Berührende Gedenkmesse auf der Schleinitz

Nahe dem Himmel wurde spürbar, wie wichtig der Frieden ist.

Über das nächtliche Gedenken an jene Männer, die vor 65 Jahren das Heimkehrerkreuz auf der Schleinitz aufstellten, haben wir bereits berichtet. 15 Meter hoch ist das Alukreuz, gefertigt von Berufsschülern, das zu diesem Zweck auf die Schleinitz getragen und mittels LED-Lampen illuminiert wurde. Hier sind Bilder von der Errichtung des nur temporär installierten Kreuzes, das zahlreiche Helfer auf den Gipfel trugen.

Diese Aktion, flankiert von Bergfeuern auf dem Grat und in der Flanke des Berges fand am Samstag, 25. Juli statt. Am Sonntag, 26. Juli, fanden sich dann fast 270 Menschen zu einer Gedenkmesse auf den 2.905 Meter hohen Schleinitzgipfel ein. Das originale Heimkehrerkreuz ist sieben Meter hoch und aus Lärchenholz gefertigt.

Herbert Oberhauser erzählte den Anwesenden, wie es 1950 von der Idee bis zur Fertigstellung unter teilweise schwierigen Umständen umgesetzt wurde. Zweimal seien die Jugendlichen, die das Kreuz aufstellen wollten, von einem aufziehenden Wetter wieder ins Tal getrieben worden. Am Tag der Gedenkmesse blieb der Himmel blau und das Kreuz erhielt eine neue, von Stephan Hofer angefertigte Tafel mit dem Text: „Zur Ehre Gottes und als Dank für die glückliche Heimkehr aus dem 2. Weltkrieg wurde dieses Kreuz von jungen Männern aus Oberdrum im Juli 1950 errichtet“.

Pater Markus, ein Wiener Kaplan, derzeit zu Besuch in Innervillgraten, zelebrierte die Messe und erinnerte in seiner Predigt daran, dass siebzig Jahre Frieden keine Selbstverständlichkeit sind: „Frieden kann nur sein, wenn alle ihren Beitrag leisten“, unterstrich der Geistliche, „Frieden fängt bei uns selbst an.“ Und hoch über dem Lienzer Talboden, nahe dem Himmel, wurde spürbar, wie wichtig dieser Frieden ist.

Pater Markus segnete nicht nur das Heimkehrerkreuz, sondern auch das neue 15 Meter hohe und 10 Meter breite Alukreuz, das zu diesem Zeitpunkt bereits wieder abgebaut war und künftig als „Friedenskreuz“ bezeichnet werden wird. Im Gedenken an jene verstorbenen Männer, die 1950 das Heimkehrerkreuz auf den Berg getragen und aufgebaut haben, wurden ihre Namen noch einmal genannt, bevor die fünfköpfige Bläsergruppe der Musikkapelle Oberlienz das Lied „Vom guten Kameraden“ anstimmte. Die Bläser hatten mit ihren Weisen schon die Wanderer auf die Schleinitz begleitet und auch die Messe umrahmt.

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