Die Natur erwacht am und im Naturdenkmal „Alter See“

Alljährlich um diese Jahreszeit kann man ein besonderes Schauspiel beobachten.

Der Winter hat sich noch nicht ganz zurückgezogen, eine sichtbare Eisdecke zeigt Reste der kalten Jahreszeit und doch erwacht das neue Leben. Ein Spaziergang rund um den alten Tristacher See ist gerade jetzt ein Erlebnis. Ein Erpel schreitet über das Eis, wie auf dem Laufsteg, um seiner Entendame zu imponieren. Begleitet von Vogelgezwitscher, umgeben von ersten Blüten und Farben, den Duft des Frühlings in der Nase, hört man dann ein dumpfes Quaken.

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Die Enten flirten noch …

Ein Schauspiel mit vielen Akteuren geht hier am alten See alljährlich über die Bühne: Die Erdkröten erwachen Ende März, Anfang April aus ihrem Winterschlaf und starten ihren Hochzeitszug vom Winterquartier in die Laichgewässer. Ist eine Hochzeitsgesellschaft bei uns Menschen mit mehr als 150 Gästen schon ein Großereignis, so kann man bei diesen Tieren die Zahl getrost verzigfachen.

Eine unglaubliche Zahl von Kröten wuselt derzeit im Wasser, am Ufer und an Land und buhlt um Aufmerksamkeit. Den kleineren Männchen fällt es gar nicht leicht, sich mit den viel größeren Weibchen zu paaren, ist die Konkurrenz doch riesengroß. Wie gesagt, ein Spektakel der Sonderklasse … Universum live!

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… die Kröten sind schon bei der Sache. Universum live! Das alljährliche Naturspektakel geht derzeit im „Alten See“ über die Bühne.

Die sehr ortstreuen Tiere legen in millionenfacher Zahl ihre Eier ab, daraus schlüpfen die Larven, es entwickeln sich Kaulquappen und ab Juni wandeln sich diese in Landtiere. Ihr Lebensraum bleibt meist der Geburtsort, nach vier Jahren sind sie selbst fortpflanzungsreif.

Dieses natürliche Biotop ist weitgehend unberührt geblieben, ein Kleinod ganz nahe dem Lienzer Talboden. Wenige Menschen waren es, die ich bei meinem Rundgang getroffen habe. Zwei Begegnungen bemerkenswert. Ein sehr aufmerksamer Herr stand am Ufer des kleinen Abflussbaches und beobachtete mit einem Fernglas das Wasser. Auf Nachfrage erzählte er mir, dass er immer wieder kleine Fische im Wasser entdeckt, die erst in der Vergrößerung ihre wunderbare Musterung und Farbzeichnung sichtbar werden lassen.

Und Pepi Kreuzer, der freundliche Hotelier vom Parkhotel Tristachersee war ebenfalls mit der Fotokamera ausgerüstet unterwegs. Die Begeisterung in seinen Ausführungen und die Anmerkung, dass sich dieser Ort beinahe täglich verändert, verrät uns etwas: Über die vielen Jahre, in denen er schon an diesem Ort wirkt und werkt, hat sich keine Selbstverständlichkeit und Routine bei ihm eingeschlichen. Jedes Jahr auf's Neue freut er sich über das Werden und Sein am Naturdenkmal Alter See.

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