden
Eine frohe Weihnacht sei euch beschieden!

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