Sprache spielt eine große Rolle in meinem Leben

Vedrana Markanovic will Jugendliche unterschiedlichster Herkunft unterrichten.

Das ist die 21. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Unsere heutige Gesprächspartnerin ist Vedrana Markanovic (24) aus Lienz.

Vedrana Markanovic, porträtiert von Linda Steiner.
Vedrana Markanovic, porträtiert von Linda Steiner.

Erzähl mal, was du zurzeit machst.

Ich studiere Englisch und Französisch auf Lehramt, aber bin bereits am Ende meines Studiums angelangt und schreibe derzeit meine Diplomarbeit.

Warst du dir schon von Anfang an sicher über die Wahl deines Studiums?

Wie die meisten LehramtstudentInnen hatte auch ich zu Beginn manchmal Zweifel, ob dieses Studium wohl die richtige Wahl war. Aber spätestens nach dem ersten, wenn auch kurzen Schulpraktikum, war ich mir sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, da mir die Zusammenarbeit mit den SchülerInnen wirklich Spaß gemacht hat.

Was hat dich dazu bewegt, zwei Sprachen zu studieren?

Da ich zweisprachig (Kroatisch/ Deutsch) aufgewachsen bin, spielten Sprachen natürlich immer schon eine große Rolle in meinem Leben. In der Schule entschied ich mich deshalb auch für den Sprachenzweig und fand es spannend, Unterhaltungen in Englisch oder Französisch führen zu können. Hinsichtlich meines Studiums habe ich mich schlussendlich ebenfalls für diese beiden Sprachen entschieden, da ich glaube, aufgrund meiner Zweisprachigkeit einen anderen Blick auf die Unterschiede zwischen den einzelnen Sprachen zu haben, der für die SchülerInnen manchmal hilfreich sein könnte.

Kannst du dir vorstellen nach Osttirol zurückzukehren, um dort zu unterrichten?

Nein, in näherer Zukunft nicht. Nach meinem Studium möchte ich in Graz bleiben oder nach Wien ziehen, da mich vor allem die Arbeit mit SchülerInnen unterschiedlichster Herkunft reizt. Aber da ich sehr gerne in Osttirol bin und auch die Schulen ansprechend finde, kann ich nicht sicher sagen, ob es mich in 10-15 Jahren nicht wieder dorthin zieht.

Hat sich deine Sicht auf deine Heimat verändert, seit du in Graz lebst?

Ja, schon. Ich sehe Osttirol nun als Entspannungsort und Treffpunkt mit meiner Familie bzw. mit meinen FreundInnen, die in anderen Städten arbeiten oder studieren. Allerdings fehlt mir, wenn ich in den Ferien über längere Zeit in Lienz bin, doch ein wenig die kulturelle Vielfalt, die ich z.B. in Graz erlebe.

Was wünschst du dir für Osttirol?

Ich wünsche mir für Osttirol eine bessere Anbindung an die verschiedenen Landeshauptstädte, da man bereits auf einer kurzen Strecke wie Lienz-Graz zum Teil 2-3 Mal umsteigen muss. Des Weiteren wäre es schön, wenn Osttirol StudentInnen in seinem Freizeitangebot mehr berücksichtigen würde. So würde ich im Winter gerne die Landschaft nutzen und öfter Ski fahren; mein Budget lässt dies aber bei den Erwachsenenpreisen nur zwei- bis dreimal pro Saison zu.

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In der Serie „Heimweh?“ entstehen vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Außerhalb Osttirols lebende Studierende, aber auch andere junge „Bildungsauswanderer“ können sich per Mail an redaktion@dolomitenstadt.at bei uns melden, wenn sie an diesem Projekt teilnehmen möchten.

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