Ich liebe meine Heimat – generell Tirol!

Die angehende Juristin Mara Neumayr möchte trotzdem die Welt sehen.

Das ist die 41. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Unsere heutige Gesprächspartnerin ist Mara Neumayr, 21 Jahre, aus Lienz.

Mara Neumayr, porträtiert von Linda Steiner.
Mara Neumayr, porträtiert von Linda Steiner.

Erzähl mal was du machst!

Ich studiere seit drei Jahren Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Zurzeit bin ich dabei, meinen zweiten Studienabschnitt abzuschließen. Gleichzeitig versuche ich, möglichst viele verschiedene berufliche Erfahrungen zu sammeln, um nach meinem Magisterabschluss genau sagen zu können, in welche Richtung ich mich weiterentwickeln und welchen Beruf ich gerne einmal ergreifen möchte.

Wie bist du mit dem Umschwung von Osttirol nach Graz zurechtgekommen?

Der war für mich anfangs nicht unbedingt leicht. Es war eine ganz neue Erfahrung, direkt nach meiner Matura, getrennt von meiner Familie und meinen Freunden in eine völlig fremde Stadt zu ziehen. Ich pendelte daher besonders im ersten Studienjahr noch häufig nach Hause. Doch mit der Zeit lernte ich Graz und alles, was die Stadt so zu bieten hat, immer besser kennen und so wurden auch die Besuche in Lienz weniger. Mittlerweile habe ich mir in Graz ein ganz neues und zweites Leben aufgebaut. Ich habe viele sehr gute Freunde gefunden und Graz auch sonst – obwohl ich dem „Großstadtleben“ anfangs nur wenig abgewinnen konnte – als Stadt und zweiten Heimatort richtig lieben gelernt.

Gibt es eine berufliche Erfahrung, die dir bisher besonders gefallen hat?

Vergangenes Semester war ich als Studienassistentin am Institut für Zivilgerichtliches Verfahren angestellt. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, in die Arbeit und das Leben eines Universitätsprofessors schnuppern zu können. Hauptsächlich habe ich mich mit der Überarbeitung eines Lehrbuchs befasst und dadurch auch einen sehr guten Einblick in die wissenschaftliche Tätigkeit bekommen. Diese Erfahrungen sind äußerst wertvoll für mich gewesen, da ich es mir immer schon gut vorstellen konnte, in der Lehre und an der Uni zu bleiben. Allerdings hat mir das vergangene Halbjahr auch gezeigt, dass ich bei Weitem noch nicht alle Berufssparten eines Juristen gesehen habe. Bevor ich mich wirklich entscheiden kann, was ich später einmal machen will, möchte ich unbedingt noch mehr Eindrücke sammeln.

Nimmt dich dein Studium sehr in Anspruch?

Jus gehört sicherlich zu einer der zeitintensivsten Studienrichtungen. Es zeichnet sich vor allem durch große Diplomprüfungen aus, wodurch man schon einmal Wochen und Monate an den Schreibtisch gebunden ist. Aber solange es einen interessiert und man Freude an seinen Fortschritten findet, ist alles halb so schlimm und locker machbar – lernen muss man schließlich überall!
Meinen Ausgleich in solch lernreichen Monaten finde ich dann vor allem im Sport. Ich liebe es, draußen in der Natur laufen zu gehen. Leider gibt es in Graz viel weniger Möglichkeiten als in Lienz, vor allem wenn man gerne in die Höhe möchte. Aber das haben Städte halt mal so an sich.

Kannst du dir vorstellen, irgendwann wieder nach Osttirol zurückzukehren?

Diese Frage kann ich ganz klar mit Ja beantworten. Ich liebe meine Heimat – und dabei meine ich Tirol generell. Es bietet einem so viele Möglichkeiten, vor allem, wenn man so naturliebend ist, wie ich. Aber natürlich weiß man nie, was einen im Leben noch so erwartet und deshalb kann und will ich auch jetzt noch nicht sagen, wo es mich schlussendlich einmal hinziehen wird. Sicher bin ich mir jedoch dahingehend, dass ich zuvor noch viel von der Welt sehen möchte und mich mit 21 Jahren nicht leicht von etwas abhängig machen will.

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In der Serie „Heimweh?“ entstehen vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Außerhalb Osttirols lebende Studierende, aber auch andere junge „Bildungsauswanderer“ können sich per Mail an redaktion@dolomitenstadt.at bei uns melden, wenn sie an diesem Projekt teilnehmen möchten.

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