Großglocknerkapelle Kals feiert ihren Siebziger

Am 24. September beim Kirchtag wird aufgespielt. Ein Blick in die Geschichte der Kapelle.

Es gibt viele Volksmusikgruppen im alpenländischen Raum, doch nur wenige bleiben so lange bestehen, wie die Großglocknerkapelle Kals. Seit nunmehr 70 Jahren begeistert die Formation aus der Glocknergemeinde ihre Fans. Beim diesjährigen Kalser Kirchtag am 24. September soll dieses Jubiläum ausgiebig gefeiert werden. Von früh bis spät ist das Programm dicht gedrängt und wohl für jeden etwas dabei. Der Nachmittag steht ganz im Zeichen der Großglocknerkapelle. Das Highlight ist eine Zeitreise durch die 70-jährige Geschichte der Gruppe mit historischen Filmaufnahmen, die musikalisch live untermalt werden.

Wir haben für Dolomitenstadt vorab schon einmal einen Blick in die Vergangenheit geworfen und uns die Frage gestellt, was diese Kapelle eigentlich so einzigartig macht. In den Wirren der Nachkriegszeit gründete der erst 17-jährige Sepp Huter im Jahre 1946 eine Tanzkapelle.

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Der legendäre Sepp Huter in der Mitte seiner Großglocknerkapelle im Gründungsjahr 1946.

Benannt nach dem Kalser Hausberg, ergaben sich für die Großglocknerkapelle rasch erste Auftritte bei örtlichen Festen, Hochzeiten und Bällen. Dies stellte die junge Truppe allerdings vor ein Problem. Man besaß nämlich nur Notenmaterial von relativ wenigen, älteren Liedern. Aus diesem Grund begann Sepp Huter selbst neue Musikstücke zu komponieren.

In seiner langen Karriere sollten es schließlich ca. 600 Kompositionen werden. Eines haben sie alle gemeinsam, den unverkennbaren Klang, der die Großglocknerkapelle weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt machte. Über die Jahre trat man in verschiedensten europäischen Ländern auf und sogar bis in die Vereinigten Staaten verschlug es die Kapelle aus Kals.

Nach einer langen und erfolgreichen Karriere verstarb Sepp Huter im Jahre 2001, doch die Großglocknerkapelle lebt bis heute weiter. Sein Neffe Toni Huter übernahm die Leitung der siebenköpfigen Gruppe, dessen Personal sich über die Jahre viele Male veränderte. Die instrumentale Besetzung ist allerdings auch nach 70 Jahren noch dieselbe. So ertönen bei einem Konzert der Kalser immer noch Akkordeon, Harfe, Bass, Posaune, Klarinette und Flügelhorn. Erhalten bleiben auch alte Klassiker aus der Feder von Sepp Huter, die das Publikum nach wie vor ansprechen, wie etwa der berühmte Marsch „Meine Heimat ist Tirol“.

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Die Großglocknerkapelle 2016, stehend von links: Alois Wibmer, Anton Holzer, Toni Huter, Florian Huter, Peter Aßlaber. Vorne hockend: Sieglinde Huter und Marco Rainer.

Damit sich noch weitere 70 Jahre ausgehen, wird die Formation immer wieder verjüngt. Was sich nicht verändert, ist der einzigartige Klang, der nicht nur am Kalser Kirchtag, sondern auch in Zukunft noch oft zu hören sein wird. So werden die Melodien der Großglocknerkapelle nächstes Jahr sogar im tropischen Brasilien erklingen. Anfang 2017 unternimmt die Gruppe nämlich eine zweiwöchige Tournee durch den brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina, mit beinahe täglichen Auftritten.

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