Bei der "Känguruh-Methode" liegen Frühchen nackt Haut an Haut bei ihrer Mama. Sogar in der Wärme frieren die Winzlinge aber, weil sie viel Wärme über den Kopf verlieren. Sie brauchen also ein Mützchen! Foto: Silke Mutter

Bei der "Känguruh-Methode" liegen Frühchen nackt Haut an Haut bei ihrer Mama. Sogar in der Wärme frieren die Winzlinge aber, weil sie viel Wärme über den Kopf verlieren. Sie brauchen also ein Mützchen! Foto: Silke Mutter

Stadtbücherei sammelt Mützchen für Babys im Südsudan

Frühchen in der Kinderklinik Jalimo/Mondikolok frieren sogar in der Wärme.

Als mich letztes Jahr der junge Architekt David Kraler angerufen hat, um mir von seinem Buch „Mondikolok 1:1“ zu erzählen und wir vereinbart haben, dass er es in der Bücherei vorstellen kann, dachte ich so bei mir: schon wieder Jalimo. Irgendwie ist das überall.

Das Südsudan-Projekt von Kinderarzt Franz Krösslhuber und Hans Themessl ist in Osttirol wahrscheinlich genauso bekannt wie der Dolomitenmann oder Hans Salcher. Man kann ihm nicht entkommen. Manchmal hat etwas, das man zu oft hört, seinen Reiz verloren. Irgendwie ging es mir auch so mit Jalimo. Ich muss echt zugeben, ich war leicht unmotiviert, fand David Kraler aber sehr nett und das Buch auch wirklich gelungen.

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Das Krankenhaus im Südsudan bietet nur die Grundversorgung. Oft wird improvisiert. Foto: gelatat.wordpress.com

So saß ich nun in diesem Vortrag und – ja, wirklich – ich war von Beginn an gefesselt. Die zwei Autoren Kraler und Lachberger haben einen Vortrag gestaltet, der ansprechender nicht hätte sein können. Oder anschaulicher. Nichts war zu oft gehört, alles ergab einen Sinn und man konnte sehen, wieviel Herz in diesem Projekt steckt, ein Krankenhaus im Südsudan entstehen zu lassen. Die Idee, Jalimo/Mondikolok, war mir auf einmal wieder ganz nah. Manchmal irre ich mich wirklich, hab ich so bei mir gedacht. Naja, geht uns wohl allen so.

Es ging sogar soweit, dass ich am Ende Feuer und Flamme für das Projekt war. Ich will helfen! Was kann ich tun, was können wir außerhalb von Geldspenden tun? Die Antwort von Franz Krösslhuber war so spontan wie einfach: „Wir brauchen Mützen für die Frühchen, die in Mondikolok geboren werden!“

Gut, ans Stricken hätte ich vielleicht jetzt spontan nicht als Erstes gedacht, aber unlösbar scheint mir die Aufgabe nicht. Krösslhuber erklärte weiter: „Wir arbeiten mit der Känguruh-Methode mit den Frühchen. Sie liegen dann nackt Haut an Haut bei ihrer Mama. Für eine gute Bindung und eine schnellere Genesung! Das ist wirklich gut, leider verlieren aber die Kinder ganz viel Wärme über den Kopf.“

Im Südsudan gibt es keine Inkubatoren oder Wärmebettchen, es gibt gerade einmal eine Grundversorgung. Sogar in einer solchen Wärme frieren die Winzlinge, die viel zu früh schon auf der Welt sind. Körperwärme halten, essen, verdauen und das alles an der frischen Luft sollten sie eigentlich noch viele Wochen lang nicht machen müssen.

Kleine Mützchen aus Osttirol können da eine große Hilfe sein. Ich möchte Euch alle bitten, helft mit! Gemeinsam schaffen wir es, 100 ganz kleine Kappen zu stricken, zu häkeln oder zu nähen. Sie müssen bitte aus reiner Baumwolle sein, Mischfasern oder Kunsstofffasern sind für die kleinen Kinder unangenehm, oft sind sie sehr, sehr empfindlich auf jegliche Berührung und da sind Wollmützen, die kratzen oder zwicken einfach nicht so schön. Sie sollten nicht größer sein als zwischen 27 und 31 cm Kopfumfang, so als ob die Mützen für Puppenköpfe wären. Größer sind Frühgeborene Kinder einfach nicht.

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Das erste Mützchen haben wir schon! LGO-Leiterin Daniela Mayr aus der Bücherei Tristach hat es gestrickt. Foto: Anja Kofler

Bitte bringt die Mützen in die Stadtbücherei Lienz, in den Bücherflohmarkt oder werft sie bei mir daheim in den Briefkasten. Die Lesergemeinschaft Osttirol hat ihre Unterstützung ebenfalls zugesichert und somit können in allen Ortsbüchereien Osttirols die Mützen abgegeben werden.

Stricken für Jalimo/Mondikolok! Danke.

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1 Posting bisher
Verein Bildung bringt Frieden vor 2 Jahren

Was Dr. Krösselhuber auch dringend in seinem Krankenhaus braucht ist ein guter Internetanschluss und Computer, um auch von Lienz aus, die Pfleger beraten zu können. Gut wäre auch ein kleines Internetkaffee daneben, mit Büchern und Personal (eine Krankenschwester verdient ca 30 Dollar im Monat) Wer mithelfen möchte bitte melden: Verein "Bildung bringt Frieden" Tel. 0664/1551520, info@bildung-frieden.net