Verkehrsplanung in Lienz: Der Weg ist das Ziel

Planer Michael Hochkofler präsentierte Logisches und Umstrittenes.

Verkehr in Lienz – diese Thematik ist unerschöpflicher Quell von Diskussionen in der Stadt Lienz und in deren Gemeinderat, der sich am 3. November fast ausschließlich diesem Thema widmete. Anlass war die Präsentation der nunmehr fertiggestellten Spezialsoftware zur interaktiven Messung von Verkehrsströmen, die künftig als technisch-rationale Entscheidungsgrundlage für Verkehrsmaßnahmen dienen soll.

Aufbauend auf diese Daten soll ein „Gesamtverkehrsleitplan“ dafür sorgen, dass in Lienz Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger gut ans Ziel und sich gegenseitig nicht in die Quere kommen. Im Mai 2013 wurde das Grazer Planungsbüro Hochkofler mit der Umsetzung des Projekts beauftragt. Mit 80.000 Euro Honorar war die Studie dotiert und in Kooperation mit dem Stadtmarketing wurde in zwei Wellen eine Umfrage gestartet. Die erste Welle gab den Bürgern Gelegenheit, Problemzonen zu nennen und führte zur Lokalisierung neuralgischer Punkte, etwa der Beda-Weber-Gasse und der Adolf-Purtscher-Straße.

Verkehrsplaner Michael Hochkofler (links) und Stadtbaumeister Seirer bereiten sich auf die Präsentation im Lienzer Gemeinderat vor. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner
Verkehrsplaner Michael Hochkofler (links) und Stadtbaumeister Klaus Seirer bereiten sich auf die Präsentation im Lienzer Gemeinderat vor. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

In der zweiten Umfrage war mehr Engagement gefragt. Dort ging es um minutiöse Bewegungsprotokolle, die in die Software eingespeist wurden. Wer bewegt sich mit welchem Verkehrsmittel wohin und aus welchem Grund? So könnte man vereinfacht diesen Teil der Umfrage beschreiben. 1500 Fragebögen wurden an ausgewählte Adressen geschickt, 319 kamen penibel ausgefüllt zurück. Ein guter Wert, wie Hochkofler betont.

Ergänzt um bereits erhobene Daten des Landes entstand aus diesen Materialien und regelmäßig durchgeführten Verkehrszählungen ein Analyseraster, das die Stadt in Quadrate mit 250 Metern Seitenlänge einteilt. Michael Hochkofler präsentierte dem Lienzer Gemeinderat, was man mit seiner Software machen kann: Beispielsweise simulieren, was eine 30-km/h-Zone in der Beda-Weber-Gasse bringen würde und was passieren würde, wenn man stattdessen diese Gasse zur Einbahn erklären würde.

Auf den langen Vortrag des Experten folgten seine Ratschläge, abgesprochen mit dem Verkehrsausschuss der Stadt. Zusammengefasst ortet Hochkofler einen massiven Ausweichverkehr in den bereits angesprochenen Gassen, aber auch im Moarfeldweg, der Franz-von Defregger-Straße, der Dolomitenstraße und anderen Innenstadtbereichen. Auf diesen Schleichwegen bewegen sich alle jene, die bei der Durchquerung der Stadt in Ost-West-Richtung die B100 meiden. 75% des Verkehrs auf dem Moarfeldweg fallen zum Beispiel in diese Kategorie.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation, sprich zur Rückführung der Autos auf die Hauptstraße, lassen sich hier nur vereinfacht zusammenfassen. Der Experte rät vor allem zu Tempo-30-Zonen, die mit baulichen Maßnahmen so gestaltet sind, dass sich die Autolenker zwangsläufig an das Limit halten. Solche Zonen wurden auch gezeigt.

So könnte etwa die Beda-Weber-Gasse insgesamt vier „Aufpflasterungen“ erhalten, was Gemeinderat Uwe Ladstädter so kommentierte: „Ich kann meine Enttäuschung kaum verbergen. Man stelle sich vor, dass die Rettung da drüber fahren muss.“ Auch Kreisverkehre an den Kreuzungen Alleestraße-Defreggerstraße und Amlacherstraße-Tristacherstraße waren ein Thema und Aufpflasterungen in der Adolf-Purtscher-Straße.

Dann stand der Radverkehr im Fokus der Diskussion, weil die Hochkofler-Studie in enger Abstimmung mit dem städtischen Radwege-Konzept erstellt wurde. Die Analysesoftware zeigt auch, wo sich die heimischen Radler bewegen und Umfragen ergeben hier noch viel Luft nach oben. Die Lienzer wollen nach eigenen Angaben noch häufiger das Rad nutzen und brauchen dafür Infrastruktur. Eine Öffnung des Iselkais für Radfahrer, die Hochkofler vorschlägt, lehnte die Bürgermeisterin aber kategorisch ab: „Dem werde ich niemals zustimmen“.

Blanik brach stattdessen eine Lanze für den bereits beschlossenen Regiobus, der die Autofahrer zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen soll. Außerdem waren sich alle Parteien und der Verkehrsplaner einig, dass das geplante Mobilitätszentrum eine erste Entlastung der Verkehrssituation bringen wird, weil eine Untertunnelung der B100 und eine neue Achse aus dem dicht besiedelten Süden der Stadt ins Stadtzentrum kurze Wege für Radler und Fußgänger ins Zentrum bringen wird.

Abschließend wurde ein Rahmen von 380.000 Euro für die Umsetzung diverser Maßnahmen im Jahr 2016 beschlossen. Welche Maßnahmen das sein werden, wird erst diskutiert.

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11 Postings bisher
e ist mc2 vor 2 Jahren

Liebe Besucher von Dolomitenstadt! Wie ist das Verhalten von Autofahrern bei Radarstationen am Moarfeldweg? Ich bin gegen die 30km/h Beschränkung, aber für das Aufstellen von Radargeräten. Dort müssen dann mindestens zwei Stationen aufgestellt werden, denn sonst bringt das im Moarfeld nichts. Besser, die 50km/h belassen und diese streng überwachen, die Einnahmen aus Strafen durch Geschwindigkeitsüberschreitungen soll die Stadtgemeinde dann zweckgebunden für Straßenerhalt und das Regiobussystem verwenden. Ciao, Osttirol

ps: Herr/Frau Osttirol, hab dein Posting mal ins Deutsche übersetzt, da Herr Pirkner dich (leider) immer noch so viel Unsinn schreiben läßt, den keiner richtig versteht! ;-)

Osttirol vor 2 Jahren

Liebe Besucher von Dolomitenstadt! Wie ist das verhaltenvon Autofahren bei Radarstationen im Moarfeldweg bin ich gegen Die 30 Stunden beschränkung aber für die Radastationen aber schon im Moarfeldweg müssen mindestens 2 Stationen gemacht werden den sonst bringt das im Moarfeld nichts. Besser die 50 Kilometerlassendiese Streng überwachen das Geld was die Gemeinde einmimmt sollte zweckgebunden sein für den Strassen erhalt und für das Regiobussystem sein CiaoOsttirol

wolf_c vor 2 Jahren

Träume werden war …

… eine anschauliche praktische Umsetzung unseren Verkehrskonzeptes darf man am kommenden Donnerstag lebendig erleben, um 14 00 am Wasserrain …

Herr Hochkofler meinte mit zunehmender Mobilität wohl doch nicht Fussgänger spielende Kinder Altenheimbewohner oder gar Menschen ohne Auto-Stellplatz, er dachte wohl eher an unsere Lebensraum gestaltende PaklplatzAsphaltierungsFraktion …

… aber wer braucht schon Kinder Spiel Plätze oder ein Bankl zum Sitzen um unproduktiv aufs Wasser zu schaun, oder für wen ist ein kriechender über den Weg Schneck wichtig, ist alles dem

Parkplatz im Weg, der Lebensraum muss weg!

… und deswegen führt unsere GottseiDanke grosse Parkplatzfraktion unserer Regierung uns anschaulich vor, wie toter Stadt Raum generiert, und Wiese und Wald und Luft in der Nähe von Menschen zu eliminieren ist.

...also liebe Väter und Mütter, und auch unsere geliebten Autoparkplatzler(weil zum Skateboarden und für Rollatoren wird der Asphalt doch nit sein? Und das Wort PARK – nur zur Aufklärung für Unwissende - hat nichts mit Bäumen und dazugehörigen Kleinigkeiten wie Vögel und Eichkatzel und Käfer oder den Plätzen ähnlich hinderlichem zu tun; aber wer braucht das schon ...) kommt zur Unterstützung unserer Regierung an den Wasserrain um 14 00 am Donnerstag(Treffpunkt Kinderspielplatz) um sie in ihrem weisen Tun zu beobachten und zu bestärken und unterstützend zu zeigen wie sehr Sie schätzen, dass sie sich für uns so den Arsch aufreisst ...

Nachtrag: österreichische Hagelversicherung, 17.11. 7.11:

Seit 1.1.2015 wurde 7 1676 302m² Agrarfläche verbaut. Das entspricht der landwirtschaftlichen Fläche von 321 Bauernhöfen.

Schön daß Lienz so stark sich an diesem Thema beteiligt, wir sollten den grossen Parkplatzpreis gewinnen. Wer braucht schon was zum Fressen.

... und wenn nicht, dann können Sie sich am autofreien Hauptplatz vor dem Punschstand ihr Maul wetzen ...

Der Dichter vor 2 Jahren

Da kommt mir doch das LACHEN! Solange das KFZ das Wichtigste zu sein scheint und sämtl. Widmungsänderungen nur weiter zu noch mehr Verkehr außerhalb der Stadt führen werden, wird sich da nichts ändern. Die Stadt- und Verkehrsplaner wissen genau, dass der meiste Verkehr nur hausgemacht ist. Und trotzdem werden WEITERHIN neue Märkte außerhalb der Stadt angesiedelt, wie jetzt z.B. WIEDER der neue Lagerhausfachmarkt?????? Braucht es diesen überhaupt? Denkt hier eigentlich irdgendwer mal über die Folgen nach? Warum haben die Genossen damals nicht gleich selbst ein Einkaufszentrum am Hobag-Areal geplant und errichtet? Es wäre zentrumsnah und es würde das Projekt sicher längst stehen und es hätte nie dieses Chaos gegeben, das man jetzt in Form einer absolut häßlichen Baustelle dort vorfindet, die ganz einfach ein Totalversagen der Politik widerspiegelt. Frau Blanik hat versprochen, dass ihre "Gstätten" zumindest mal zugeschüttet wird, aber auch das war nur leere Luft. Man gewöhnt sich an alles, wenn man es nur lange genug bestehen läßt. Nur der Gast, der hin und wieder Lienz besucht, schafft das wohl nicht und wird sich seinen Teil denken. Es ist echt traurig, was da alles schief läuft, da so viele Fehlentscheidungen ohne irgendwelcher Konsequenzen umgesetzt werden, die dann spätere Generationen wieder ausbügeln sollen!

Osttirol vor 2 Jahren

Liebe Besucher von Dolomitenstadt!

30 Kilometerzonen in Lienz glaube ich ist ein Käse das funktioniert nicht Auch diese Schweller die man angedacht hat ist ein Quatsch. Den in Winter kommt kein Auto mehr weiter bei Eis und Schnee. Da dreht jedes Rad durch bei diesen Hügel auch das verschmälern der Strassen muss sehr vorschichtig gemacht werden bei der Bedawebergasse ist das keine gute Idee.

Ciao Osttirol

satyr vor 2 Jahren

Solange die Menschen beim Mc Doof beliebig wie Schafe über die Straße laufen können wird weder Software noch menschliche Überlegung einen gesteuerten Verkehrsfluß zustande bringen. Ältere unter uns können sich noch erinnern daß man bei Einhaltung der vorgeschriebenen 50 km/h im dritten oder vierten Gang mit dem geringstmöglichen Lärm durch die grüne Welle schwimmen und alle Ampeln ohne Anhalten und wieder Losfahren passieren konnte. Die Verbauung des Bahnhofsareals und die Errichtung des Mc Doof ohne gleichzeitig den Verkehr vernünftig zu regeln sind ein wesentlicher Grund für die heutigen Zustände.

Solange jede Betriebsansiedlung ohne Rücksicht auf den dadurch entstehenden Verkehr einfach mit dem Motto "Augen zu und durch" genehmigt wird dürfte die Lage noch schlimmer werden. Lohnsummensteuer allein ist offensichtlich doch nicht genug.

e ist mc2 vor 2 Jahren

Ach ja, dazu fällt mir konkret ein zukünftig geplantes Vorhaben ein, wo man einen Parkplatz verwenden könnte. Die Kletterhalle will man auch wieder in die Natur bauen, die Parkanlage an der Drau somit zu betonieren.

Diese Halle kann man doch auch beim Schwimmbad oder den Tennishallen oder sogar beim Stadion hinstellen und gleichzeitig die Autos darunter verschwinden lassen. Sicher kostet das mehr, jedoch für die Zukunft kann man ein kleines Naherholungsgebiet für Spaziergänger erhalten und muss nicht schon wieder Bäume und Natur dafür opfern.

Nur so ein Gedanke, wie man sparsam mit den Naturrecourcen umgehen könnte, wenn der politische Wille gegeben ist. Vielleicht wäre dies ja ein Anstoß für weitere Gedanken dazu, denn auch wenn jedes Projekt nur klein erscheint, in Summe verlieren wir täglich Hektar an Grünflächen, die ja den Lebensraum vieler Tierarten und zuletzt auch für den Menschen darstellen......

e ist mc2 vor 2 Jahren

Ganz Ihrer Meinung Herr wolf-c. Leider werden immer noch irrsinnig viele m² beste Wiesen für KFZ geopfert und es entstehen dadurch Asphaltwüsten.

Es sollte doch wohl längst verpflichtend sein, dass alle KFZ unter die Erde gehören und nicht weiterhin dafür Grund und Boden versiegelt werden, wie es beim Parkplatz Altenheim, am Egger-Lienz-Platz oder beim Oberhueber Stadel bzw. jetzt auch wieder beim Neubau am Steger"Garten"-Parkplatz passiert ist, wo es offenbar auch keine Tiefgarage gibt, die man ja wohl leicht zur bestehenden Garage anbauen hätte können.

Alleine wenn man in der Stadt Lienz so schaut, wo in letzter Zeit wieder Natur verschwunden ist bzw. dies (wie am Wasserrain für die HTL) noch geplant ist, um Automobilen ein "Zuhause" zu schaffen, kann man diesen Flächen nur nachtrauern.

Im Gegensatz gibt es zum Glück auch Projekte wie die Tiefgarage am Südtiroler Platz oder event. noch am Hobag Areal, wo man nicht frische Natur anpatzt. Das sollte die Zukunft bringen, denn man kann nicht ewig so weitermachen, denn wo (nah)erholt sich dann Mensch und Tier eigentlich noch, etwa am Berg???

Aber selbst der hochgepriesene Wohnbau frißt sich immer mehr in die intakte Natur, anstatt dass man mal versucht, Baulücken zu schließen oder überhaupt abgewohnte Gebäude zu schleifen und dort etwas Neues (zu erschwinglichen Preisen) zu errichten.

Oder man verwendet tatsächlich bestehende öffentliche Parkplätze und wandelt diese in Geschäfts- bzw. Wohnprojekte um, in dem man auch dort die Autos unter die Erde versteckt. Flächen wären genug dafür vorhanden, die nur darauf warten, wieder besser genutzt zu werden.

wolf_c vor 2 Jahren

... solange es die Grundsatzentscheidung Mensch oder Parkplatz nicht gibt, solange gibt es viel Arbeit und viel Geld für Computerprogramme ... ... solange Lärm als KlangMusik empfunden, solange Abgase wie Sauerstoff geschnüffelt, solange Spielplatz und Parkplatz gleichgesetzt sind, solange wird es mehr und mehr Asphalt und weniger und weniger WiesenBlumenSchmetterlinge geben … ... es ist eine einfache Frage: sollen Menschen und Leben Vorrang haben oder nicht ? ... ... die Raumplaner erfüllen nicht die gesetzlichen Vorgaben, die Raumplaner produzieren Landschaftszerstörung, sie geben den Menschen Nachrang … … und solange jeder Häusl Bauer in grüner Idylle, aber bitte ja mit Car Port für den KindergartenbringSUV, und solange jeder Eigentümer oder Mieter einer Wohnung seinen Arsch über seinem Tiefgaragenplatz platzieren will, solange werden Politiker Bürgermeister Raumplaner Gesetzesmacher sich hüten gegen Volkes Stimme ihre Massnahmen zu setzen, auch wider besseres Wissen und auch wider den sozialen Frieden ...

chiller336 vor 2 Jahren

i glab i tram - hamma schon fasching? den verkehr auf die bundesstraße zurückführen? bei ausweichmöglichkeiten übers moarfeld etc?? und des an einem freitag bei regen in der hochsaison im sommer - ja dann viel spaß. achja und einen kreisverkehr kreuzung allestraße und defreggerstraße - wem fällt so ein schwachsinn ein bitte??? aber die stadt wirds wieder schaffen, 380.000 euro zu verschleudern für unsinn par excellence ... und zum thema iselkai für radfahrer öffnen spar ich mir jegliches kommentar, denn was würde sich bitte mehr anbieten um radfahrer in ruhe schnell umzuleiten - wenn man schon die leute vom auto aufs rad bringen will???

bergfex vor 2 Jahren

Michael Hochkofler präsentierte dem Lienzer Gemeinderat, was man mit seiner Software machen kann:

Ist das nicht der, der bei den intelligenten Ampeln schon 3 mal probiert hat.