Luftfahrt begeistert mich seit meiner Kindheit

Salim Michor studiert in Graz und verwirklicht sich den Traum vom Fliegen.

Das ist die 29. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Unser heutiger Gesprächspartner ist Salim Michor (23) aus Dölsach.

Salim Michor, porträtiert von Linda Steiner.
Salim Michor, porträtiert von Linda Steiner.

Salim, erzähl uns, was du machst!

Zurzeit studiere ich Luftfahrt an der FH Joanneum in Graz. Wir erhalten im Bachelorstudium ein breites Grundlagenwissen in den Bereichen Flugzeugbau, Konstruktion, Elektrotechnik, Thermodynamik,  Aerodynamik usw. bis hin zur Betriebswirtschaft. Das Studium ist sehr zeitintensiv und die ständige Anwesenheitspflicht macht das Studentenleben etwas unflexibel. Trotzdem taugt mir das Studium. Wir sind nur um die dreißig Studierende pro Jahrgang. Das macht das Ganze sehr überschaubar, was den Vorteil hat, dass wir uns jederzeit direkt an die Professoren wenden können.

Warum hast du dich ausgerechnet für dieses Studium entschieden?

Die Luftfahrt begeistert mich seit meiner frühen Kindheit und daran hat sich bis heute nichts geändert. Mathematik und Technik faszinieren mich ebenfalls, deshalb wurde es eben Luftfahrttechnik. Obwohl ich keine Karriere als Linienpilot anstrebe, möchte ich mir den Traum vom Fliegen zumindest als Hobby verwirklichen. Deshalb möchte ich noch in diesem Jahr mit dem Paragleiten anfangen. Ich träum‘ schon die ganze Zeit von „Hike and fly“ sprich mit dem Schirm Berggehen und dann herunterfliegen. Und dazu bietet eben auch Osttirol ideale Bedingungen.

Natürlich habe ich auch mit dem Gedanken gespielt, Pilot zu werden; allerdings sind in diesem Sektor die Goldenen Zeiten verflogen. Heutige Passagiermaschinen werden fast ausschließlich vom Autopiloten gesteuert. Dementsprechend ist ein Linienpilot eher ein System-Überwacher, und da würde mir auf Dauer die Herausforderung fehlen.

Wie lange muss man sich ausbilden, um alleine Paragleiten zu können?

Das ist eine Sache von zwei, drei Wochen. Nach der theoretischen Ausbildung braucht man um die 20 überwachte Höhenflüge. Dann darf man alleine fliegen.

Hast du einen starken Bezug zu Osttirol?

Mit Osttirol verbinde ich Natur, Familie und Freunde. Meine ganze Kindheit habe ich mehr oder weniger im Wald oder am Debantbach oder auf der Alm verbracht. Das hat mich sehr geprägt und es fehlt mir schon, wenn ich länger nicht nach Hause komme.

Wie schaffst du dir in Graz einen Ausgleich zu deinem Studium?

Mein Ausgleich war schon immer der Sport und diesbezüglich hat Graz wirklich viel zu bieten. Volleyball, Kampfsport und seit kurzem habe ich wieder mehr zum Klettern gefunden. Bis jetzt beschränkt sich das zwar nur auf's Bouldern in der Kletterhalle, aber ich freue mich schon sehr, wenn ich wieder auf richtigem Fels klettern kann!

Kannst du dir vorstellen, irgendwann wieder in Osttirol zu leben?

Ich kann mir gut vorstellen, später wieder in Osttirol zu leben. Aktuell mache ich sogar mein Berufspraktikum in Osttirol, bei MICADO in Oberlienz. Start ist am 4 Mai. Ich bin sehr froh, dass es auch in Osttirol eine Firma mit Luftfahrt-Bezug gibt. Wenn es nicht Osttirol wird, dann muss ich zumindest einen Berg sehen können, wenn ich morgens aus dem Fenster schaue.

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In der Serie „Heimweh?“ entstehen vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Außerhalb Osttirols lebende Studierende, aber auch andere junge „Bildungsauswanderer“ können sich per Mail an redaktion@dolomitenstadt.at bei uns melden, wenn sie an diesem Projekt teilnehmen möchten.

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