Zurzeit schreibe ich an meiner Diplomarbeit

Lukas Straganz sammelte während des Studiums Auslandserfahrung.

Das ist die 31. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Unser heutiger Gesprächspartner ist Lukas Straganz (24) aus Lienz.

Lukas Straganz

Erzähl mal, was du machst!

Ich studiere Rechtswissenschaften und Wirtschaftsrecht in Innsbruck. Zurzeit schreibe ich an meiner Diplomarbeit in Jus über Sterbehilfe im Kontext der Grundrechte und höchstgerichtlicher Rechtsprechung. Ich habe mich für dieses Thema entschieden, da es in letzter Zeit zu einem Wiedererstarken der Sterbehilfedebatte gekommen ist und ich mich dafür interessiere, ob wir aus unseren verfassungsmäßig gewährleisteten Rechten, Vorgaben bzw. rechtlichen Schranken ableiten können, wie man in dieser Thematik am besten vorgehen muss, oder ob es sich dabei um eine rein politische Entscheidung handelt.

Was war bisher das Highlight in deinem Studium?

Das war sicherlich mein Erasmusstudienaufenthalt in Rotterdam im letzten Frühjahr. Ein Semester lang hatte ich dort die Möglichkeit, neben einer anderen Perspektive auf das Recht, das holländische Lebensflair und die dortige Kultur kennenzulernen. Außerdem konnte ich mit zahlreichen internationalen Austauschstudenten in Kontakt treten und nicht zuletzt auch das Rotterdamer Nachtleben genießen.

Hast du auch schon praktische Erfahrung während des Studiums sammeln können?

Ja, letzten Herbst war ich für zwei Monate in einem Außenwirtschaftscenter der Wirtschaftskammer in Toronto und anschließend noch bei der kanadischen Anwaltskanzlei Dale & Lessmann.

Welche Aufgaben hattest du in Toronto?

Das Außenwirtschaftscenter in Toronto ist eines von 77 weltweit und unterstützt vor allem österreichische Unternehmen in Exportbelangen im jeweiligen Land. Neben allgemeinen Büro- und Assistenzaufgaben zählten Rechercheaufgaben zu potentiellen Geschäftskontakten, Übersetzungsarbeiten und Mithilfe bei der Organisation von Marketingevents zu meinem Tätigkeitsfeld.

Wie schaffst du dir einen Ausgleich zu deinem Studium?

Zum einen durch gute Lektüre und andererseits durch Sport. Was das Sportliche anbelangt, kommt man in Innsbruck natürlich voll auf seine Kosten und hat eigentlich alle Möglichkeiten. Vor allem als passionierter Läufer greife ich neben der klassischen Innbrückenrunde gerne auf das große Waldwegenetz im unteren Bereich der Nordkette zurück.

Hast du einen starken Bezug zu deiner Heimat?

Ich werde immer einen engen Bezug zu meiner Heimat pflegen, da ich dort aufgewachsen bin und keinerlei negative Assoziationen dazu hege. Zudem fahre ich gerne heim, um Familie und Freunde zu besuchen und vor allem auch für Wanderungen und Skitouren in der schönen Osttiroler Bergwelt.

Kannst du dir vorstellen, später einmal in Osttirol zu leben?

Ausschließen möchte ich das nicht, aber das hängt sehr vom beruflichen Werdegang ab. Als Jurist ist man ja von Haus aus ein beruflich immobiles Wesen, da man sich nur sehr schwer von den Banden der nationalen Rechtsordnung lösen kann und ein Sprung in rechtliche Gefilde im Ausland nur mit großen Mühen gelingen kann. Falls ich den Weg in die Anwaltei einschlage, räume ich mir bessere Entfaltungsmöglichkeiten in den größeren Ballungsgebieten Österreichs ein.

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In der Serie „Heimweh?“ entstehen vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Außerhalb Osttirols lebende Studierende, aber auch andere junge „Bildungsauswanderer“ können sich per Mail an redaktion@dolomitenstadt.at bei uns melden, wenn sie an diesem Projekt teilnehmen möchten.

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