Nicht versäumen: Der Knödl-Alptraum in Matrei!

Ein Blick hinter die Kulissen mit Magdalena Klaunzer, Obfrau der Heimatbühne.

Landauf landab wird wieder Theater gespielt und auch die Heimatbühne Matrei wartet mit einem neuen Stück auf: „Der Knödl-Alptraum“. Dolomitenstadt traf sich mit Obfrau Magdalena Klaunzer zum Gespräch über Kulissen, Bühnenstress, Spielfreude und ein Werk, das dann am besten geglückt ist, wenn man nicht sieht, wieviel Arbeit dahinter steckt.

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Interview auf der Bühne. Wir erfahren von Magdalena Klaunzer Details über das neue Erfolgsstück der Heimatbühne Matrei.

Hallo Magdalena, danke, dass wir einen Blick hinter die Kulisse werfen dürfen. Wie lange bist du schon dran an diesem Stück?
Seit Frühling, wir haben heuer viel gesichtet und gelesen. Seit Sommer wissen wir, welche Schauspieler dabei sind und das erste Mal geprobt haben wir am 4. Oktober.

Aber noch ohne Bühnenbild?
Naja, teilweise war es schon da, aber halt noch nicht fertig. Aber es macht wenig Sinn, wenn wir ganz ohne alles proben, weil dann wieder niemand weiß, wo er wann zu stehen und wohin er wie zu gehen hat. Vor allem ist die Bühne in Matrei schwierig, sie ist zwar zwölf Meter lang aber nur drei Meter tief und hinten steht noch ein unverrückbares Klavier.

Wir haben insgesamt 13 Mal geprobt, am Sonntag nach Allerheiligen einen ganzen Tag lang, da haben wir es dann erstmals komplett durchgespielt. Allerdings ist bei uns auch Voraussetzung, dass die Leute schon ihren Text können. Beim Proben Text lernen geht nicht, da vergeht zu viel Zeit. Außerdem, wenn man zu oft probt, fängt man an, sich auf die Nerven zu gehen und die Spielfreude ist dahin. Aber es ist halt typisch für uns Matreier, dass wir bis zuletzt warten mit dem Text lernen.

Wie viele Schauspieler sind diesmal dabei?
Acht. Aber wir haben auch Bühnenbildner, eine Souffleuse, Regie, Maske, Helfer für Licht und Ton und so weiter. Es braucht viele Hände, damit am Ende alles reibungslos funktioniert.

Mangelt es euch an Theaternachwuchs?
Eigentlich nicht, aber Männer sind vielleicht einfach nicht so leicht zu motivieren, da wäre schon manchmal noch der ein oder andere Kollege schön. Aber heuer kam sogar eine junge Frau und hat selbst gefragt, ob sie mitmachen kann, das hat mich enorm gefreut.

Worum geht es im Stück?
Es geht um einen armen Heimatromanschriftsteller, der eine Wiese geerbt hat. Der örtliche Wirt will auf dieser Wiese ein Vereinshaus bauen und deshalb überredet er ein paar Leute vom Dorf zu einem Komplott. Der Schriftsteller kommt aber durch einen Zufall drauf und rächt sich.

Wir spielen lieber lustige Stücke, obwohl wir dann zu hören bekommen, das wäre alles eh so einfach. Aber auch ein Lustspiel muss gut vorbereitet und gespielt werden, sonst ist es nämlich gar nicht lustig.

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Mit Witz, Talent und viel Spielfreude lässt das Ensemble einen Heimatschriftsteller den „Knödl-Alptraum“ erleben.

Wie lange dauert das Stück und wie oft spielt ihr es?
Ca. zwei Stunden mit zwei kleinen Pausen. Wir bauen aber diesmal nicht um. Insgesamt spielen wir es sechs Mal. Früher haben wir manchmal nachgespielt, aber das machen wir jetzt nicht mehr. Wer es zu diesen sechs Terminen nicht schafft, hat leider Pech gehabt.

Magdalena erzählt lachend, dass in Matrei zur Premiere immer am wenigsten Zuschauer kommen, obwohl sie doch erst anfangen zu spielen, wenn sie das Stück wirklich können. Überhaupt lacht sie viel und man merkt ihr an, wieviel Freude das Theater ihr macht. Ich habe an diesem Abend allerdings einen kleinen Einblick gewonnen, wieviel Arbeit dahinter steckt, wenn am Ende alles so leicht aussehen soll und glaube, mich erinnern zu können, dass es Charlie Chaplin war, der schon gesagt hat: Es ist viel leichter Menschen zu Tränen zu rühren, als sie zum Lachen zu bringen.

Karten für den Knödl-Alptraum gibt es noch im Tourismusbüro Matrei. Hier die nächsten Vorstellungstermine. 

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