Austria Skitourenfestival bleibt klein aber fein

Klasse statt Masse und ein deutlicher Schwerpunkt: Sicherheit.

Nach drei Jahren und ebenso vielen Austria Skitouren-Festivals in Lienz zeichnet sich für dieses neu kreiierte Tourenski-Format des Tourismusverbandes ein Muster ab: der frühe Termin Anfang Dezember ging bisher immer mit Schneemangel einher, von dem sich ein echter Tourenfan aber den Spaß nicht verderben lässt. Das zeigten sowohl die Skitourensafaris im Defereggental als auch das „Safety Camp“, mit dem das diesjährige Festival am 13. Dezember auf dem Lienzer Zettersfeld zu Ende ging.

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Tourensafari auf der Brunnalm im Defereggental. Fotos: Expa/Groder

Bei beiden Outdoor-Veranstaltungen war die Zahl der Teilnehmer überschaubar, die Stimmung aber bestens und trotz aperer Hänge konnte man von den durchwegs erstklassigen Guides auch eine Menge lernen. Die Breitenwirkung lässt – so lange Frau Holle kein Einsehen hat – noch auf sich warten.

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Andrang zu den Vorträgen im Stadtsaal.

Als klug erwies sich die Entscheidung, die riesige Tennishalle in der Peripherie gegen den Stadtsaal im Zentrum von Lienz zu tauschen. Mit zugkräftigen Referenten und zentraler Lage punkteten die Indoor-Abende heuer deutlich. Reinhold Messner ist ein Selbstläufer, er gab der Veranstaltung zum Auftakt am Freitag den Glanz des alten Berghelden, dem die „jungen Wilden“ am Samstagabend ihre neue Welt entgegensetzen. Wer nicht dabei war, wie Nadine Wallner, Melissa Presslaber, Samuel Anthamatten und Tom Gaisbacher über ihre Abenteuer berichteten, dem sei die aktuelle Ausgabe des Dolomitenstadt-Magazins empfohlen. Dort kommen die beiden heimischen Extremski-Aushängeschilder Presslaber und Gaisbacher ausführlich zu Wort.

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Nadine Wallner (links) und Melissa Presslaber, zwei Extremskifahrerinnen der Extraklasse, die wir auch im aktuellen DOLOMITENSTADT-Magazin vorstellen.

Was sowohl die alten als auch die jungen Tourensportlerinnen und -sportler eint, ist das Thema Sicherheit, eine lebenswichtige Konstante jeder Annäherung an den Berg im freien Gelände. Wie schon in den Vorjahren wurde hier viel Fachwissen theoretisch und praktisch vermittelt. Im Stadtsaal erklärten Rudi Mair vom Lawinenwarndienst Tirol und Patrick Nairz, wie man Gefahrenmuster im alpinen Gelände erkennt. Sie haben über dieses Thema auch ein erfolgreiches Sachbuch geschrieben.

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„Safety Camp“ auf dem Zettersfeld. Hoch über Lienz gibt es ihn offenbar doch, den Winter!

Beim „Safety Camp“ auf dem Zettersfeld, organisiert vom Alpin Kompetenzzentrum Osttirol, demonstrierten Martin Rainer und Toni Riepler in Kleingruppen, wie man eine Tour richtig plant. Dazu gab es Praxisbeispiele für Techniken und Taktiken beim Auf- und Abstieg, sowie LVS-Training und Rettungsmaßnahmen.

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