Die Jungvögel Lea und Fortuna heben ab

Im Nationalpark Hohe Tauern wurden wieder zwei Bartgeier freigelassen.

Nationalparkmitarbeiter Michael Knollseisen mit dem Jungvogel Lea. Fotos: Expa/Johann Groder
Nationalparkmitarbeiter Michael Knollseisen mit dem Jungvogel Lea. Fotos: Expa/Johann Groder

Drei Monate erst sind sie alt, die beiden Bartgeierjungen, die am 28. Mai in Kals freigelassen wurden. Damit kommt der Nationalpark dem Ziel einer stabilen Bartgeier-Population im Alpenraum immer näher. Die Landesrätin für Naturschutz, Ingrid Felipe, war auch dieses Jahr anwesend, war sie doch schon letztes Mal sichtlich beeindruckt von den Großvögeln: „Es freut mich, dass durch die langjährige und hartnäckige Arbeit zahlreicher Partner der ursprünglich vom Menschen ausgerottete Bartgeier wieder im Alpenraum heimisch wird.“ Tatsächlich dauert das Wiederansiedlungsprojekt, das insbesondere vom Nationalpark selbst, vom Alpenzoo Innsbruck und von der Österreichischen Eulen- und Greifvogelgesellschaft  vorangetrieben wird, schon fast drei Jahrzehnte. Die beiden Bartgeier heißen Lea und Fortuna und stammen aus Zuchten des Zoos von Ostrava (Tschechien) und aus Haringsee (Österreich). Ein wenig mögen die weiblichen Vornamen irritieren, handelt es sich doch um zwei männliche Junggeier, die den „Überschuss“ an weiblichen Tieren in den Ostalpen ausgleichen sollen. Lea hat seinen Namen von der Tochter der Bartgeierpatin Michaela Dorfmeister erhalten und Fortuna lässt auf den Sponsor schließen: die Österreichischen Lotterien.

Die ersten Flugversuche können Interessierte im Dorfertal bei der Bartgeierbeobachtungsstation des Nationalparks Hohe Tauern unter fachkundiger Anleitung beobachten. Wenn sie dann weiterziehen, werden sie wesentlich größer sein als derzeit. Ein Bartgeier kann eine Flügelspannweite von bis zu 2,9 Metern erreichen. Die Tiere sind entgegen allen Gerüchten Aasfresser. Völlig zu Unrecht wurde ihnen früher nachgesagt, dass sie Lämmer und Gemsen erlegen. Der falsche Verdacht hatte zu ihrer Verfolgung geführt, wodurch sie um 1910 beinahe ausgerottet waren. Zu 90 Prozent leben sie von Knochen. Ein Bartgeier kann bis zu 50 Jahre alt werden. Lea und Fortuna haben also noch viel vor, wie auch ihre Artgenossen, Felix und Kilian.

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