ÖVP Lienz präsentierte ihre 42 Kandidaten

Kaum Überraschungen aber deutliche Verjüngung des Teams „Wir Lienzer“.

ÖVP-Bürgermeisterkandidat Meinhard Pargger stellte sein Team "Wir Lienzer" vor. Fotos: Brunner Images
ÖVP-Bürgermeisterkandidat Meinhard Pargger stellte sein Team „Wir Lienzer“ vor. Fotos: Brunner Images

Das große Gruppenfoto gab es bei der Listenpräsentation der ÖVP Lienz nicht, denn angefangen von einer kleinen Grippewelle über sonstige Verhinderungen (ein Kandidat ging lieber zur Chorprobe) war es nicht gelungen, alle Kandidaten zu diesem Termin zusammen zu bringen. Kein Wunder, die Liste  umfasst 42 Personen, davon leider lediglich 13 Frauen. Altersmäßig hingegen sind die VP-Kandidaten ebenso vielfältig wie beruflich: Der älteste Kandidat ist 72 Jahre alt und mit dem 19-jährigen Jusstudenten Markus Stefan konnte man einen sehr jungen, ehrgeizigen Mann gewinnen. „30 Berufsgruppen sind vertreten“, zeigte sich Bürgermeisterkandidat Meinhard Pargger stolz auf seine Gruppe, die er als „verschworene Gemeinschaft“ bezeichnete und von der er sagte: „Das ist unser Angebot an die Stadt.“

Gleich zu Beginn stellte Pargger fest, dass es an diesem Abend des 20. Jänner „noch keine Programmpräsentation“ geben werde. Dementsprechend wurden kaum politische Inhalte vermittelt. Einige Stichworte fielen dennoch: die Bedeutung öffentlicher Neu- und Umbauten, allem voran des Schwimmbads, zudem Bildung, Ausbildung und Arbeitsplätze als Kernthemen der nächsten Legislaturperiode. Später fielen noch die Stichworte Sport und Soziales. Ansonsten hielt man sich inhaltlich bedeckt, denn der Abend sollte den KandidatInnen gewidmet sein.

Vizebürgermeister Pargger war sichtlich froh, dass er viele Menschen gefunden hatte, die „mit Engagement bereit sind, für die Bevölkerung dieser Stadt da zu sein“. Man präsentiere „nur“ 42 Plätze, so Pargger, die doppelte Anzahl der zu vergebenden Mandate. Dann fügte er hinzu, man hätte leicht eine längere Namensliste zusammenstellen können. „Noch nie habe ich mir so leicht getan, eine Liste zusammenzustellen“, freute sich der Bürgermeisterkandidat, obwohl die letzten Namen erst wenige Stunden vor der Präsentation hinzugefügt wurden. Während die große Überraschung an diesem Abend ausblieb, war die Verjüngung des Teams die deutlichste Ansage. In Parggers Worten hörte sich das so an: Man habe sich bemüht, durch schon lange tätige Kandidaten, die „wieder voller Energie“ seien, „die Erfahrung in der Politik zu erhalten und gute, profunde Leute neu zu gewinnen“.

Stephan Tagger assistierte bei der Kandidatenvorstellung und berührte am Schluss mit großem Lob für den Spitzenkandidaten Pargger.
Stephan Tagger assistierte bei der Kandidatenvorstellung und berührte am Schluss mit großem Lob für den Spitzenkandidaten Pargger.

Jede einzelne Kandidatin und jeder Kandidat wurde mit freundlichen, fast liebevollen Worten vorgestellt. Das begann mit dem letzten Platz, der einmal mehr von Andrä Vergeiner besetzt wird und damit vor allem eine Unterstützungserklärung ist, wie das für alle weiter hinten gereihten KandidatInnen gilt. Ein bisschen lernen dürfen die Männer der Liste „Wir Lienzer“ noch, dass die Frauen in ihrer Runde offensichtlich mehr können, als mütterlich und sozial zu sein, denn dass bei den Männern vor allem die Karriere hervorgehoben wurde und sportliche Betätigungsfelder sowie Vereinstätigkeiten lediglich zusätzlich erwähnt wurden, standen bei den Präsentationen der (ebenso berufstätigen) Kandidatinnen insbesondere deren Kinder und ihr soziales Engagement im Vordergrund. Gerade die neuen Kandidatinnen, darunter Hildegard Goller (Listenplatz 3), Michaela Steiner (Platz 5) und Tamar Idl (mit Platz 18 zwar nicht mehr auf einem Kampfmandat, aber im Klub vertreten), könnten Perspektiven für die Partei eröffnen.

Am Ende gab es Standing Ovations für den Spitzenkandidaten, als der Zweitgereihte, Stephan Tagger, in sehr freundschaftlichen Worten betonte, dass man nach dem Debakel rund um die letzte Bürgermeisterwahl eben „noch keine verschworene Gruppe“ gewesen sei und es nur dem hohen Engagement Meinhard Parggers zu verdanken sei, dass man heute so vereint ist. Auf Taggers Worte „Du hast uns zusammengeschworen. Du bist der, der uns führt“, gab es nicht mehr viel zu sagen, das wusste auch Pargger, der sichtlich gerührt antwortete: „Ich brauche jeden von euch – für diese Stadt“.

Die Liste der 42 ÖVP-KandidatInnen: Wir Lienzer

Slideshow: Brunner Images

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15 Postings bisher
senf vor 2 Jahren

nachdem es hier ja durchwegs nette poster für pargger gibt, schließ ich mich deren meinung an. Pargger wär sicher ein guter bürgermeister. er ist großzügig (siehe grundablösen speicherteich zettersfeld), er ist sparsam (bis zur zurechtweisung der ak-zentrale konnte er sich ja als angestelter für seine politische tätigkeit von dieser teilweise bezahlen lassen) und er hat ja viel durchsetzungsvermögen, auch mit hilfe seiner mehrheit im gemeinderat (verkehrsberuhigung lienz, schwimmbad, kletterturm, genossenschaftsareal, genossenschaftsmühlenareal, hs nord u.s.w) und ich hoffe für ihn auch, dass er - wie in der österreichischen politik schon öfters und gerne praktiziert - nahestehende personen oder parteifreunde mit ertragsreichen aufträgen versorgen wird (1994 -2000). eigentlich schade, dass es noch keine programmpräsentation gab, bin ja gespannt.

Instinktivist vor 2 Jahren

@ lieber Robert Mayer... Es tut mir leid dich übersehn zu haben und @ comment danke für den Hinweis. Damit ist Herrn Parggers Liste definitiv nichts mehr hinzuzufügen. Danke für euer Engagement und viel Erfolg!

Babylon vor 2 Jahren

Man kann wohl viele Bürger aufstellen, doch es kommt auf die Themen an, die erledigt oder nicht erledigt werden sollen oder können. Was wird sich wohl ändern, nur der Name? Das ist zu wenig!!!

Die Schwarzen hatten ja die letzten Jahre die Mehrheit, doch oft sieht man nur die Handschrift der Frau Bürgermeister. Weil sie doch recht bedacht an die Themen heran geht. Und das wirkt sich aus, vorallem finanziell sollte der Sparweg weiter gegangen werden, denn gerade zu hohe Schulden erschweren die Möglichkeiten, sinnvolle Projekte rascher umzusetzen. Und diese wären unter anderem immer noch die Hauptschule Nord, die veralteten Seilbahnen am Hochstein bzw. Zettersfeld, der unerträglich gestiegene Verkehr durch die Stadt oder dass man die Baustelle des nicht umgesetzten Kaufhauses Lienz wieder los wird und wie Blasisker meinte, zumindest mal einen Parkplatz daraus macht. Oder wie er auch schon mal gemeint hat, den Stadtsaal dort hin bauen könnte. Auch das Areal des Konviktes sollte endlich mal sinnvoll verwertet und genutzt werden, bevor man immer wieder neue Projekte in die grüne Wiese setzt.

Nun ja, der Bürgermeister wird ja eigens gewählt, mal schauen, wie spannend das Duell wird und wer dann die Nase vorne hat.

manchmalgottseidankexilosttiroler vor 2 Jahren

Wahrscheinlich wäre auch Herr Pargger ein guter Bürgermeister,das will ich ihm mit Sicherheit nicht absprechen, die Selbstbeweihräucherungen seiner schwarzen Kaderläufer in den Postings lassen allerdings bei mir die Erinnerung an den letzten Norovirus,der mich gestreift hat unmittelbar wieder wach werden!!!

MrBurns vor 2 Jahren

Da ist Herrn Pargger wirklich eine positive Überraschung gelungen!

Im Gegensatz zur reinen Pensionisten Liste der LSL, zur Beamten und Lokführerliste der SPÖ und der leeren Liste der Grünen ist das ein gutes und breit aufgestelltes Team.

Robert Mayer vor 2 Jahren

Lieber Instinktivist! Da dürften Sie mich wohl übersehen haben. Ich habe eine Behinderung und bin auch bei dieser Wahl wieder auf der Liste der ÖVP. Zudem Schriftführer im Behindertenbeirat der Stadt Lienz! Also falls Sie ein Anliegen haben dürfen Sie sich gerne melden!

comment vor 2 Jahren

@ Instinktivist: Guter Einwand. Hab mir die Listen gerade noch mal angeschaut, soweit bekannt. Auf der ÖVP-Liste ist zumindest eine mit Behinderung drauf, bei der jungen ÖVP sind auch Leute dabei, soweit ich weiß. Finde es aber gut, dass nicht versucht wird, politisches Kapital daraus zu schlagen. Die Personen sollen im Vordergrund stehen, nicht ihre Behinderung.

Instinktivist vor 2 Jahren

Ich würde diese Zeilen gerne unmter jede Liste schrieben. 9-10% der Bevölkerung sind Menschen mit Behinderung und diese sind auf den präsentierten Listen (FPÖ und Grüne habe ich noch nicht gesehen) zu 0% vertreten. Ja zur Inklusion, aber bitte nicht in der Politik??? Schade! Für Alle die es nicht wissen, JA Menschen mit Behinderung dürfen wählen.

nanny vor 2 Jahren

Ja, alles besser als manche Unkenrufe. Bin positiv überrascht. Die "Schwarzen" oder "Umgetauften" :-)haben es ja oft nicht so mit der Volksnähe (die ja oft genug ohnehin nur angestrengt populistisch wirkt), aber gearbeitet wurde schon immer ganz gut eigentlich und die soziale Ader und das Vermeiden von "Realitätsferne" ist auch vorhanden. Und: Populismus ist ja was ganz Nettes und bei vielen Leuten sehr Beliebtes - für das Anpacken von Problemen aber zu wenig. Ich hoffe, das wirklich überlegt aufgestellte Team schafft es!

comment vor 2 Jahren

Wer genau hinsieht, wird überrascht: Pargger ist stark, wie nie zuvor. Ein Politiker mit Herz, der sich über Jahrzehnte schon um die Anliegen der Menschen kümmert. Nur weil andere aggressiv, zynisch und zickig auftreten, sind sie noch lange nicht stärker. Wähler schaut genau hin und informiert euch, bevor ihr wählt. Manch Glanz bröckelt gewaltig und das wahre Gesicht wird deutlich ...

skeptiker vor 2 Jahren

Masse ist nicht gleich Klasse. Aber im Vergleich zur Eisenbahnerliste(SPOE) oder Pensionistenliste(LSL) ist die Durchmischung hier schon OK. Hr. Pargger hat hier - allein schon durch die Größe der Liste - einen klugen Schachzug gemacht. Nur im Vergleich der Spitzenkanditaten/innen ist er sicher der Schwächste (meiner Meinung nach). Da kann er - speziell mit Fr. Blanik - nicht mithalten. Aber die Wahlen werde es zeigen, was dem Wähler wirklich wichtig ist - Spitzenkandidat/in oder Liste ... Mir kann's egal sein - ich wähle nicht in Lienz .. ;)))

comment vor 2 Jahren

Eines muss man Meinhard Pargger lassen - allen Unkenrufen zum Trotz hat er all die Jahre gekämpft und jetzt eine starke Liste präsentiert, die beim objektiven Vergleich (ich weiß, dazu sind viele Poster weder bereit noch in der Lage) mit den anderen Listen ausgezeichnet abschneidet. Führungskräfte, Akademiker, Unternehmer, Pensionisten, Angestellte, Lehrer, Bauern, junge Leute uvm. - ALLES DA!! 30 Berufsgruppen sind ein starkes Signal. Totgeglaubte leben länger - Dank an alle, die sich auf diese Weise für die Stadt zur Verfügung stellen, trotzdem sie wissen, dass sie dafür nur wenig Dank ernten werden. Angesichts mancher Postings auch in diesem Forum ein Wunder, dass sich überhaupt noch Leute für die Politik finden lassen. Gratulation an den Listenführer!

hallo vor 2 Jahren

aber 50% Akademiker unter den ersten 15 ist eine Ansage an die Lokführer-Partei! nun ehrlich, ich war ja auf die Listen sehr gespannt und muss sagen, dass die ÖVP da ganze Arbeit geleistet hat. Soll ja nicht heißen, dass ein Akademiker was besseres ist, aber wahrscheinlich haben die schon etwas mehr Erfahrung in Betriebswirtschaft und Unternehmensführung, und die Stadt ist ja kein kleines Unternehmen.

mischmaschin vor 2 Jahren

Allzugroß scheint der Hang zur schwarzen Farbe nicht zu sein? Ziemlich gelb die Präsentation, kein ÖVP-Logo zu sehen - man will sich wohl nicht unbedingt mit der Partei in Verbindung bringen wie mir scheint.

Hot doc vor 2 Jahren

Oje

Bin auch gerührt