Dolomitenbad: 309.450 Euro aus der „Pufferkassa“

PORR meldet Kostenerhöhungen. Das ist einkalkuliert.

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik zweifelt gelegentlich an der Aufnahmefähigkeit der Medienvertreter. Bei der Gemeinderatssitzung am 8. Juni betonte sie deshalb mehrfach mit Blick zum Pressetisch, dass zwar nach Vorliegen konkreter Kalkulationen des Dolomitenbad-Generalunternehmers PORR Mehrkosten von 309.450 Euro beim Zu- und Umbau des Dolomitenbades anfallen, dies aber ausdrücklich „keine Erhöhung der genehmigten Gesamtbaukosten“ bedeute.

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Bei Umbau- und Sanierungsarbeiten sind Kosten schwer zu schätzen. Deshalb hat das Dolomitenbad-Projekt eine „Pufferkassa“. Foto: Brunner Images

Tatsächlich wurde bereits bei der minutiösen Ausschreibung und Kalkulation baulicher Details ein Puffer für den Fall eingeplant, dass im Zuge der Renovierungsarbeiten unkalkulierbare Mehrkosten auftreten. Im genehmigten Gesamtbauvolumen von 12,2 Mio Euro sind 746.900 Euro als Reserve eingeplant. Aus dieser „Pufferkassa“ werden jetzt mit einstimmiger Zustimmung des Gemeinderates 309.450 Euro abgeholt, nach Adam Riese bleiben damit also noch 437.450 Euro im Talon, falls weitere Zusatzkosten auftauchen.

Konkret verteuert sich der Bau des Hallenbades beispielsweise durch eine nicht eingeplante aber notwenige Verlängerung des großen Beckens. Es ist derzeit genau 25 Meter lang. Baut man – wie geplant – eine Stahlwanne ein, verkürzt das das Becken um einige Zentimeter. Damit wäre es nicht mehr für Wettkämpfe zugelassen. Weil die Wettkampftauglichkeit aber wichtig ist, entstehen zusätzliche Arbeiten und Kosten. „Außerdem haben wir uns für Schlitzrinnen statt Einzelabläufen entschieden“, ging Blanik weiter ins bauliche Detail und regte an, künftig solche Mehraufwendungen nicht im Gemeinderat sondern im Stadtrat abzuhandeln, um Zeit zu sparen und betonte: „Natürlich bleibt alles weiterhin vollkommen transparent!“

Für diese Transparenz soll auch die Kommunikation rund um das Großprojekt sorgen. Die damit beauftragten Kreativunternehmen – zusammengeschlossen in der ARGE Imagemanufaktur – sind aber offenbar arg zerstritten. Also wurde der Vertrag mit der Stadt einvernehmlich aufgelöst und ein Honorar von 16.100 Euro für bereits geleistete Kommunikation und Verwertungsrechte überwiesen. Insgesamt sind unter diesem Posten 62.600 Euro budgetiert. Exklusive Mehrwertsteuer.

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3 Postings bisher
chiller336 vor 3 Jahren

stellt sich vor allem die frage, warum wenige cm verlängerung gleich soviel mehr kosten?? das becken wird ja sowieso vor ort zusammengeschweisst und das abschremmen weniger cm beckenwand zum erreichen des wettkampfmaßes sollen über 300.000 euros (fast 5 millionen schilling) kosten? da wirds jemanden offenbar wieder leicht gemacht, ein paar euros zusätzlich zu verdienen

mitreder vor 3 Jahren

also seid mir nicht bös, aber dass ein Topf, in den ich einen anderen Topf stelle, einen anderen (kleineren) Durchmesser bekommt, das lernt man in der Volksschule.... das Becken, wenn es in Metall ausgekleidet wird, wird sich da wohl genauso verhalten.... und da kommt man erst jetzt drauf?!

hallo vor 3 Jahren

Nach wenigen Wochen Bauzeit ist bereits fast die Hälfte der Reserve aufgebraucht.... das Bad wird wohl etwas teurer kommen als gedacht. Die Gemeinde rechnet wohl auch mit weiteren Zusatzkosten, sonst würde in Zukunft nicht der Stadtrat über die Zahlungen entscheiden. Dieser Schachzug von Bürgermeisterin Blanik ist auch gut gewählt, kann sie dann doch auch dem Stadtrat mit dem "Bäderspezialisten" Zanon die Schuld und volle Verantwortung zuschieben. Arme ÖVP! Wenn jetzt schon grundlegende Bauteile nicht eingeplan wurden stellt sich die Frage, was noch alles kommt, wenn man bei der Haustechnik in nähere Details geht. Eines steht aber jetzt schon fest. Politisch wird der Bäderbau für Blanik ein Gewinn. War doch sie es, die den Bäderbau voran getrieben hat und der Obmann des Badausschuss, der dem Vernehmen nach bei der nächsten Wahl eh nicht mehr aufgestellt ist, wird in den nächsten Monaten noch den Kopf hinhalten und dann das führerlose Schiff "Dolomitenbad" seinen Parteikollegen übergeben. Somit ist ein Schuldiger gefunden, der sich nicht mehr wehren kann und in gekonnter Weise wird Blanik das Fiasko schön reden und sich positiv in den Vordergrund bringen. . Man sollte sich als Leser die Summe für Kommunikation auf der Zunge zergehen lassen. Für 62.600 Euro lässt sich die Bürgermeisterin ein quasi Privat-PR-Büro bezahlen. Wer hat denn am Ende des Tages die Lorbeeren dieser Berichterstattung? Herr Ladstätter oder Frau Remmler? Dieser Auftrag ist ja noch viel haarsträubender als die Kostenübernahme für ein um wenige Zentimeter längeres Becken. Aber auch hier erkennt man das politische Geschick von Elisabeth Blanik. Die anderen sagen "ja" und sie erntet die Früchte. Gratuliere Frau Bürgermeister.