Im Vergleich zu Rom kam mir Wien klein vor

Elisa Kölnberger freut sich auf ihr Praktikum in Thailand.

Das ist die 46. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Unsere heutige Gesprächspartnerin ist Elisa Kölnberger, 22 Jahre, aus Lienz.

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Elisa Kölnberger, porträtiert von Linda Steiner.

Erzähl mal, was du machst!

Ich studiere Physiotherapie in Wien im dritten Semester.

Warum hast du dich für dieses Studium entschieden?

Ich bin gesellig und fröhlich, zudem hat mich der menschliche Körper immer fasziniert. Die Ausbildung ist sehr vielfältig und deckt von der Geburtsvorbereitung bis hin zur Unterstützung von Menschen im hohen Alter alles ab. Mir war wichtig, einen Beruf zu wählen, bei dem ich mich aktiv an der Gesundheit anderer Menschen beteiligen kann. Ich kann mir kein Studium vorstellen, das mehr meiner Leidenschaft entsprechen würde.

Gibt es einen Bereich, der dir besonders gut gefällt?

Momentan würde ich mich gerne als Kinderphysiotherapeutin spezialisieren, da mir die Arbeit mit den Kleinen besonders viel Spaß bereitet. Jedoch kann ich mich jetzt noch nicht festlegen, da ich noch nicht alle Fachbereiche kennengelernt habe.

Ist dein Studium sehr theoretisch ausgelegt oder hattest du schon Kontakt mit Patienten?

Das Tolle an meinem Studium ist, dass es von Anfang an sehr praktisch orientiert ist. Im ersten Jahr haben wir die Techniken aneinander geübt und das erste richtige Praktikum beginnt jetzt im Herbst.

Wo wirst du das Praktikum absolvieren?

Ich werde das Praktikum im Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien absolvieren. Dabei handelt es sich um ein physikalisches Institut. Am meisten aber freu ich mich auf das Auslandspraktikum, das ich nächsten Juni gerne in Thailand absolvieren möchte.

Ist es schwierig, einen Praktikumsplatz im Ausland zu ergattern?

Es kommt darauf an, wo man hingeht. In Thailand wird man mit offenen Armen empfangen, da sie stark an internationalen Kontakten interessiert sind. Ein Praktikum in Holland würde mich auch reizen, dort ist es jedoch ein bisschen schwieriger, da ein Sprachnachweis verlangt wird.

Gibt es in deinem Studium eine Aufnahmebeschränkung?

Ja, das ist das Problem bei meinem Studium. Da es sehr begehrt ist, muss man einen schriftlichen und einen körperlichen Test machen und anschließend ein Bewerbungsgespräch führen. Letztes Jahr gab es 1.200 Bewerber für 115 Plätze.

In dem Fall, gratuliere zu deinem Erfolg! Wie hast du den Umschwung von Osttirol nach Wien wahrgenommen?

Bevor ich nach Wien gegangen bin, habe ich ein Jahr in Rom als Aupair verbracht. Das war eine traumhafte Zeit und eine super Erfahrung. Im Vergleich zu Rom kam mir Wien dann fast klein vor.

Du scheinst dich im Ausland ja richtig wohl zu fühlen. Wäre es eine Option für dich, dich außerhalb von Österreich anzusiedeln?

Ich will auf alle Fälle noch viel Zeit im Ausland verbringen, bevor ich mich irgendwo fix niederlasse. Abgesehen von der wirtschaftlichen Situation zieht es mich immer wieder nach Italien. Jedoch ist Österreich meine Heimat und mit keinem Land der Welt zu vergleichen.

Kannst du dir auch vorstellen, nach Osttirol zurückzukehren?

Ich komme immer wieder gerne in den Ferien nach Osttirol zurück, kann mir aber nicht vorstellen, in meiner unmittelbaren Zukunft zurück zu gehen. Meine Pension würde ich aber sehr gerne in Osttirol verbringen.

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In der Serie „Heimweh?“ entstehen vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Am 11. September wird der erste Durchgang dieser Serie mit einem „Heimweh-Fest“ in Lienz beendet.

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