Elisabeth Blanik baut konsequent an ihrer Macht

… und die kleinen Listen helfen wieder kräftig mit. Ein Kommentar.

Nun ist es also fix: In Lienz werden die SPÖ, die jetzt „GUT“ genannten Grünen und die LSL ihre Listen „koppeln“, das heißt sich bei der Auswertung von Reststimmen und der Zuteilung von Restmandaten auf ein Packerl hauen, damit die ÖVP nicht von der Wahlarithmetik profitiert. Dieser Schachzug – der bei Grün und Rot auf Landesebene abgesegnet werden musste – unterstreicht einmal mehr die taktische Meisterschaft der vermutlichen Wahlsiegerin Elisabeth Blanik.

Die Lienzer Bürgermeisterin hat neue Wahlhelfer engagiert: LSL und Grüne. Foto: Expa/Gruber
Die Lienzer Bürgermeisterin hat neue Wahlhelfer engagiert: LSL und Grüne. Foto: Expa/Gruber

Wahlprognosen sind riskant, speziell in einem Medium, das man so gut nachlesen kann, wie dolomitenstadt.at. Ich riskiere dennoch die Prognose, dass Elisabeth Blanik die Bürgermeisterwahl in Lienz gewinnen wird. Sie hat bei der Stichwahl vor fünf Jahren Hannes Hibler um mehr als 700 Stimmen abgehängt, einen damals regierenden VP-Bürgermeister von anderem Format als Meinhard Pargger.

Pargger ist ein klassischer „zweiter Mann“, gut im Sachwissen, aber keine Gallionsfigur, ein Parteisoldat alter Schule. Elisabeth Blanik hat mehr Charisma und den klaren Willen zur Macht. Das beweist die konsequente „Säuberung“ der eigenen Reihen vor der Wahl. Nur der wuchtige Matreier Bürgermeister Andreas Köll ist bei der Erreichung von machtpolitischen Zielen in Osttirol noch konsequenter als die Lienzer Bürgermeisterin.

Im Gegensatz zu Köll wirkt Blanik aber nicht wie ein Machtmensch. Vielleicht ist das der Grund, warum sowohl die Grünen als auch die LSL ein zweites Mal in Vasallentreue mit Blanik zu den Urnen marschieren, wohl in der Hoffnung, irgendwie davon zu profitieren. Eine trügerische Hoffnung.

Die Grünen schieben den Rauswurf aus dem Gemeindeparlament 2010 auf die Wahlarithmetik, ebenso wie die LSL, die 2010 eines von drei Mandaten verlor. Beide waren Teil der „Buntallianz“ zur kompromisslosen Durchsetzung des Megakaufhauses M99. Die ÖVP hatte vor der Wahl „nur“ zehn Mandate und verlor zähneknirschend Abstimmung für Abstimmung im Gemeinderat, weil Blanik die Kaufhaus-Allianz fest im Griff hatte. Sie bewies, dass sie führen und gewinnen kann.

Heute schart Elisabeth Blanik wieder die alten Weggefährten um sich. Den Bürgermeistersessel hat sie schon, jetzt will die zielstrebige Politikerin die Absolute der ÖVP knacken. Mit guten Chancen. Es wäre ein historischer Machtverlust für die Schwarzen, die erstmals in der jüngeren Geschichte der Stadt weder den Bürgermeister noch die Mehrheit im Gemeinderat stellen würden.

Die ÖVP als entmachtete Oppositionspartei? Klingt irgendwie irreal, ist aber in Lienz aus heutiger Sicht zu erwarten. Im Gemeinderat könnten bald die „Kleinen“, wie einst bei den Kaufhaus-Abstimmungen, zum Zünglein an der Waage bei praktisch jeder Entscheidung werden. Demokratiepolitisch wäre das sicher eine Belebung, sachpolitisch vielleicht manchmal eine Herausforderung.

Wie vor sechs Jahren schwört Elisabeth Blanik die bunte Truppe auf den kleinsten gemeinsamen Nenner ein: „Alle gegen die ÖVP“. Und wie damals riechen die „Kleinen“ die Lunte nicht. Von der Koppelung wird vor allem die SPÖ profitieren. LSL und Grüne wollen die ÖVP entmachten. Das will Elisabeth Blanik auch. Doch sie hat noch ein Ziel: sie will die Kleinen klein halten. Es wird ihr vermutlich gelingen.

Gemeinderatswahlen 2016 Osttirol

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23 Postings bisher
karli8 vor 2 Jahren

@oschtadio: naja wenn nicht so farbengewandt, warum dann sich drüber beschweren? Und wer in der Stadt das sagen hat ist mir eigentlich recht egal, ob blanik oder wer andere, alle spucken vor der Wahl große Töne und versprechen das blaue vom Himmel und wenige Monate danach ist wieder der gleiche Stillstandt in Lienz wie zuvor. Der Frische Wind den Lienz benötigen würde, den bietet keiner der Listen.

oschtadio vor 2 Jahren

karli8: Verzeihung ich bin nicht so politisch farbgewandt wie du, ich wollte dich nicht schwarzgelb bekleckern . aber , dein eigenes in die Tastenhämmern klingt ein bißchen nach Frust . Hat dies mit der heutigen Erfolgsmeldung der Frau Bgm. über die € 50mio Bahninvestition zu tun ? Erkläre dem Wähler, ihr Schwarzgelben hattet 6 Jahre lang die Mehrheit im Gemeinde-und Stadtrat , ihr seid in Bau-Verkehr-und sonstigen Ausschüssen vertreten , warum habt ihr mit eurem Machtüberhang nichts dergleichen realisiert ? egal ob schwarz oder gelb .

karli8 vor 2 Jahren

@oschtadio: nur dass die ÖVP seit einiger Zeit im Wahlkampf gelb als Farbe für sich gefunden hat. Also zuerst besser informiern bevor man in die Tasten hämmert.

oschtadio vor 2 Jahren

Die Frau.Bgm. wird wohl Bgm. bleiben , aber sie machte ja ihre Sache auch objektiv gut - und die Alternativen sind einfach zu profillos . Herr Pargger und die "Wir Lienzer" Kandidaten treten in "gelb" an und wollen vor den Wählern die Parteizugehörigkeit zur schwarzen ÖVP verbergen .Eigenartig - einerseits vor der schwarzen ÖVP in Deckung gehen , andereseits mit "den Konatkten zur ÖVP Landespartei" Stimmen holen zu wollen . Zu durchsichtig. LSL,GrünGut und FPÖ wollten ja nie wirklich einen Bgm.Sessel anstreben und hielten sich für dieses Amt unaufgeregt zurück, wobei ein Seitenhieb auf F-Mann Josef Blasisker erlaubt sei. Sein Plakatspruch "Ich kämpfe für die Zukunft unserer Kinder" ist eine Hohlhippe , authentischer und seiner Zugehörigkeit zu den Farmern treuer wäre gewesen "Ich kämpfe für die Zukunft unserer Rinder".

unholdenbank vor 2 Jahren

Da gehen ja schreckliche Ängste herum in den ÖVP-Kreisen. Machtverlust - igitt - igitt ! Sogar LGF Malaun findet Koppelung ein demokratisches Element, wahrscheinlich aber nur, wenn die ÖVP so was pfuies macht, um BGM Hauser zu demontieren. Wenn zwei das gleiche tun - eh schon wissen.

Nochmals für alle, die es noch nicht kapiert haben: Koppeln bedeutet NICHT ! koalieren. Hat zwar denselben Anfangsbuchstaben, auch der zweite ist gleich, aber dann .........

neugierig. vor 2 Jahren

Blanik hat heute Handwärmer verschenkt, also diesen Unsinn kann sie echt lassen und diese Kosten für bessere Projekte verwenden. Oder glaubt die Politik wirklich, dass man deshalb jemanden wählt? Ich glaube, dieses Geld wäre besser für arme Familien oder fürs noch immer nicht gebaute Tierheim verwendet und nicht sinnlos für unnotwendige Wahlgeschenke verschwendet. Aber so tickt halt die Politik, die leben in einer anderen Welt, da sie ja genug Geld haben und somit darüber nicht nachdenken müssen.

@hot doc, zum Glück wurde damals nachgeholfen, denn ansonsten würde dieses grausliche Viertel immer noch stehen, denn die RGO hätte die Mühle freiwillig wohl nie abgetragen, dafür hätte man ja Geld in die Hand nehmen müssen, das man lieber hortet. Es wird ja wohl auch die alte Versteigerungshalle noch ewig stehen bleiben dürfen, oder man verkauft den Grund doch wieder gewinnbringend und der Käufer muss sich um diese Ruinen kümmern.

Ich erwarte mir von Blanik, dass sie sich endlich um diesen Hobag Unsinn kümmert und danach trachtet, dass dieser Irrsinn dort endlich gelöst wird. Aber nicht mit einem Kaufhaus, das braucht wohl eh nur sie aus Prestige, denn man kann ja nicht zurück rudern, auch wenn dies der sinnvollste Weg für das kleine Lienz wäre. Aber dazu äußert sie sich in weiser Voraussicht ja gar nicht. Sie wird schon wissen warum!

Ich lass mich mal überraschen, ob sie tatsächlich wieder den Chefsessel bekommt, sooo sicher ist das sicher auch nicht.

Hot doc vor 2 Jahren

Lieber Senf,

Nur kurz zur Richtigstellung. Die Fenster bei der Mühle wurden erst eingeschlagen als die Hobag siie gekauft hatte. Davor war Jahrzehnte kein Fenster kaputt. Es hatte für mich den Eindruck, als ob jemand da nachgeholfen hat.

wolf_c vor 2 Jahren

... es ist doch schön? wenn es so viele verschiedene Wahlmöglichkeiten gibt, dazu kennt in der Kleinstadt eh jeder jede? irgendwie halt? glaubt er/sie das halt, und Einheitslisten mag doch wirklich keiner, oder doch? ...

bergfex vor 2 Jahren

Es ist zu sehen, das es auch wie in diesem Artikel ersichtlich ist, um MACHT....MACHT....MACHT. Nicht die Themen stehen im Vordergrund, sondern der MACHTERHALT.

Werden wir ja sehen ob die "Weisheiten" des Redakteurs / Schreibers zutreffen.

senf vor 2 Jahren

na macki, du fährst aber ganz schön auf. allerdings mit der alten, langweiligen masche! vor 6 jahren war in punkto schwimmbad gar nichts, ausser dass der bauausschuss seine sitzungsgelder ohne ergebnisse einstreifte. warst du denn damals vor dem mühlenabbruch erfreut, wenn dich die weithin sichtbaren eingeschlagenen fenstefassaden angelacht haben, die ruinenteile am grundstück über jahre herumlagen und dich die abbruchreifen gebäude um das areal herum bedrohten. erinnerst du dich nicht, wer aller hier die millionen für ablösen eingestreift haben und genau diese sich dann gegen das kaufhausprojekt stemmtem? schau doch einmal zu den übrigen, unbenutzten genossenschaftsgebäuden, die nach und nach verfallen und vermutlich auch die nächsten jahrzehnte das lienzer stadtbild mitprägen. ich nenne das einfach scheinheiligkeit, so wie dein beitrag, der offensichtlich nur zur verhetzung dienen soll. lienz braucht braucht politiker, denen es um das wohl der stadt geht und nicht ums parteigeplänkel zur eigenversorgung!

Karli vor 2 Jahren

Koppeln ist klar legitim, aber gleich klar auch eine politische Aussage : wenn von mir Stimmen vom Mandat übrigbleiben soll sie der oder der ( in diesem Fall die SPÖ ) erhalten. Eine klare Aussage, erstmals auch von der LSL. Seit ihrem Bestehen verkauft sie Ladstätter vor den Wahlen als "bessere" bürgerliche Alternative,ein wenig intellektueller, nachdenklicher,literarischer als die ÖVP um damit in bürgerlichen Zirkeln und Clubs zu punkten. Nach den Wahlen hört man nichts mehr von ihm und ist die LSL der treue unkritische Steigbügelhalter von Frau Blanik. Dazu steht er jetzt wenigstens. Also : SP Forderungen wie Abschaffung vom Lienzer Gymnasium etc alles jetzt gestärkt mit Mandaten die auch von der LSL kommen. Hauptsache nicht ÖVP reicht als politisches Programm. Eigentlich arm ! Warum die Grünen überhaupt antraten, wenn sie dann eh ihre Stimmen der SPÖ geben versteh ich nicht. Blanik wird es ihnen so danken wie 2010, als sie gleich ihre 2 Mandate übernahm oder wie sie es jetzt ihnen im Landtag bei jeder Gelegenheit " dankt ". Frau Felipe wird das wissen. Blanik baut so ihre Macht aus ist richtig. Nicht nur im Gemeinderat. Auch im Stadtrat. Für die LSL wirds zum Stadtrat nicht reichen, weil es dafür 3 Mandate im GR braucht. Aber die treuen Vasallen von Blanik ( die nicht so undankbar wie der Herr Hofer und die Frau Kerstein sind ) dürfen sich künftig Vizebgm Schatz und Stadtrat Lackner nennen. Die Frage ist, was sich die Grünen und die LSL für die Koppelung die ihnen nichts bringt haben versprechen lassen. Vermute mal Ausschussitze. Blanik wird das als "Einbindung Aller " verkaufen. In wirklichkeit heißt aber ein mehr an Stadträten und mehr Ausschussmitglerder ( derzeit sparsame 4 ) nur mehr Geld für die Betroffenen und mehr Kosten für den Lienzer Steuerzahler. Und wenn die Rechnung nicht aufgeht und die gekoppelte Gruppe SPLSLGUT nicht das 11 Mandat erreicht und die VP 10 und die FPÖ 1 erhält oder es 9 zu 2 ausgeht, wird der Herr Blasisker als Zünglein an der Waage einer der wichtigsten Politiker der Stadt.

Macki vor 2 Jahren

Die Kaufhauskoalition hat vor Jahren nichts als blockiert (wer sich gerade ärgert dass er nicht schwimmen gehen kann, soll daran denken, dass dieses Projekt vor 6 Jahren fast fertig war) und ihre einzige Leistung war das Kaufhaus gegen den ausdrücklichen Willen der Bürger durchzudrücken. (jedesmal am Weg zum Stadtmarkt muss ich kopfschüttelnd am Kaufhausschotterplatz vorbei).

Geschadet hat das zu allererst Lienz, dann den Grünen (aus dem GR geflogen) und der LSL (reduziert im GR). Nicht irgendwelche Rechenspielchen, sondern der Wähler hat diese Wahllisten nicht unterstützt. Positiv war es nur für Blanik, weil sie die Stimmen dieser Gruppen bekam um 2 Sitze mehr zu machen undvor allem um Bürgermeisterin zu werden.

Und nun wollen Kieberl und Uwe wieder nur Steigbügelhalter sein, um selber politisch am Leben zu bleiben (was tut man sonst auch in Pension) oder überhaupt wieder politisch aufzutauchen.

Und am Ende profitiert wieder nur Frau Blanik. Wenn sie schon ihre eigenen Listenmitglieder vergrault, weil sie deren Ideen nicht umsetzen will, dann wird sie ganz sicher Grüne und Uwe-Ideen umsetzen...

Auf der Strecke bleibt wieder Lienz.

senf vor 2 Jahren

g. pirkners kommentar dürfte recht treffend sein, pirkner ist ja ständig mit der politik befasst und kann daraus - wie man sieht - recht gute schlüsse ziehen. seit es diese web-plattform gibt, kommt ja recht viel sumpfiges ans tageslicht. ganz praktisch ist ja das wühlen in älteren beiträgen. das ist genau das, was der heutigen politik nicht passt. das medium hier "vergisst" eben nicht, man muß nur die richtigen suchbegriffe eingeben. fast schon gefährlich. mühlenareal, minekugel, speicherteich, schlossberglift, köll pargger, blanik, dolomitenbad, schule, umfahrung, postenschacher ... . vielleicht eine gute entscheidungshilfe für die kommende gemeinderatswahl?

senf vor 2 Jahren

nanny@ dolo hat s mit dir gut gemeint, er hat es so dargestellt, dass auch du es verstehen kannst und er hatte ja recht, wie du ja selber anmerkst. hast du übrigens heute schon die tt gelesen? nette bevormundung des (övp-donminierten) bauauschusses der stadt lienz an die häusslbauer. sogar die gibelrichtung und die hausfarbgebung u. a. wird nun vorgeschrieben. solar grüßt! kannst du dich an den arch-wettbewerb erinnern? wer kam denn da zum zug? hoffentlich bleiben derartige dinge den lienzern nach der wahl erspart!

Stick vor 2 Jahren

Hallo Nanny!

Was halten Sie von dieser Kurzbotschaft: Oberlehrerin, oder was?

nanny vor 2 Jahren

Lieber MeineMeinung, danke für Ihren Kommentar. Er wäscht mich zumindest vom Verdacht rein, nur eine glühende ÖVP-Anhängerin zu sein und sonst gar nix, wie mir dolo unterstellt :-)

nanny vor 2 Jahren

Lieber dolo, sehr wortreich und inhaltsklar Ihr Kommentar. Warum zu dieser Kurzbotschaft so viele Worte nötig sind?

MeineMeinung vor 2 Jahren

@ Nanny: Was beim Wahlvolk besser „rüber“ kommt, werden wir am 28. Feber sehen. Das Lienzer Wahlvolk wird alleine darüber entscheiden, was bei ihm/ihr besser „rüber“ kommt und in Matrei wird dasselbe geschehen: Sie sollten sich aber als Lienzerin - bei Kommunalwahlen - vielleicht doch eher auf „ihre“ Stadt beschränken, in der sie „zur Wahl“ berechtigt sind, als „Ferndiagnosen“ darüber abzugeben, was in Matrei besser „rüber“ kommt und was nicht. Deren Treffergenauigkeit sinkt nämlich bekanntlich meist direkt proportional zum Grad ihrer Entfernung... Und Übrigens: In Matrei ist der amtierende Bürgermeister wohl schon etwas öfter besser „rüber“ gekommen, als manche seiner KollegInnen, egal wo... Ach ja: In Matrei gibt es auch dieses Mal keine Stichwahl, aber es gibt zumindest demokratische Wahlen, was man jetzt schon gesichert feststellen kann, ohne diese damit „von außen“ beeinflussen zu wollen, liebe Nanny...

dolo vor 2 Jahren

Sehr geschätzter Herr Gerhard Pirkner! Etwas befremdend ist es schon, wenn 2 Wochen vor einer Wahl schon von möglichen Wahlsiegern und Wahlverlierern gesprochen wird. Das sieht irgendwie ganz noch Bevormundung der Lienzer Bürger aus, wenn sprichwörtlich vor der Jagd schon das Fell des Bären verteilt wird. Auch im Bezug auf die Listenkoppelung von Vasallentreue zu sprechen ist doch etwas überzogen. Da kann ich ihnen ausnahmsweise einmal nicht zustimmen. Natürlich sollte Frau Blanik in erster Linie von dieser Listenkoppelung profitieren, sonst hätte sie diesen Schritt ja nicht getan. Ich finde aber, dass es ein legitimes Recht ist, sonst wäre es gemäß Wahlordnung ja nicht möglich. Ich denke auch, dass sich die Grünen und die LSL diesen Schritt sehr gut überlegt haben und die „Lunte“ schon gerochen haben. Ob sie da die beiden Parteien nicht etwas unterschätzen? Sollte die ÖVP wirklich die Absolute im Gemeinderat verlieren, sind nicht die anderen Parteien die größten Gewinner und Profitierer, sondern in erster Linie die Lienzer Bürger. Die damalige Buntallianz nur auf die Durchsetzung des M99 zu reduzieren wäre schlicht zu einfach. Für mich ist es absolut erstrebenswert und interessant, wenn für Abstimmungen im Gemeinderat sich zuerst im Vorfeld Mehrheiten finden müssen. Somit haben die sogenannten „Kleinen“ auch Gestaltungsmöglichkeiten, denn den Anspruch auf alleinige Weisheit kann niemand für sich in Anspruch nehmen. Wenn sie in ihrem Kommentar im Bezug auf Frau Blanik von taktischer Meisterleistung, und in der Folge von Charisma, klaren Willen zur Macht, Konsequenz und Führungsqualitäten schreiben, kann ich ihnen nur zustimmen. Genau solche Eigenschaften sollte ein gewählter Gemeindevertreter auch haben. Macht und Politik sind unzertrennbar. Macht braucht man auch, um politische Ziele zum Wohle der Bevölkerung umsetzen zu können. Macht ist nur dann schlecht, wenn sie missbraucht wird und für solche Fälle besteht ja die Möglichkeit, bei der nächsten Wahl die passende Antwort zu geben. Dass unsere nanny“ natürlich nicht über die Listenkoppelung erfreut ist, wundert mich jetzt nicht wirklich. Ist sie ja bisher in gewissen Foren als glühender Verteidiger der ÖVP aufgetreten. Sie ist jedesmal sofort ausgerückt wenn es darum ging, ihre Parteifreunde zu verteidigen und um gleichzeitig reflexartig die politischen Mitbewerber anzuschwärzen. Ich kann ihnen aber versichern, die ÖVP hat bisher alles nur Erdenkliche getan um an der Macht zu bleiben und wird das auch in Zukunft so handhaben. Sie sollten da also keinen Unterschied machen und Gleiches auch den anderen politischen Mitbewerbern zugestehen, auch wenn es ihnen augenscheinlich so schwer fällt.

Wünsche noch einen schönen Abend.

Babylon vor 2 Jahren

Nun ja, warum sehen diesen Schachzug alle so negativ? Somit kann man doch wirklich auch LSL oder die Grünen wählen, als Bgm. von mir aus Blanik, denn alle Stimmen die die Kleinen viel zu viel bekommen, bleiben ja auch dort und es könnten mehr Mandate dabei rausschauen, als sich Blanik wünscht, die ihr dann ja ebenfalls fehlen würden. Also, richtig wählen, wenn man mit Schwarz und Blau (ähh, was ist das eigentlich in Lienz wirklich und was vertritt diese Partei???) nichts anfangen kann!!!! Umso ausgeglichener der Mandatsdschungel dann ist, umso mehr müssen alle zusammenarbeiten um vernünftige Lösungen zu erzielen.

horstmann vor 2 Jahren

Schöner und leider treffender Kommentar. Die kleinen lassen sich von der Kleinen fressen. Ob sich das nicht noch rächt?

Hot doc vor 2 Jahren

Hatte nicht gedacht, dass die LSL so blöd und kurzsichtig ist, von den Grünen wußte man es bereits. Scheinbar sehen Sie als einzige Ihre Aufgaben die Absolute der ÖVP zu knacken. Themen egal Hauptsache die machtgierige Blanik zu hofieren.

Als diese Buntallianz bis vor 6 Jahren die Mehrheit innehatte, ging ja auch nichts weiter, einzig zum M 99 gab es eine einstimmge Zustimmung, gegen die Stimme des Volkes ! Der Citybus seit 12 Jahren Thema, fährt immer noch nicht auf der Linie die von der SPÖ vorgeschlagen wurde, sondern halt im Somnmer als Bäderbus, im Winter als Schibus.

Lieber Gerhard, genau richtig Dein Kommentar, so werden einzelne Listen unwählbar.

nanny vor 2 Jahren

Aber schon sowas von richtig, Herr Pirkner. Frei nach den drei Musketieren "alle für eine(n)" - aber nicht eine(r) für alle, aber schon gewiss nicht. Schlau, machtbewusst, ausgeklügelt. Und alles kommt auch beim Wahlvolk besser "rüber", als es beim schwarzen Gegenstück in Matrei der Fall ist. Denn zerbrechlich wirken ist immer gut - man muss es ja nicht sein.