„Auf Demos geh‘ ich hin und wieder“

Johanna Oblasser möchte später für eine NGO oder als Journalistin arbeiten.

Das ist die 49. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Johanna Oblasser, unsere heutige Gesprächspartnerin, ist 20 Jahre alt, kommt aus Lienz und studiert Politikwissenschaft.

Johanna Oblasser, porträtiert von Linda Steiner.
Johanna Oblasser, porträtiert von Linda Steiner.

Erzähl mal, was du machst!

Ich studiere in Wien Politikwissenschaft im Bachelor, kommenden Herbst im fünften Semester. Anfangs habe ich auch Sprachwissenschaft und Wirtschaft studiert, das war aber dann doch nicht das Richtige.

Was gefällt dir an deinem Studium?

Viele Geisteswissenschaften werden ja oft als einfach abgetan. Ich finde aber speziell bei Politikwissenschaft bekommt man sehr viel Allgemeinwissen mit. Wenn man sich interessiert und engagiert, kann man viel über die größeren Zusammenhänge in der Welt lernen, was mir sehr gefällt. Man kann Politik ja nicht isoliert sehen. Zugleich lernt man viel über Wirtschaft, Geschichte etc.

Engagierst du dich auch privat, bei politischen Aktionen?

Ich bin nicht Mitglied bei einer Partei, aber auf Demos bin ich hin und wieder. Im Moment arbeite ich bei einer NGO, die mit der UNO zusammenarbeitet.

Was sind dort deine Aufgaben?

Die Organisation heißt CoNGO – Conference of NGOs. Das hat man wahrscheinlich eher noch nicht gehört. Grundsätzlich geht es darum, NGOs zu unterstützen und zwischen den verschiedenen NGOs und der UNO zu vermitteln. Ich bin für circa zwei Monate als Praktikantin dabei und helfe bei der Organisation einer Veranstaltung anlässlich des 70. Geburtstags der UNO im Oktober.

Hast du schon eine Vorstellung, in welche Richtung du dich später bewegen möchtest?

Naja, eher eine vage. Grundsätzlich kann ich mir vorstellen, etwas im Bereich von NGOs zu machen. Deshalb passt es ganz gut, dass ich dort momentan hineinschnuppern kann. Mein „Plan B“ ist beim Radio oder einer Zeitung zu arbeiten, da hab ich auch schon ein bisschen Erfahrung sammeln können und das hat mir sehr gut gefallen.

Ist es dir wichtig, international tätig zu sein?

Das ist nicht meine oberste Priorität, aber ich denke, das wird sich ergeben. Wenn ich später im politischen Bereich tätig sein sollte, wird das wahrscheinlich zwangsläufig nicht nur auf Österreich beschränkt sein. Eine Zeit lang könnte ich mir auch gut vorstellen, im Ausland zu arbeiten.

Hast du noch einen starken Bezug zu Osttirol?

Ich werde natürlich immer einen Bezug zu Osttirol haben, weil meine Familie hier ist und ich hier aufgewachsen bin. Ich komme sehr gerne nach Lienz, aber teilweise auch deswegen, weil ich auf Besuch dort bin und eben nicht mehr dort wohne.

Kannst du dir vorstellen, irgendwann wieder nach Osttirol zurückzukehren?

Ich könnte mir vielleicht vorstellen, meinen Lebensabend dort zu verbringen. Im Moment würde ich aber sagen – natürlich weiß ich noch nicht, wie ich das in fünf Jahren sehen werde – dass ich auf keinen Fall nach Lienz zurückkommen möchte.

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In der Serie „Heimweh?“ entstanden vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Am 11. September wird der erste Durchgang dieser Serie mit einem „Heimweh-Fest“ in Lienz beendet.

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