Dieses schwer zu beschreibende Heimatgefühl

Der angehende Humanmediziner Daniel Wurnitsch kommt gerne zurück nach Osttirol.

Das ist die 40. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Unser heutiger Gesprächspartner ist Daniel Wurnitsch, 23 Jahre, aus Lienz.

Daniel Wurnitsch, porträtiert von Linda Steiner.
Daniel Wurnitsch, porträtiert von Linda Steiner.

Erzähl mal, was du so machst!

Ich studiere Humanmedizin in Innsbruck und bin bereits im sechsten Semester. Als Ausgleich dazu spiele ich Fußball in einer Hobbymannschaft, ich unternehme viel mit Freunden und nutze das Kursangebot der Sport Uni.

Würdest du Sport und Medizin gerne verbinden?

Nein, darin sehe ich nicht meine Zukunft.

Wo dann?

Da bin ich noch unschlüssig. Gott sei Dank muss man sich in meinem Studium erst spät für eine Richtung entscheiden. Unter den Top Drei sind für mich Anästhesie, Chirurgie oder Pädiatrie.

Hast du schon praktische Erfahrungen mit PatientInnen sammeln können?

Ja, ich habe bereits zwei Famulaturen (Praktika) absolviert, beide im BKH Lienz. Auch manche Praktika in unserem Studium finden direkt am Patienten statt, jedoch ist das eher die Ausnahme, leider …

Wie waren deine Erfahrungen im BKH Lienz? Würdest du es als Praktikumsplatz weiterempfehlen?

Überwiegend positiv! Auf jeden Fall würde ich es weiterempfehlen.
Im Gegensatz zu den Erzählungen meiner Freunde, die an ihrem Praktikumsplatz eher Zuschauer waren, wird man in Lienz als Medizinstudent sehr gut aufgenommen. Man darf überall einmal reinschnuppern und auch viel selbständig durchführen, was aber auch am so berühmten „Ärztemangel“ liegen mag.
Bei jedem Praktikum in Lienz überrascht es mich immer wieder, wie viele Studenten hierherkommen (auch wenn es nur wegen der Berge ist).

Kommen auch auswärtige Studenten zum Famulieren, oder sind es vorwiegend Osttiroler?

Wir Osttiroler sind hier eher in der Minderheit. Es kommen sehr viele Studenten aus Deutschland (vorwiegend im Winter) und aus ganz Österreich. Jedoch konnte ich es kaum glauben, als mir letztens zwei Studenten gegenüberstanden und sagten, dass sie aus Kairo seien.

Fährst du noch oft nach Hause?

Anfangs fuhr ich noch jedes Wochenende nach Hause. Jetzt geht es für mich circa einmal im Monat nach Hause und die Ferien verbringe ich auch zum größten Teil daheim.

Kannst du dir vorstellen, irgendwann wieder hier zu leben?

Ja, das könnte ich mir durchaus vorstellen.

Was zieht dich zurück?

Da ist zum einen die Familie und zum anderen dieses schwer zu beschreibende Heimatgefühl, das ich jedes Mal erlebe, sobald ich das Schild mit der Aufschrift „Lienz“ sehe.

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In der Serie „Heimweh?“ entstehen vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Außerhalb Osttirols lebende Studierende, aber auch andere junge „Bildungsauswanderer“ können sich per Mail an redaktion@dolomitenstadt.at bei uns melden, wenn sie an diesem Projekt teilnehmen möchten.

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