Ab 7. Februar fährt samstags der „Nightliner“

Ein Bus bringt künftig jugendliche Nachtschwärmer sicher ans Ziel.

Jahrelang war er Zankapfel im Lienzer Gemeinderat, jetzt startet er durch, ohne dieses Gremium zu befassen: der „Nightliner„, ein Bus, der vor allem jugendliche Nachtschwärmer sicher zu Szenelokalen und Events im Lienzer Becken oder Matrei bringen soll und von dort auch wieder nach Hause.

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So sieht er bei Tag aus, der „Nightliner“, der ab 7. Februar jeweils Samstagnacht unterwegs sein wird.

Am Samstag, 7. Februar beginnt die „Jungfernfahrt“ um 21.00 vom Bahnhof Lienz in Richtung Matrei. Rund eine Stunde später erreicht der Nightliner die Tauerngemeinde, von wo er um 22 Uhr wieder in Richtung Lienz abfährt. Die letzte Fahrt der Nacht startet um 3.30 Uhr in Lienz, führt über Nußdorf-Debant nach Matrei und von dort um 4.30 Uhr wieder retour zum Bahnhof der Dolomitenstadt.

Bis Dezember 2017 wird der Nachtbus nach dem Fahrplan, den man am Ende dieses Artikels downloaden kann, zwischen Nußdorf-Debant, Lienz und Matrei pendeln, mit Zwischenstopps überall dort, wo Busse auch tagsüber halten. Geführt wird die Linie ganz regulär als ÖBB Postbus im VVT, dem Tiroler Verkehrsverbund, dessen Tagestarife auch für Nachtpassagiere gelten, inklusive aller Ermäßigungen.

Als Zahlenbeispiel sieht das so aus: Eine Fahrkarte zwischen Lienz und Matrei kostet 6,20 Euro, ein Ticket zwischen Lienz und Nußdorf-Debant 2,80 Euro. Von Matrei nach Nußdorf-Debant zahlt man 7,20 Euro. Mit Wochen-, Monats- oder Jahrestickets, SchulPlus- und LehrPlus-Tickets oder auch mit einer Senioren-Jahreskarte kann man den  „Nightliner“ kostenlos nutzen.

Der Stadtrat hat den Nightliner abgesegnet, erklärte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. Fotos: Marco Leiter
Der Stadtrat hat den Nightliner abgesegnet, erklärte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. Fotos: Dolomitenstadt/Marco Leiter

Die Eingliederung in den VVT und dessen Tarifsystem, aber auch die damit verbundenen Förderungen durch Bund und Land ließen letztlich auch die Lienzer ÖVP einlenken. Der Stadtrat hat laut Bürgermeisterin Elisabeth Blanik sein OK gegeben, der Gemeinderat wird dazu gar nicht mehr befragt. Blanik stellte den neuen nächtlichen Shuttlebus gemeinsam mit SP-Gemeinderätin Christina Gruber und Christopher Handl von der Jungen Generation der SPÖ vor.

Flankiert von Bürgermeister Pfurner und Bürgermeisterin Blanik erklären die beiden SP-Jungpolitiker Christopher Handl und Christina Gruber, wie intensiv sie an der Umsetzung des Projekts "Nightliner" gearbeitet haben. Ihre Überzeugungsarbeit hat letztlich gefruchtet.
Flankiert von Bürgermeister Pfurner und Bürgermeisterin Blanik erklären die beiden SP-Jungpolitiker Christopher Handl und Christina Gruber, wie intensiv sie an der Umsetzung des Projekts „Nightliner“ gearbeitet haben. Ihre Überzeugungsarbeit hat letztlich gefruchtet.

Die beiden Jungpolitiker hatten sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema beschäftigt und Schritt für Schritt alle wichtigen Protagonisten überzeugt. Bei Bürgermeister Andreas Pfurner in Nussdorf-Debant rannten sie offene Türen ein, er kennt das Nachbusthema seit Jahrzehnten. „Dölsach und Debant hatten lange einen Nachtbus, vor einigen Jahren haben wir ihn eingestellt, weil seine Fahrzeiten nicht mehr zeitgemäß waren. Heute gehen die Leute sehr viel später aus, als in den achtziger und neunziger Jahren.“

Für Nußdorf-Debant ist ein Nachtbus nichts Neues, Andreas Pfurner freut sich deshalb über die Neuauflage.
Für Nußdorf-Debant ist ein Nachtbus nichts Neues, Bürgermeister Andreas Pfurner freut sich deshalb über die Neuauflage.

Weil über den VVT mit den Gemeinden abgerechnet wird, werden die Kosten von insgesamt 33.000 Euro jährlich nicht schwer ins Gewicht fallen, hoffen die Lokalpolitiker. Zum einen übernimmt der VVT 10.000 Euro, dazu gibt es natürlich auch Einnahmen, die gegengerechnet werden.

Wenige hundert bis einige tausend Euro werden die Gemeinden im Jahr zahlen, den Löwenanteil der Nightliner-Kosten teilen sich Lienz, Nussdorf-Debant und Matrei. Das Oberland soll mit einer weiteren Linie möglichst bald erschlossen werden, erzählen Christina Gruber und Christopher Handl, die schon den nächsten Schritt des Projekts in Angriff nehmen.

Zum Download:

Fahrplan Nightliner Osttirol

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4 Postings bisher
pustrabui vor 3 Jahren

Sehr geehrte Damen u Herren

Mit fällt auf, dass der Bus nur im Iseltal fährt. Hat das einen bestimmten Grund.

Es würde sicher auch im Pustertal viele Nutzer für diesen super Dienst geben!!!???

mgG

Churchill vor 3 Jahren

"[..] den Löwenanteil der Nightliner-Kosten teilen sich Lienz, Nussdorf-Debant und Matrei."

Warum Lienz für den Nachtbus zahlt, ist mir unverständlich, zum einen sind die Haltestellen lt. Fahrplan für Lienzer Jugendliche völlig uninteressant, zum anderen zahlen Jugendliche aus den anderen Gemeinden durch ihre Schüler-/Lehrlingstickets i.d.R. nichts für den Bus, während Lienzer (die ja über keine derartigen Tickets verfügen) zur Kasse gebeten würden.

Vielleicht sollten die Gastronomen auch einen Beitrag leisten, immerhin Karren die Busse haufenweise feierwütige Jugendliche heran.

Bin gespannt, wie weit die (meiner Meinung nach fragwürdige) Entwicklung Richtung "Nanny-State" in Osttirol/Österreich noch voranschreitet.

Cato vor 3 Jahren

Der Bus fährt dahin wo er von den Gemeinden gezahlt wird. Offenbar erachten die Oberländer Entscheidungsträger das Angebot für jung und alt als unwichtig. Aber fürs Sparen sein die ja bekannt. ;-)

pustrabui vor 3 Jahren

Der Bus ist super! Aber was ist mit die Jugendlichen zwischen Lienz u Sillian!??