An der Musikschule Lienz hat alles begonnen

Anita Giovanna Rosati hat in Wien die Ausbildung zur Opernsängerin gemacht.

Das ist die 44. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Unsere heutige Gesprächspartnerin ist Anita Giovanna Rosati, 21 Jahre, aus Schlaiten.

Anita Giovanna Rosati, porträtiert von Linda Steiner.
Anita Giovanna Rosati, porträtiert von Linda Steiner.

Erzähl mal, was du machst!

2011 habe ich mich an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien für das Fach Gesang (Operngesang) inskribiert und heuer meinen Bachelorabschluss absolviert. Im August werde ich nach Weimar umziehen und dort ein sogenanntes Opernstudio besuchen. Das soll mir helfen, in die Berufswelt der Sänger einzusteigen und gibt mir zudem die Möglichkeit, ein Jahr lang ein fixes Ensemblemitglied des Nationaltheaters in Weimar zu sein.

Wie kann man sich deine Ausbildung in etwa vorstellen?

Drei Mal die Woche hat man Einzelunterricht im Fach Gesang, Einzelunterricht mit einem Korrepetitor (einem Pianisten), man bekommt außerdem Schauspiel- und Tanzunterricht. Natürlich gehören auch Musiktheorie und Gehörbildung zum Studium, weiters Vorlesungen in Musikgeschichte und der Einzelunterricht in Klavier als „zweites Instrument“. In den vier Jahren Bachelorstudium geht es hauptsächlich darum, eine individuelle künstlerische Persönlichkeit zu entwickeln. Dazu dienen unter anderem die Klassenabende, die zwei Mal im Jahr stattfinden sowie diverse Opern-Projekte.

Das klingt nach sehr individueller Betreuung. Hast du eine Aufnahmeprüfung absolvieren müssen?

Ja, die Aufnahmeprüfung dauert fünf Tage. Zuerst muss man einen theoretischen Test bestehen, damit man zur ersten Gesangsrunde gelangt. Jeder stellt ein kleines Programm zusammen, aus dem die Professoren dann Stücke auswählen. Vorausgesetzt werden stimmliche, musikalische und außerdem physische Begabung.

Hast du schon früh mit Gesang begonnen?

Ich habe mit 13 Jahren angefangen, an der Musikschule in Lienz bei Irmgard Platter-Lang Gesangsunterricht zu nehmen. Sie hat mich dann klassisch ausgebildet. Eigentlich habe ich es ihr zu verdanken, dass ich jetzt Opernsängerin bin!

Gibt es ein Stück oder Genre, das du besonders magst?

In diesen vier Jahren habe ich viele Partien aus Mozart-Opern gesungen, zum Beispiel Susanna aus „le nozze di figaro“, die Papagena aus „Die Zauberflöte“, Zerlina aus „Don Giovanni“ und einige mehr. Für meine Stimme sind das sehr angenehme und passende Rollen. Operette finde ich übrigens auch toll und unterhaltsam!

Hast du noch einen starken Bezug zu deiner Heimat?

Nach Hause fahre ich immer sehr gerne! In Wien vermisst man nach einer Weile richtig die Berge und den Wald. Nur leider konnte ich während des Studiums nur an den Feiertagen nach Hause fahren. Aber dafür habe ich die paar Tage umso mehr genossen.

Kannst du dir vorstellen, irgendwann wieder in Osttirol zu leben?

Leider gibt es für mich in Osttirol wenig Arbeitsmöglichkeiten, somit wird es wohl in nächster Zeit eher nicht dazu kommen, aber später dann … wer weiß?

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In der Serie „Heimweh?“ entstehen vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Außerhalb Osttirols lebende Studierende, aber auch andere junge „Bildungsauswanderer“ können sich per Mail an redaktion@dolomitenstadt.at bei uns melden, wenn sie an diesem Projekt teilnehmen möchten.

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