Der Sender auf dem Rauchkofel ist imponierende 55 Meter hoch. Fotos: Sabine Hopfgartner

Der Sender auf dem Rauchkofel ist imponierende 55 Meter hoch. Fotos: Sabine Hopfgartner

Waren Sie schon einmal auf dem Rauchkofel?

Es gibt Dinge im Leben eines Menschen, die man tun sollte oder müsste.

Meist liegt es im Ermessen des Einzelnen, doch hin und wieder biegt die eigene Gedankenwelt quasi links oder rechts ab und man lässt sich zu Taten hinreißen, die lange Zeit nicht im Fokus waren. Jeder Bewohner des Lienzer Talbodens – und darüber hinaus – kennt ihn seit frühester Kindheit. Gemeint ist der Blick hinauf zum Hausberg, zum Rauchkofel. Unzählige Mythen und Märchen ranken sich um diesen Berg, als Kinder wurde den meisten von uns die eine oder andere Phantasiegeschichte erzählt.

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Wir sehen ihn jeden Tag, den Rauchkofel. Aber wer war schon oben?

Der Sender auf der obersten Spitze des Berges ist ebenfalls seit einer gefühlten Ewigkeit dort oben zu sehen. Das Bild vermittelt ein Stück Heimat und Beständigkeit. Kein Tag vergeht, ohne den Blick hinauf zu richten, auf den Kofl und seinen Sender. Doch von oben einmal ins Tal zu sehen, dafür fehlte mir bis dato die Begeisterung und Überzeugung.

Lange Rede, kurzer Sinn…ich war nun doch oben! Vom Parkplatz der Dolomitenhütte startet ein gut markierter und sehr schön ausgebauter Steig die knapp 300 Höhenmeter nach oben.

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Ein schöner Steig führt auf den Kofel. Ein wenig Kondition braucht man allerdings.

Und oben ist ein gutes Stichwort, denn so ganz konditionsschwach sollte man nicht sein, geht es doch steil bergauf. Bei hohem Schritttempo raucht oben am Kofel dann schon auch ein wenig der Kopf ob der Anstrengung. Man trifft viele bekannte Gesichter, Einheimische, die als Wiederholungstäter auftreten und jeden Streckenabschnitt schon kennen, aber auch eine stattliche Zahl an Erstbesteigern, die sich ordentlich den Berg hinauf quälen.

Doch in weniger als einer Stunde ist man am Ziel und es eröffnet sich ein wahrlich herrlicher Blick in alle Himmelsrichtungen. Vom Pustertal ins Iseltal über den Lienzer Talboden bis in Richtung Möll- und Drautal, alles umrahmt von feinster Bergwelt.

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Manchmal sollte man einfach die Perspektive wechseln und die eigene kleine Welt von oben betrachten.

Der Platz rund um den 55 Meter hohen Stahlsender ist liebevoll mit Sitzgelegenheiten und Tischen aus Holz ausgestattet, viele Schautafeln erklären die zu sehende Bergwelt. Die mitgebrachte Jause schmeckt herrlich bei diesen Bildern, welche sich bieten. Ein unbezahlbares Vergnügen!

Und wie so oft im Leben sollte man einfach einmal den Standort wechseln um eine komplett neue Sicht auf die Dinge zu bekommen. Ausprobieren und begeistert sein … ganz sicher!


Dolomitenstadt-Leser Peter Gratl hat uns zu diesem Artikel ein wirklich atemberaubendes Kugelpanorama geschickt, aufgenommen am vergangenen Wochenende beim Sonnenuntergang auf dem Gipfel des Rauchkofel. Einfach Link anklicken und genießen. Vielen Dank!!

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5 Postings bisher
Zuckerpuppe vor 2 Jahren

klar war ich oben - schon mehrmals. Und als Kind wurde mir -von wem weiss ich nicht mehr - die Geschichte erzählt, dass der Rauchkofel einmal ein Vulkan war - weiss jemand ob das stimmt? Der Name könnte darauf hinweisen.

    chiller336 vor 2 Jahren

    zuckerpuppe - die lienzer dolomiten bestehen wie der name schon sagt aus dolomit - eine art des kalksteins. wie wir alle wissen und hoffentlich in der schule gelernt haben, sind kalkgebirge nichts anderes als gefaltete meeresböden, in denen sich eben durch muschelschalen etc kalk gebildet hat. man kann die sogar heute noch teilweise sehen - rötenbachklamm zb. das mit dem rauch könnte vielleicht daher kommen, dass es am rauchkofel schon mehrmals gebrannt hat und zwar nicht unerheblich - wenn man mit offenen augen über den westgrat zum gipfel geht, kann man sie noch sehen - die geschwärzten baumrinden. aufgrund der plattentektonik könnte man aber im entferntesten sinn sagen, dass das material des rauchkofels tatsächlich mal auf vulkanischem boden gelegen hat.

    deshalb keine angst vor wiedererwachen des rauchkofels gg und eventuellen lavaströmen richtung tristacher see uuuh ;)

      Zuckerpuppe vor 2 Jahren

      danke für die Info - jetzt kann ich ja beruhigt schlafen. Nein Scherz beiseite - das ist wirklich sehr interessant

1lienzer vor 2 Jahren

für konditionierte Berggeher wäre auch der Aufstieg über den Goggsteig und Westgrat eine interessante Alternative (ca. 3 bis 4 h).

    chiller336 vor 2 Jahren

    nicht zu vergessen der salzsteig - die hardcore route auf den kofel ;)